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Comic-Besprechung - Mit Mantel und Degen Akt I & II

Geschichten:
Das Geheimnis des Janitscharen
Unter schwarzer Flagge
Text: Alain Ayroles
Zeichnungen: Jean-Luc Masbou


Story:
Der erste Sammelband der Serie „Mit Mantel und Degen“ enthält die ersten beiden Geschichten der Serie. In „Das Geheimnis des Janitscharen“ und „Unter schwarzer Flagge“ lernen wir zunächst die beiden Hauptakteure der Serie kennen: Don Lope de Villalobos y Sangrin und Don Armand Raynal de Maupertuis. Zwei Haudegen alten Schlags, deren besondere Auffälligkeit darin besteht, dass Don Lope ein Wolf und Armand ein Fuchs ist. Angesiedelt ist die Geschichte irgendwann im 16. Jahrhundert, wie zu vermuten ist. Lope und Armand erhalten von dem geizigen Reeder Cenile Spilorcio den Auftrag seinen Sohn von Bord eines türkischen Schiffes zu befreien. Die Türken sollen den Sohn des Reeders auf ihrem im Hafen liegenden Schiff gefangen halten. Als die beiden an Bord geklettert sind, stellen sie zwei Dinge fest: Erstens, der Sohn ist gar nicht an Bord, dafür aber zweitens eine Schatzkarte, die auf den unermesslichen Schatz der Tangerineninseln hinweist. Es stellt sich heraus, dass der Sohn gar nicht entführt wurde, sondern alles vorgetäuscht hat, um mit seiner großen Liebe, einer Zigeunerin, ein neues Leben anzufangen. Und schon beginnt die Jagd nach dem Schatz, an dem – außer unseren Helden – noch die Türken, der Reeder, sein Sohn und eine Piratenmannschaft beteiligt sind. Dazu kommen noch diverse Liebschaften und Anbetungen, wie es sich für ein Stück, dass im 16. Jahrhundert spielt gehört.



Meinung:
Was für ein Tohuwabohu. Schatzsuche, Liebeswerben und dazwischen immer wieder Duelle. Die Serie „Mit Mantel und Degen“ ist eine liebenswerte Reminiszenz etwa an die gleichnamigen Filme der 1940er-, 50er- und 60er-Jahre. Aber hübsch der Reihe nach.
Zwischen Februar 1997 und Februar 2013 erschienen die ersten zehn Bände der Serie „Mit Mantel und Degen“ im Carlsen Verlag. Der Finix Verlag startet jetzt eine Neuausgabe in bibliophilen Sammelbänden, wobei auch die beiden bei Carlsen fehlenden Episoden elf und zwölf enthalten sind.
Ayroles nennt sein Epos „Ein Schauspiel in XII Akten2. Und genau das ist es: Eine Mischung aus klassischen Schauspiel, Tierfabel und Fantasygeschichte. Wie zum Beweis lässt der Szenarist seine Geschichte vor einem Straßentheater starten. Und auch gleich die zweite Szene enthält ein Theater, das diesmal sogar gleich eine Tierfabel. Denn das Comicwerk nimmt  Anleihen an dem Genre „Tierfabel“. Nicht nur die beiden Protagonisten sind Tiere, sondern immer wieder treten Tiercharaktere auf. Ich bin zugegeben kein großer Liebhaber von „Tiercomics“, allerdings diese Umsetzung hat mich gepackt.
Lope und Armand verkörpern einen Typ Held, wie ihn Errol Fynn in seinen Filmen oder Burt Lancester in „Der rote Kosar“ verkörperten: mutig, frech, charmant, treu, unglaublich überlegen und immer mit flotten Sprüchen auf den Lippen. Ayroles und Masbou liefern mit der Serie eine Hommage an eben dieses Mantel und Degen-Genre ab – und sie tun es mit einem schönen Augenzwinkern. 
Dazu tragen die vielen kleinen witzigen Ideen bei, die diese Serie so lesenswert machen. So beispielsweise die Einführung von Eusebius in die Geschichte – eines kleine weißen Hasen. Masbou hat es in den Zeichnungen verstanden, den Charakter mit so viel Güte, Liebenswürdigkeit und Sanftheit zu zeichnen, dass der Leser ihn einfach nur an sich drücken will. Ein Hauch von Walt Disney im Comic der Künstler. Und das Mister Langohr dann das erste Mal ausgerechnet auf einer Galeere in Erscheinung tritt, die von grobschlächtigen Sklaven dominiert wird, ist sehr bizarr und ließ mich im ICE schallend lachen. Der Gipfel wird in dieser Szene erreicht, als Eusebius ausgepeitscht werden soll und der Vollstrecker zum Kapitän sagt: „Ich kann nicht Capitän! Er ist so niedlich“. Ein großartiger Einfall.
Umgesetzt werden diese Ideen von Jean-Luc Masbou, von dem im Deutschen Sprachraum keine weiteren Titel vorliegen. Sein Strich ist professionell, mit viel Schwung, was vor allem bei den unzähligen Verfolgungsjagden sehr gut kommt. In jedem Panel ist so viel Bewegung, dass es das allgemeine Tohuwabohu, welches sowie auf allen Seiten herrscht noch zusätzlich unterstützt. Eine einfache Zeichensprache mit schöner Farbgebung, die die Atmosphäre des märchen- bzw. fabelhaften weiter unterstreicht, runden den positiven Gesamteindruck ab.
Einzige negative Punkte bei dieser alles in allem guten Ausgabe ist, dass das Lettering mitunter schwer zu lesen ist und es dem band ein weiteren redaktionellen Seiten fehlt. Den Abschluss des Bandes bilden vier „Gallerieseiten“, mit zwei ganzseitigen Bildern, einer Skizzenseite sowie einer angescribbelten Seite. Gerade aber bei Persiflagen auf bestimmte Genres, mag ich es, wenn im Anhang Querverweise etc. erklärt werden.    



Fazit:
Für alle Mantel und Degen-Fans – und damit meine ich jetzt nicht die Comicserie, sondern das Genre an sich – ein Muss. Gelungener Humor, rasante Zeichnungen und eine abgedrehte Geschichte sollten aber auch andere Leser ansprechen. Definitiv „reinschauen“!



Mit Mantel und Degen Akt I & II - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Mit Mantel und Degen Akt I & II

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Finix Comics

Preis:
€ 22,80

ISBN 13:
978-3-945270-85-1

104 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Tohuwabohu
  • Schöne Aufmachung
  • Rasanter Erzähl- und Zeichenstil
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 20.12.2018
Kategorie: Alben
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