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Comic-Besprechung - L. Frank – Integral 1

Geschichten:
Die große Bedrohung
Der Feuersturm
Der Super-Virus
Text und Zeichnungen: Jacques Martin


Story:
Der erste Band der neuen Integral-Ausgabe zum franko-belgischen Klassiker „L. Frank“ enthält drei Alben, die im Original zwischen 1954 und 1965 erschienen. In „Die große Bedrohung“ erleben wir den Reporter Luc Frank in seinem ersten Abenteuer, bei der er gleich auf seinen ewigen Gegenspieler Axel Borg trifft. Borg erpresst mittels einer Rakete, die mit einem atomaren Sprengkopf bestückt ist, Frankreich und die Welt. Sein Ziel ist die absolute Macht. Luc Frank versucht diese Pläne zu verhindern. Unterstützt wird er dabei von seinen Freunden Kommissar Renard und dem jungen Pfadfinder Robert Legall. Alle Fäden laufen in den Vogesen zusammen, am Hauptsitz von Borg.
Im zweiten Abenteuer, „Der Feuersturm“, treten Luc und Robert wieder gegen Borg an. Dieses Mal versucht der Super-Schurke in den Besitz einer Formel zu kommen, mit der es möglich ist, Meerwasser in Erdöl zu verwandeln. Allein das Wissen um die bloße Existenz dieser Formel bringt die Welt an den Rand eines weltweiten Krieges. So müssen Luc und Robert schnell und gewitzt handeln, um sowohl Borg als auch die Armee zu überlisten. 
Auch in „Der Super-Virus“ geht es um eine Entwicklung aus einem Labor. Ein entsetzlicher Virus, der sowohl für medizinische Zwecke als auch als Massenvernichtungswaffe eingesetzt werden kann, befindet sich in der Hand von Borg. Er will diese neuartige Waffe an die höchstbietende Nation verkaufen. Doch wieder einmal hat er nicht mit Luc, Robert und Renard gerechnet.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Endlich! Endlich! Einer der großen Klassiker der franko-belgischen Comickunst ist wieder zu haben. Warum dies gerade bei „L. Frank“ besonders wichtig ist, hoffe ich in den folgenden Zeilen zeigen zu können. Kurz die deutsche Historie: zwischen 1980 und 1987 erschienen im Carlsen Verlag die ersten zehn Bände, der von Jaques Martin erfundenen Serie. Zwischen 1999 und 2010 erschienen dann alle 19 Bände in Deutschland bei Casterman bzw. Kult Editionen.
Klar ist „L. Frank“ eine typische Geschichte, wie sie aus dem Dunstkreis von Hergé nicht anders zu erwarten wäre. Ein junger, durch und durch anständiger Mann, an dessen Seite zwei Freunde gestellt werden, davon einer gleich im jugendlichen bzw. Kindesalter, um eine Identifikationsfigur für die zumeist jungen Leser zu schaffen. Ihnen als Gegenpart der ewige Bösewicht hinzugefügt, ohne Skrupel, mit genialen Plänen, ebenso ausufernd wie kompliziert. Da unterscheidet sich „L. Frank“ wenig von „Blake und Mortimer“ oder „Barelli“. Das immer wieder gleiche Schema. 
Martin und sein Team waren sich dessen sehr wohl bewusst. Ihnen war klar, dass sie die immer gleichen Stereotypen verwenden, wie anders wäre zu erklären, dass Borg – beim Aufeinandertreffen mit Luc in „Der Super-Virus“ – sagt: „Sie trinken und rauchen nicht, sie lügen nie, sie spielen nicht und betrügen noch weniger. Kurz: Sie sind perfekt! Ohne Fehl und Tadel! Sagen Sie mal, ist das nicht entsetzlich langweilig, gar keine Fehler zu haben?“. Chapeau!
Was „L. Frank“ besonders macht, ist unter anderem seine Entstehungsgeschichte. Wie Volker Hamann im Vorwort deutlich macht, war Martin lediglich beim ersten Band völlig auf sich allein gestellt. Bei den folgenden Bänden hatte er immer abwechselnde Assistenten, deren Einfluss auf die Serie sehr gut nachvollziehbar ist. 
„Die große Bedrohung“ ist etwa eine Geschichte, wie sie auch Edgar P. Jacobs hätte entwerfen können. Kleinteilige Panelanordnung mit einem sehr hohen Textanteil prägen die Seitenarchitektur. Dazu kommt eine Geschichte, die junge Leser Mitte der 1950er-jahre vielleicht noch begeistern konnte, aber heutzutage eher angestaubt wirkt. Die beiden folgenden Bände in dem Band hat Martin dann mit Hilfe seiner Assistenten Roger Leloup und Marcel Demarets verwirklicht. Augenblicklich ändert sich die Erzählweise. Das Erzähltempo zieht an, die Seitenarchitektur luftiger und der Plot insgesamt zeitloser.
Den hohen Stellenwert der Serie erkennt der geneigte Leser auch daran, dass Kult Comics nicht der einzige Verlag war, der für den deutschsprachigen Raum die Lizenzen erwerben wollte. „Wir haben über 3 Jahre lang intensiv verhandelt. Es war nicht einfach unser Konzept mit 2 Editionen (reguläre und limitierte – mit Variantcover) zu realisieren“, erläutert Michael Beck von Kult Comics. Für die neu-Edition wurden die Texte noch einmal durchgesehen, denn die alten Übersetzungen waren teilweise sehr frei und unpräzise. Deshalb habt sich der Verlag entschlossen, alle alten Bände detailliert zu überarbeiteten und/oder neu zu übersetzen. Diese Aufgabe hat Uwe Löhmann übernommen. Er hatte auch schon kompetent die neueren deutschen Bände für Kult Editionen/Casterman übersetzt.



Fazit:
Der Klassiker „L. Frank“ ist hier und da vielleicht etwas Retro, vor allem der erste Band der Serie. Aber Staub hat er nicht angesetzt. Die neue Integralausgabe der Serie von Martin ist die Gelegenheit, diese Klassiker wieder oder neu zu entdecken.



L. Frank – Integral 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

L. Frank – Integral 1

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Kult Comics

Preis:
€ 35

ISBN 13:
978-3-96430-012-6

200 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Klassiker wieder zu haben
  • Interessante Serienentwicklung
  • Redaktionelles Material
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
3.5
(2 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 11.05.2019
Kategorie: Alben
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