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Comic-Besprechung - Kick-Ass: Frauenpower 1

Geschichten:
Kick-Ass: Frauenpower 1 (Kick-Ass 2018 1-6)
Autor: Mark Millar, Zeichner: John Romita Jr., Inker / Colorist: Peter Steigerwald


Story:
Patience ist eine kampferprobte Soldatin welche nun endlich nach Hause zurückkehren kann und nach Jahren aus dem Dienst entlassen ist. Doch die Wiedersehensfreude mit ihrer Familie wird dadurch getrübt dass ihr Mann sie sitzen gelassen hat. Nun steht Patience als alleinerziehende Mutter da und ist finanziell kurz vor der Pleite. Mehr schlecht als recht schlägt sie sich durch und aus Wut darüber das die unehrlichen Menschen keine Sorgen haben, beschliesst sie, sich ein Kostüm anzuziehen und sie auszurauben. Doch das Kostüm und ihr wirtschaftlicher Kampf gegen Gangster entwickelt eine tödliche Eigendynamik.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Mit Kick-Ass: Frauenpower liegt kein weiteres Sequel der bekannten Saga von Mark Millar vor, sondern eine Erzählung die zwar in dem bekannten Kosmos spielt, aber mit komplett neuen Figuren und einem anderen Setting versehen ist. Insofern ist der Band schon als eigenständig zu betrachten. Was bleibt ist das markante grüne Kostüm und die Ausgangsprämisse, dass ein normaler Bürger sich ein Kostüm überzieht und als Superheld handelt. Ansonsten spielt das in einem anderen Setting und mit bislang unbekannten Charakteren. Allein das sorgt schon für unterschiedliche Gewichtungen welche die Erzählung frisch wirken lassen.

So sind die Motive welche zu dem Anziehen des Kostüms führen und des Agierens als Held auch komplett anders geartet. Während sich Dave die Klamotten überzog um den fiktiven Helden nachzueifern, zieht die Soldatin Patience in diesem Band den Strampelanzug an, um darin Raubzüge zu begehen. Ihre Motive sind zu Beginn weniger altruistisch gefärbt als die von Dave und seinen Freunden, sondern eigennützig. Die soziale Hilfe gegenüber anderen dient ihr zunächst nur als moralische Rechtfertigung sich selbst gegenüber. Das ergibt einen bissigen Kommentar zur amerikanischen Politik und der wirtschaftlichen Lage. Die ländlichen Gegenden, aus denen vornehmlich die Wählerschaft von Donald Trump stammt, sind wirtschaftlich vom Rest des Landes abgehängt und politisch mehr oder weniger abgeschrieben worden. Hierhin kehrt eine ehemalige Soldatin zurück. Ohne Geld, alleinerziehend und ohne nennenswerte Perspektive fühlt Patience sich als Veteranin vom Staat im Stich gelassen. As sie sieht wie die Schurken reich werden während alle anderen sich mit mehreren miesen Jobs durchschlagen müssen um gerade eben so über die Runden zu kommen, entschließt sie sich dazu die Gangster zu berauben und ein Teil des Geldes in bester Robin Hood Manier unter den anderen Armen zu verteilen.  Zwar wird sie dadurch selber kriminell und scheut auch vor einem brutalen Vorgehen nicht zurück, besitzt aber einen starken Ehrenkodex indem sie Menschen und damit auch ihr Land beschützt.

 Anders als in den bisherigen Bänden hat sie auch die Ausbildung zum Kämpfen und besitzt strategische Fähigkeiten (von Hitgirl mal abgesehen). Somit wird von Millar wieder ein Superheld in der Realität verankert und die Geschichte ist durchaus glaubwürdig, ermöglicht aber nun noch weitere Perspektiven und geht stark in eine wirtschaftliche Richtung und ist damit völlig anders gewichtet als die bisherigen Ausgaben.  Die Story besitzt eine hohe Spannung weil die Heldin viel zu verlieren hat und auch sympathisch ist da ihre Motivation komplett nachvollziehbar ist und nicht eine Nerd-Phantasie bestätigt. Deswegen kann wohl auch eine breiter gefächerte Leserschaft  empathisch ihr gegenüber sein.  Zudem gibt es ein böses und sehr überraschendes Ende welches noch viel Potential für weitere Storys ergibt.
John Romita Jr. präsentiert Millars neue Story in seinem gewohnt kantigen Stil der nicht jedermanns Sache sein dürfte, erdet aber die Story in dem blutigen Realismus, schafft eine Hommage an Jack Kirby und gleichzeitig umgeht er bildsprachlich alle Klischees der Superhelden. Eher ähnelt der  neue Held Kick-Ass dem Punisher wenn man denn Vergleiche anstellen will.


Fazit:
Ein starker eigenständiger Band mit einer interessanten Heldin und einem bissigen Kommentar zu der wirtschaftlichen und politischen Situation in den USA. Spannend, böse, blutig und gut.


Kick-Ass: Frauenpower 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Kick-Ass: Frauenpower 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 20

ISBN 10:
374160996X

ISBN 13:
978-3741609961

160 Seiten

Positiv aufgefallen
  • psychologisch gut gestaltete Heldin
  • böser Kommentar zu der Situation in den USA
  • Eigendynamik
  • Spannung und Action
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 17.11.2018
Kategorie: Kick-Ass
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