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Comic-Besprechung - Captain Marvel Anthologie: Zwischen den Sternen

Geschichten:
Captain Marvel Anthologie: Zwischen den Sternen
Autor: Stan Lee, Roy Thomas, Gerry und Carla Conway, Chris Claremont, Brian Reed, Rick Remender, Kelly Sue DeConnick, Brian Michael Bendis, Margaret Stohl, Robbie Thompson, Zeichner: Gene Colan, Gil Kane, John Buscema, Michael Golden, Jim Lee, Roberto de la Torre, Renato Guedes, Dexter Soy, David Lopez, Jim Cheung, Brent Schoonover, Colorist: diverse


Story:
Im Laufe der Jahre machte Carol Danvers einiges durch. Erst liebte sie den Außeridischen Krieger Mar-Vell der als erster Captain Marvel die Erde  verteidigte. Als sie wieder einmal entführt worden war, wurden bei einer Explosion ihre Gene mit denen der Kree vermischt und besass fortan Superkräfte. Sie diente als feministische Leitfigur, aber sie wurde auch zurückgewiesen. Nicht nur wurden ihr die Erinnerungen geraubt, sondern sie wurde auch sexuell missbraucht und entwickelte ein Alkoholproblem. Doch sie mauserte sich zu einer der stärksten und wichtigsten Heldinnen des Marvel-Universums.


Meinung:
Es ist kein Wunder das jetzt auch eine Anthologie mit Geschichten der Heldin Captain Marvel erscheint. Schließlich kommt bald ihr Solo-Film in die Kinos und auch in dem nächsten Avengers-Film wird sie wohl eine tragende Rolle spielen. Grund genug also, um den künftigen Fans von Captain Marvel, die erst durch die Filme auf sie aufmerksam werden, ein kompiliertes Lesefutter zu bieten. Doch darf man diesen Band nicht allein als Werbemaschine sehen, sondern die Figur ist in den letzten Jahren auch sehr erfolgreich gewesen und sehr beliebt, weswegen ihr diese Würdigung durchaus zusteht.

Dabei sah es erst gar nicht nach einem Erfolg aus. Insofern war es sicher ein undankbarer Job diese Kompilation zusammenzustellen, denn nicht nur Captain Marvel, sondern auch ihr Alias Carol Danvers hatte im Laufe der Jahre viele Inkarnationen. So wechselte der Name der Heldin so oft wie ihr Kostüm, viele Jahre lang hatte sie keine eigene Serie und trat oftmals nur mit Gastrollen in Erscheinung oder als Mitglied eines Teams wie etwa den Avengers. Da sie dann nicht im Vordergrund steht, klafft hier in der Anthologie auch eine große zeitliche Lücke von nahezu sechzehn Jahren. Anhand der Tatsache, dass die Figur viel durchmachen musste und immer wieder Erscheinungsbild aber auch die Bedeutung im Auge der Autoren und damit der Leserschaft wechselte, ist es schwierig eine Kontinuität zu sehen und die ausgewählten Storys sind oftmals ohne die Hintergrundartikel kaum zu verstehen. Manche wichtige Stationen von Carol Danvers, wie etwa ihr Alkoholismus, werden in den abgedruckten Comicgeschichten nicht berücksichtigt, sondern kommen nur in den Hintergrundberichten zur Sprache. Aber das ist auch schwierig anhand nur einer exemplarischen Geschichte nachzuvollziehen, denn Alkoholismus ist schließlich ein schleichender und langer Prozess. Zudem hieß sie als Abhängige noch Warbird und war Mitglied der Rächer, weswegen man das in älteren Avengers-Ausgaben nachlesen muss.

