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Comic-Besprechung - Quintett – Gesamtausgabe 3

Geschichten:
Pavlos, Mazedonien, im Herbst 2016 Text Frank Giroud Zeichnungen: Giancarlo Alessandrini Der Hügel des Versprechens Text Frank Giroud Zeichnungen: Giancarlo Alessandrini Vorstudien: Uriel und TBC

Story:
Vom Januar 2006 bis zum Februar 2008 erschien bei Comicplus die Serie „Quintett“. Der dritte Band der Gesamtausgabe hat den Band 5 sowie einen Ergänzungsband zum Inhalt. Fünf Bände von „Quintett“ waren bei Comicplus bereits im Programm. Lediglich der abschließende sechste Band ist in Deutschland bisher nicht erschienen. Diese Lücke wird nun durch die drei bändige Gesamtausgabe geschlossen. Nach den ersten Geschichten machen wir einen Zeitsprung. Die Handlung beginnt 1932 in Berlin, also 16 Jahre nach den dramatischen Ereignissen im griechischen Pavlos. Alban Méric und sein Geliebter, der ehemalige Hirte Manolis, hat es in die Hauptstadt des deutschen Reiches verschlagen. Auf einem Flohmarkt entdecken sie eine alte Kiste, die Oberst Villemombies gehört hatte. Der Oberst stand im Zentrum der seltsamen Ereignisse von 1916. In der Absicht Licht ins Dunkel zu bringen kaufen sie die Kiste und stoßen auf noch mehr Rätsel. Diese können nur in Paris gelöst werden und so macht sich Méric auf in die französische Hauptstadt. Dort trifft er auf alte Bekannte und rührt an einem Geheimnis, das vielleicht besser unentdeckt geblieben wäre. „Der Hügel des Versprechen“ ist kein Comicband, sondern die akribische Aufarbeitung der Entstehung der Serie. Hier erhält der Leser Einblicke in Girouds Arbeitsweise, angereichert mit unzähligen Illustrationen.

Meinung:
„Was ist Wirklichkeit, was ist Fiktion?“ Diese Frage stellt Eckart Sackmann in seinem redaktionellen Nachwort zum Band „Pavlos, Mazedonien, im Herbst 2016“. Und das völlig zu Recht. Denn einen Comicautoren wie Frank Giroud gab es leider nur einmal. Er verwebt Historisches und Fiktion auf dermaßen geschickte Art und Weise, dass ich mir nie ganz sicher war, was tatsächlich nur seiner Fantasie entsprungen war. Dazu trägt vor allem auch der Prosaband „Der Hügel des Versprechens“ bei. In ihm werden die Fäden der Geschichte neuerlich aufgegriffen. Sackmann schreibt dazu: „Es entstand, wie schon der Anhang zu Frank Girouds Hautserie `Die zehn Gebote´ in Zusammenarbeit mit Luc Révillon, einem „Experten“ für das Fortspinnen von Serien. Wir haben – anders als bei „Zehn Gebote“ – diesen Zusatzband mit aufgenommen, da das, was Révillon und Giroud hier erzählen, interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Serie liefert, also nicht einfach eine Fabel auf der Grundlage des Werkes ist.“ Révillon hat bereits bei anderen Comicserien Zusatzbände geschrieben. Etwa bei „Vaso“, „Giacomo C“, „Das geheime Dreieck“ und eben auch „Zehn Gebote“. Der Autor liefert uns ein (fiktives?) Gespräch zwischen Frank Giroud und einem Michael Martins. Letzterer ist der Urgroßenkel eines in der Serie erschossenen Senegalesen. Es spricht für die Komplexität der Serie, dass Révillon uns eine komplette Biographie von Martins liefert. Er stellt ihn so tief und authentisch dar, dass es schwer fällt zu unterscheiden. Oder, um es wie Sackmann auszudrücken: „Was ist Wirklichkeit, was ist Fiktion?“. Noch ein Wort zur Komplexität. Es lohnt sich durchaus, die vorherigen Bände noch einmal in einem Rutsch vorneweg zu lesen. Ich hatte zunächst nur den Abschlussband gelesen und mir erschloss sich dabei noch nicht die ganze Tiefe der Erzählung. Erst nachdem ich alle Bände noch einmal hintereinander weg gelesen habe, entblätterte sich die ganze Handlung – und damit auch die ganze Genialität von Giroud. Typisch für Giroud ist es auch, dass er eine Serie von verschiedenen Zeichnern umsetzen lässt. Dabei erhält jeder Zeichner seinen Band. Den Abschlussband von „Quintett“ realisierte er mit dem italienischen Comiczeichner Giancarlo Alessandrini, von dem in Deutschland bisher leider kaum die Rede war. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er mit der vorliegenden Arbeit sehr schnell einen Leserkreis erhalten wird, der mehr von ihm verlangt. Denn der italienische Künstler hat einen interessanten Strich. Man merkt ihm an, dass er seine Karriere mit schwarz-weiß Comics begann. In einigen Panels wirken seine Panels sehr satt und sehr tief. Das ist allerdings bei dieser Geschichte kein Fehler, denn Giroud führt uns zu den Abgründen menschlichen Handelns. Da passt der düstere Stil perfekt zur Geschichte. Mir persönlich haben am Besten die Panels gefallen, in denen Clémence Dorval, die Fliegerin, dargestellt wird. Auf der einen Seite die begehrenswerte Frau, charmant und sexy. Und dann der Absturz in der Gosse in wenigen Bildern festgehalten. So eindringlich von Alessandrini, dass ich beim Lesen unwillkürlich an eine frische Dusche dachte, um mir den Schmutz abzuwaschen. Den Abschluss des Bandes bildet ein emotionales Nachwort. Frank Giroud starb im Juli 2018 mit nur 62 Jahren. Empathisch nimmt der Verlag Abschied, berichtet von den letzten Kontakten und dass der Autor bis zuletzt an der deutschen Gesamtausgabe mitgearbeitet hat. Die auf 700 Exemplare limitierte Gesamtausgabe erfüllt wieder einmal die bibliophilen Wünsche der Comicliebhaber. Gutes Papier, erstklassiger Druck und eine stabile Bindung.

Fazit:
Mit dem dritten Band der „Quintett“-Gesamtausgabe erfährt die Serie ihren fulminanten Schluss. Alle Fäden werden noch einmal aufgenommen und zu einem Gesamtbild verwoben. Der abschließende Prosaband verdichtet die Geschichte. Absolute Empfehlung!

Quintett – Gesamtausgabe 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Quintett – Gesamtausgabe 3

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
comicplus+

Preis:
€ 39

ISBN 13:
978-3-89474-309-3

152 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Komplexe Handlung
  • Hochkarätige Zeichner
  • Exzellente Aufmachung
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 31.05.2019
Kategorie: Alben
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