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Comic-Besprechung - Harry und Platte Gesamtausgabe – 1955-1958

Geschichten:
Die weiße Hand 
Die Rückkehr des Schock 
Bomben im Bahnhof
Das Abenteuer lauert an der Wasserpumpe
Hauptsache laut
Der Schock narrt alle
Vollgas
Der Geist des Samurai
Text: Rosy
Zeichnungen: Will


Story:
Der zweite Teil der „Harry und Platte“-Gesamtausgabe präsentiert mit „Die weiße Hand“ „Die Rückkehr des Schock“, „Der Schock narrt alle“, „Vollgas“ sowie „Der Geist des Samurai“ fünf albenlange Geschichten und mit „Bomben im Bahnhof“, „Das Abenteuer lauert an der Wasserpumpe“ sowie „Hauptsache laut“ vier Kurzgeschichten. Alle Geschichten wurden hierzulande bereits als Album veröffentlicht: entweder in der Reihe „Gin und Fizz“ vom Semic Verlag oder sie stammen aus Band 24 „Der Geist des Samurai“ von Salleck Publications. Hinzu kommt noch ein überaus umfangreicher redaktioneller Teil.


Meinung:
Endlich! Herr Schock betritt die Bühne. Herr Schock is in the house! Der grandiose Schurke aus dem „Harry und Platte“-Universum, der bereits auch eine eigene Serie zu seiner Biographie erhalten hat (Text: Stéphan Colman, Zeichnung: Eric Maltaite), rechtfertigt schon ganz alleine die Anschaffung des Bandes. Mich hat dieser Super-Bösewicht schon immer an Fantomas erinnert. Denn Herr Schock ist ebenso ein Verwandlungskünstler wie der Bösewicht aus den Romanen der französischen Autoren Pierre Souvestre und Marcel Allain (vielen vermutlich besser bekannt aus den Komödien mit Louis de Funés).und im Gegensatz zu den vielen Schurken in anderen Alben und aus anderen Abenteuern gelingt es Herrn Schock, ebenso wie Fantomas, am Ende immer wieder seinen Häschern zu entkommen. Hinzu kommt, dass sich die wahre Identität des Schurken hier wie dort hinter einer Maske verbirgt. Bei Herrn Schock eine eiserne Maske, die an einen mittelalterlichen Ritterhelm erinnert, bei Fantomas ist es eine grüne Gummimaske. 
Die ersten Abenteuer des Herrn Schock lagen als Albumveröffentlichung bisher nur in den wenig repräsentativen Bänden von Semic vor. Die ersten vier Alben dieser Reihe sind nun u.a. Teil des zweiten Bandes der Gesamtausgabe.
Und da kommen wir auch schon gleich zum ersten großen Vorteil der Edition: sie bringt die Abenteuer von Harry und Platte endlich in chronologischer Reihenfolge. Das ist deshalb interessant, weil ich mir vorher die Geschichten aus ganz unterschiedlichen Quellen zusammen suchen musste: Die Schock-Abenteuer aus den „Gin und Fizz“-Bänden von Semic, die Kurzgeschichten teilweise aus den vorliegenden Bänden von Salleck Publications. Nun endlich geht es hübsch der Reihe nach.
Ein weiterer Punkt, der mit ausgesprochen gut gefällt ist, dass es sich bei den Bänden der Gesamtausgabe um wahre Buchklötze handelt. Über 300 Seiten, rund 1,1 Kilogramm schwer – so kommt der Band daher. Nicht dass ich mein Regal zusätzlich beschweren müsste. Aber dicke, schwere Bände bedeutet viele Seiten und viele Seiten stehen für eine Menge Umfang und Inhalt – sprich: die Veröffentlichung des Gesamtwerkes schreitet schnell voran, wenn viele Einzelalben zusammengefasst werden. So kommt es dazu, dass die Gesamtausgabe bereits im zweiten Band – wie eingangs geschildert – den ersten Höhepunkt der Serie verzeichnen kann. 
Ein weiteres Highlight des Bandes ist die redaktionelle Aufarbeitung der Serie. Auf insgesamt 45 Seiten – 41 davon als Vorwort aus der Feder des französischen Journalistenpaares Christelle und Bertrand Pissavy-Yvernault und vier weitere am Ende des Bandes – wird ein detailliertes Bild zur Entstehung der Ecole de Marcinelle entworfen. Unterhaltsam und lebendig geschrieben werden Zusammenhänge, architektonische Einflüsse, Vorbilder und künstlerische Prozesse erläutert. Eine kleine Monographie innerhalb des Bandes.
Gut, nun wissen wir, dass das ganze Drumherum überzeugt, aber warum sollte man sich heutzutage nun eigentlich noch Comics kaufen, die in den fernen 1950er-Jahren angesiedelt sind. Der Ausdruck vom „zeitlosen Klassiker“ ist ziemlich abgedroschen, aber bei Will und Rosy sehr wohl angebracht. Was mich am meisten an den „Harry und Platte“-Geschichten fasziniert, ist ihre zeichnerische Darstellungskraft. Es macht einfach Spaß, den detaillierten Darstellungen von Will zu folgen. Oder um es mit den Worten von Christelle und Bertrand Pissavy-Yvernault zu sagen: „Die Erhabenheit des Herrn Schock, die Eleganz der Architektur seiner Verstecke, die profilierten Linien des Narval oder das gleißende Licht der Landschaften des Südens, das ist heute zweifellos die Inkarnation der Bildergeschichten der 1950er-Jahre, irgendwo zwischen futuristischer Technologie, Designermöbeln und den angenehmen Seiten des Lebens“. Mit anderen Worten: Will transportiert ein Lebensgefühl. Und das gelingt ihm in einer Dichte und Präsenz, dass die Abenteuer auch heute noch uneingeschränkt genossen werden können. 


Fazit:
Ein großer Klassiker der franko-belgischen Comicliteratur bekommt in Deutschland endlich die ihm gebührende Ausgabe. Umfangreiche redaktionelle Seiten und das Auftreten des Herrn Schock machen diesen Band zu einem Leckerbissen für alle Fans der franko-belgischen Comickunst. Chapeau! So werden Gesamtausgaben ediert.


Harry und Platte Gesamtausgabe  – 1955-1958  - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Harry und Platte Gesamtausgabe – 1955-1958

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Salleck Publications

Preis:
€ 39,90

ISBN 13:
978-3-89908-672-0

312 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Einen Klassiker der franko-belgischen Comics neu entdecken
  • In chronologischer Reihenfolge
  • Informatives, umfangreiches Bonusmaterial
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 31.01.2019
Kategorie: Alben
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