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Comic-Besprechung - 20TH CENTURY BOYS: ULTIMATIVE EDITION 2

Geschichten:
Autor und Zeichner: Naoki Urasawa

Story:
Kenji Endo ist hin- und hergerissen. Nach dem Tod seines Jugendfreundes Donkey und den merkwürdigen Ereignissen um den Fremden bekannt als „Der Freund“, die letztlich in dem Tod eines weiteren Unbekannten mündeten, steht er am Scheideweg. Der Obdachlose, der von seinen Bekannten nur „Heiliger Vater“ genannt wird, hatte ihm mitgeteilt, dass nur er das Übel noch aufhalten kann – so unwahrscheinlich und verrückt es ihm vorkommen mag. Und so trifft Kenji eine Entscheidung, für seine Zukunft, die seiner kleinen Nichte Kanna und nicht zuletzt für die der Menschheit.
Andernorts richtet sich der Fokus auf einen einsamen Mann in Bangkok. Dieser hat sein Leben hinter sich gelassen und lebt in den Tag hinein, erledigt Jobs für seinen schmierigen Boss im Hinterzimmer, hat dabei aber das Herz am rechten Fleck. Wann immer eine Frau in Not ist oder die regionalen Verbrecher mal wieder über die Strenge schlagen, zeigt er wozu er fähig ist. Doch wer ist dieser Mann? Gibt es eine Verbindung zu Kenji? Treibt der Fremde nur ein perfides Spiel und steckt insgeheim sogar mit dem Freund unter einer Decke, der seine Fühler nun auch weit über die Grenzen Japans hinaus ausstreckt?

Meinung:
Der zweite Band der Ultimativen Edition von 20TH CENTURY BOYS schließt nahtlos an den ersten an. Kenji, getroffen von den Ereignissen, die sich gegen Ende des 1. Bandes überschlagen haben, ist dem Nervenzusammenbruch nahe. Und das ist auch gut nachvollziehbar, wurde ihm doch von einem weiteren Opfer des Freundes enthüllt, dass er der Prophet sei, der alle Ereignisse vorausgesehen habe, die der Freund nun im Begriff ist in die Tat umzusetzen. Nicht genug davon hat ihm der „Heilige Vater“, der vermeintliche Anführer einer kleinen Gruppe von Obdachlosen enthüllt, dass Kenji der einzige sei, der den Lauf der Dinge zum Guten wenden könne. So habe er es vorhergesehen – und bislang trafen all seine Vorhersagen zu, leider. Und so trägt Kenji plötzlich nicht nur Kanna, seine kleine Nichte auf den Schultern, sondern auch die Verantwortung für die Zukunft die Welt.
Andernorts richtet sich zu ca. der Hälfte des Bandes der Fokus auf einen gänzlich anderen Typ Mann als Kenji. Die Handlung folgt einem Unbekannten in Bangkok, der zwar ähnlich zu Kenji in den Tag hinein lebt, dennoch aber eine gänzlich andere Vergangenheit und Entwicklung genommen hat. Ein wenig ist er ein moderner Robin Hood, nur ohne zu stehlen. Er hilft Frauen, wenn sie ungerecht behandelt werden und weist die regionalen Gangster in in die Schranken ohne dabei an die Konsequenzen für sich selbst zu denken. Dazu schlägt er sich mehr schlecht als recht durch sein Leben indem er kleine zwielichte Jobs für seinen Auftraggeber erledigt, der ihm zur Gegenleistung dabei hilft, ihn vor seiner Vergangenheit abzuschirmen. Es stellt sich heraus, dass der Fremde kein Geringerer ist als Otcho, ein weiterer Jugendfreund Kenjis, und dessen Wege sich plötzlich mit denen des Freundes kreuzen.
Autor und Zeichner Naoki Urasawa dreht auch in Band 2 die Spannungskurve weiter an. Während Kenji für sich eine Entscheidung treffen muss – und es auch tut, überschlagen sich die Ereignisse für ihn. Er konfrontiert den Freund und will ihn stellen, doch ist er nicht darauf gefasst, dass seine Verbindung zum Freund nicht nur in die Vergangenheit reicht, als Kinderspiele zu den Tragödien der Zukunft führen sollten, sondern eben auch in der Gegenwart manifestiert sind und seine Familie plötzlich unmittelbar betroffen ist. In welcher Weise, würde einen zu großen Aha-Effekt des Bandes vorweg nehmen. Darüber hinaus versteht es Urasawa den Charakter Otcho in die Geschichte einzubringen. Geschickt lenkt er den Fokus weg von Kenji und zeigt uns einen gebrochenen Mann, der sich neu finden muss und lässt durch diesen Handgriff dem Handlungsstrang um Kenji ein wenig Luft zum atmen – allerdings nicht ohne den Kniff, die Handlung plötzlich um ca. 3 Jahre später einsetzen zu lassen, mit Kenji in der Rolle als Widerstandskämpfer gegen den Freund.