Immerhin werden andere prägende Momente hier beleuchtet, wenngleich natürlich nur schlaglichtartig da das Format einen anderen Zugang kaum ermöglicht. Doch zunächst gibt es das Debüt von Captain Marvel, der damals in den 1960ern noch ein Kree namens Mar-Vell war und dessen Erscheinen auf der Erde hier als Debüt notwendig ist. Carol war damals das Love Interest und die Maid in Nöten bis sie später durch eine Explosion verletzt worden war und was später als ihre Origin-Story umgedeutet worden war, denn dadurch bekam sie Kree-Gene und ihre Kräfte. Aber oft wusste man wohl nicht viel mit ihr anzufangen. Als sie selber  in den 1970ern als Heldin aktiv wurde, diente sie als Flaggschiff des Feminismus und brachte einige Gender-Debatten in den Comic die heute noch aktuell sind, wie etwa gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Da war sie Vorläufer. Aber auch entsetzliche Rückschläge wurden an ihr zelebriert, wie etwa die Verharmlosung von sexuellem Missbrauch. Hier wird immerhin die Geschichte abgedruckt wie sie die Avengers mit ihren damaligen Reaktionen konfrontiert und wie sehr sie das verletzt hat. Wobei das noch etwas zu zahm geschildert ist.

So gibt es hier die Stärken des Charakters zu sehen: die Stärke, als Identifikationsfigur für Feminismus zu dienen und die Güte. Vor allem aber auch die Identitätsprobleme womit sie manchen LeserInnen aus der Seele sprechen dürfte. Wer ist sie, wie ist ihre Rolle in der Welt, was will sie und wo steht sie im Vergleich zu anderen? Diese Fragen sind der rote Faden, denn der Charakter war sehr geschunden worden und so ist sie durchaus zwiespältig und man kann ihr mit Sympathie, in den Solo-Abenteuern, und mit Abscheu, während des zweiten Civil War, begegnen. Was musste sie nicht alles durchmachen: die Maid in Nöten die permanent im Schatten des Helden stand und Objekt der Entführung war, sexuell missbraucht, verlacht, nicht ernst genommen, Alkoholikerin, aller Erinnerungen beraubt, immer wieder von den Heldenkollegen zurückgewiesen. Im Grunde beweist der Charakter damit, was Autoren mit einer Figur alles anstellen können, welche nicht sonderlich klar umrissen ist und eher als Nebenfigur gilt, weswegen sie sich für erzählerische Experimente anbietet.

Erst seit 2012 als eine Autorin, Kelly Sue DeConnick, sich der Figur annahm, wurde die Figur beliebt und erfolgreich und in den letzten Jahren gelang ihr, obwohl schon seit den 1960ern präsent, ein kometenhafter Aufstieg und ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil des Marvel-Universums. Kein Wunder also das der Schwerpunkt der Anthologie auf den letzten Jahren liegt und vorher nur einige Schlaglichter auftauchen, um die Entwicklung zu verdeutlichen.

Für Fans ist die Anthologie sicher interessant, aber wer mit dem Charakter nicht sonderlich vertraut ist, kann sie schwer greifen und die Charakterisierung bleibt fern. Aber sie gibt Aufschluss wie man mit Figuren experimentieren kann und wie sehr sich die Darstellung von Frauen im Superheldencomic in den letzten Jahren geändert hat. Insofern ist der Band wirklich lohnenswert und da man Lust bekommt mehr von Captain Marvel zu lesen, ist das Ziel der Ausgabe in doppelter Hinsicht erreicht.


Fazit:
Vieles bleibt in der Anthologie auf der Strecke, da die Figur von dem ersten Auftreten 1967 bis heute viele verschiedene Inkarnationen durchmachte und erzählerisch viel mit ihr experimentiert worden war. So bleibt einem der Charakter etwas fern, aber das wird Fans nicht stören. Und für andere wird es interessant sein zu sehen, wie sich die Darstellung von Frauen im Superheldencomic in den letzten Jahren geändert hat.


Captain Marvel Anthologie: Zwischen den Sternen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Captain Marvel Anthologie: Zwischen den Sternen

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 29,00

ISBN 10:
3741610321

ISBN 13:
978-3741610325

324 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Hintergrundartikel
  • nachvollziehbare Entwicklung der Darstellung von Frauenfiguren
  • auch Schattenseiten dargestellt
Negativ aufgefallen
  • Charakter bleibt einem fern
  • viele Entwicklungen nicht in Comicform verdeutlicht
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Rezension vom: 01.03.2019
Kategorie: Captain Marvel
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