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Comic-Besprechung - I´m every Woman

Geschichten:
I`m every Woman
Autorin / Zeichnerin: Liv Strömquist


Story:
Viele Frauen standen lange im Schatten ihrer bekannten Männer und nur selten und nach langem Kampf gelang es ihnen, in das Licht zu treten. Einige werden hier beleuchtet wie etwa Yoko Ono, Priscilla Presley, Jenny Marx, aber auch mit Voltairine de Cleyre eine Anarchistin in den USA des 19. Jahrhunderts portraitiert. Zudem gibt es einen Blick auf die unsäglichsten Lover der Geschichte und einige Satiren auf moderne Entwicklungen.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Wer den Vorgänger zu Liv Strömquists I`m every Woman, Der Ursprung der Welt, gelesen hat, weiß das hier keine fiktionale Story vorliegen wird, sondern feministische Essays in Comicform. Manche davon sind länger, manche kürzer, was daran liegt das sie in Schweden, dem Herkunftsland von Liv Strömquist, in Magazinen erschienen sind und je nachdem wie viel Platz ihnen eingeräumt worden sind, sind sie vom Umfang her ausgefallen. Aber obwohl es in sich abgeschlossene kurze Comics sind, ergibt der Band doch einen harmonischen Gesamteindruck weil sie thematisch ähnlich gewichtet sind.

Beim oben genannten Stichwort „feministisch“ könnten manche Leser schon abgeschaltet und den Band für sich abgehakt haben. Gut, der Vorgänger Der Ursprung der Welt mit seiner Ehrenrettung des weiblichen Geschlechts hätte manchen, vor allem, Männern etwas zu viel sein können, aber I´m every Woman ist deutlich weniger polemisch. Das zentrale Thema ist die Beleuchtung von verschiedenen Frauen die immer im Schatten ihres Mannes gelebt haben. Dabei haben sie nicht unwesentlich zu dessen Werk beigetragen. Hier geht es auch weniger um gesellschaftliche Missstände eines Patriarchats, sondern vielmehr um die einzelnen Herren die sich nicht gerade glanzvoll benehmen. Von dem Individuum kann man natürlich auf eine Gesellschaft schließen, aber das überlässt die Zeichnerin und Autorin den Leserinnen und Lesern. Nur manchmal geht es etwas allgemeiner zu, aber das ungemein witzig, etwa in den überspitzten Satiren gegenüber der Kernfamilie, Liebe zu Kindern und dem Sprachgebrauch wenn etwas als „Natürlich“ gut geheißen wird. Das ist witzig und macht einen nachdenklich, ist aber nie verletzend.

Dazu gehört auch der naiv anmutende Strich der deutlich in Richtung Cartoon geht und so dem Inhalt eine wohltuende Ironie verleiht. Aber das schmälert nicht den Wert der kritischen Aussagen indem sie durch den zeichnerischen Stil der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Stattdessen werden die Thesen ernst genommen und die Kritik wird durch den satirischen Ton nur umso schärfer. Diese Gratwanderung zu halten ist schon eine erstaunliche Leistung. Oftmals lässt die Autorin auch die Personen selber sprechen und baut in deren Portraits Zitate ein, die aus Memoiren, Biographien, Briefen, Essays, etc. von den Portraitierten selber stammen und die sich damit selber entlarven. Natürlich sind diese Zitate selektiv und gewichtet damit sie zu der Grundthematik des Buches passen, enthüllen aber auch die dunkleren Seiten mancher Idole wie etwa Einstein, Picasso, Munch, Presley und Jackson Pollock. Vor allem aber ist es eine Ehrenrettung einiger Frauen die heutzutage fast in Vergessenheit geraten sind. Wohl die wenigsten dürften von einer US-Anarchistin des 19. Jahrhunderts gehört haben. Andere kamen nur schwer aus dem Schatten ihrer Männer heraus.

Der Witz schlägt dann oft in die Magengrube. Geschickt wird im Stile einer TV-Show mit den immer wieder wechselnden Rankings eine Show nachgeahmt welche die 10 unsäglichsten Liebhaber der Weltgeschichte präsentiert. Andererseits werden moderne Mythen auf den Kopf gestellt aber auch historisch interessante Verweise aufgenommen und so wird etwa untersucht woher die Bezeichnung „die Hure Babylon“ eigentlich stammt.

Wie schon in den Vorgängern der Autorin kann man über manche Aspekte streiten, andere sind aber durchaus erhellend und regen die Leserin, aber vor allem auch den Leser, zum Nachdenken an. Insgesamt ist dieser Band durchaus lohnenswert und nicht nur für feministisch interessierte oder engagierte Frauen interessant. Er ist breit gefächert und damit abwechslungsreich.


Fazit:
Weniger polemisch als der Vorgängerband ist dieser insofern besser, als die Themen etwas breiter gefächert und teilweise überraschend sind. Zudem ist er eine Ehrenrettung einiger Frauen die unter ihren Männern zu leiden hatten. Witzig und informativ.


I´m every Woman - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

I´m every Woman

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Avant Verlag

Preis:
€ 20

ISBN 10:
3964450014

ISBN 13:
978-3964450012

112 Seiten

Positiv aufgefallen
  • breite Themen
  • Ehrenrettung einiger Frauen
  • satirische Elemente
  • weniger polemisch
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 24.03.2019
Kategorie: Independent
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