Urasawa kann also auch in Band 2 nicht anders als eines seiner zentralen Stilmittel zu verwenden: Zeitsprünge. Und wie in Band 1 versteht er es meisthaft den Leser zu fordern ohne ihn zu überfordern. Immer mehr enthüllt er auf diese Weise Lösungen zu Geheimnissen, nur um dann neue Rätsel zu präsentieren. Und auch in einem anderen Punkt steht der zweite Band dem ersten in nichts nach: Er ist gespickt mit Reminiszenzen und kulturellen Querverweisen. Dabei muss man diese gar nicht alle finden oder wahrnehmen. Vielmehr sind sie als Goodies zu verstehen, die den Leseeindruck noch kongenial abrunden. Denn wie schon Band eins bleibt 20TH CENTURY BOYS auch in dem neuen Band grandiose Thriller-/Sci-Fi-/Mystery-Unterhaltung, die über die ganze Zeit zu unterhalten versteht und dabei weder an Spannung noch an Niveau verliert. Da Urasawa nicht nur geistiger, sondern auch grafischer Vater dieser Geschichte ist, sei hierzu noch ein kurzes Wort verloren. Er lässt nutzt Schatten, wenn er Spannung erzeugen will und ein Rätsel offenbart, versteht sich auf temporeiche Actionszenen und inszeniert ruhige Charaktermomente, wenn es nötig ist – kurz: Urasawa versteht die komplette Klaviatur und begeistert über den gesamten Band mit dynamischem, detailliertem und kraftvollem Strich.

Und die grafische Komponente ermöglicht einen fließenden Übergang zur Würdigung der Panini-Veröffentlichung. Bot der erste Band dieser Ultimativen Edition zu 20TH CENTURY BOYS noch Anlass zur Kritik hinsichtlich des Papiers, des Einbandes und des Schutzumschlags, so hat man sich hier zumindest teilweise augenscheinlich der genannten Punkte angenommen. Das Papier ist nicht mehr so durchlässig, obwohl es nicht dicker erscheint, der Schutzumschlag schließt an den Maßen des Bandes ab und ist so nicht nur nettes (sinnloses) Gimmick, sondern erfüllt seinen Zweck. Leider weist der Schutzumschlag dafür einen unsauberen Druck der Schriftzüge auf. Ja, das ist Mäkeln auf sehr hohem Niveau. Bei einem Preis von 19 € pro Band und der Betitelung als „Ultimative Edition“ sollte dies aber nicht passieren. Hinzu kommt, dass der Einband weiterhin nicht so fest ist, wie bei vergleichbaren Produktionen aus anderen Verlagen oder eben Panini selbst. Auch auf Bonus wurde wieder gänzlich verzichtet. Bis auf ein einführendes Vorwort und die Übersicht der handelnden Personen hat der Band nichts als die Geschichte zu bieten. Dennoch nähert man sich mit dem 2. Band endlich auch dem inhaltlichen Prädikat „Klassiker“ an. Wenn man nun die genannten Mängel dauerhaft abstellen kann, reicht es noch für mehr als die „Zugreifen“-Empfehlung.

Fazit:
Inhaltlich steht Band zwei von Urasawas 20TH CENTURY BOYS dem ersten Band in nichts nach. Er schockiert, deckt auf, stellt neue Fragen und führt mit Otcho einen weiteren facettenreichen Charakter ein. Die Spannungskurve bleibt hoch, ebenso wie der Anspruch an den Leser den Manga voll konzentriert zu lesen. Dafür entwickelt sich aber auch ein intensives kaum vergleichbares Leseerlebnis. Zu dem Panini auch beträgt, in dem die Rückseiten nicht mehr so stark durchscheinen wie noch bei Band eins. Darüber hinaus schließt der Schutzumschlag nun richtig ab und kann den Manga auch schützen. Leider war wohl der Druck unsauber, weswegen der Schutzumschlag und auch der weiterhin etwas weiche Einband des Bandes und das Fehlen jeglichen Bonusmaterials den Anlass zur einzigen Kritik geben.
Trotz der genannten Kritikpunkte rückt die Veröffentlichung in Gänze immer näher an das Prädikat „Klassiker“, dass es noch ganz knapp verpasst. Die Kaufempfehlung kann dagegen für alle Leser des 1. Bandes uneingeschränkt ausgesprochen werden.

20TH CENTURY BOYS: ULTIMATIVE EDITION 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

20TH CENTURY BOYS: ULTIMATIVE EDITION 2

Autor der Besprechung:
Martin Ebert

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,00

ISBN 10:
3741608793

ISBN 13:
9783741608797

400 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Geschichte bleibt spannend und wendungsreich
  • tolle Charakterzeichnung- und weiterentwicklung
  • tolle grafische Umsetzung: Actionszenen, ruhige Momente, die komplette Klaviatur wird beherrscht
  • weiterhin viele kulturelle Querverweise und Reminiszenzen, die das Leseerlebnis abrunden
  • Abstellen einiger Kritikpunkte, die bei Band 1 noch angefallen sind, wie nun passende Form des Schutzumschlags und Durchscheinen der Rückseiten, ...
Negativ aufgefallen
  • ... dafür andere noch nicht abgestellt wie der weiche Einband und Dazukommen des unsauberen Drucks auf dem Schutzumschlag
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Rezension vom: 18.03.2019
Kategorie: Mangas
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