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Comic-Besprechung - Die Biber-Patrouille – Gesamtausgabe 3

Geschichten:
Dem Verräter auf der Spur
Die Bande mit dem Indianer-Zeichen
Die scharlachroten Wölfe
Drama in der Camargue

Text: Jean-Michel Charlier
Zeichnungen: Michel Tacq (Mitacq)


Story:
Der dritte Band der Gesamtausgabe präsentiert wieder vier Abenteuer der Jugendserie „La patrouille des Castors“ sowie redaktionelles Zusatzmaterial. Alle vier Abenteuer erschienen bisher nur in der Bastei-Reihe „Die blauen Panther“. Als ergänzendes Material wird überdies der 44-seitige Comic „Zorn-Patrouille“ von Mitacq und Yvan Delporte als Faksimile abgedruckt.
In „Dem Verräter auf der Spur“ verabreden sich die Biber dazu, zu ihrem nächsten Zeltlager einzeln und jeder ohne Geld zu reisen. Mücke muss dabei vor einem Unwetter fliehen und sucht Schutz in einem verlassenen Haus. Plötzlich kommen mysteriöse Besucher ins Haus. Sie sprechen von streng geheimen Plänen, von der Nato und von Diebstahl. 
In einer stürmischen Nacht hilft die Biberpatrouille einem Piloten in Not, Alain Saintigny. So beginnt „Die Bande mit dem Indianer-Zeichen“. Der Gerettete bittet die Helden bei einem streng geheimen Testflug dabei zu sein. Als sie jedoch am Flugplatz ankommen, sehen sie den Absturz des Flugzeugs, dass Alain flog.
Auch bei „Die scharlachroten Wölfe“ handelt es sich um eine Spionagegeschichte im weitesten Sinne. In Paris organisieren die Jungs der Biberpatrouille ein Spiel, bei dem sie einem gefälschten Spion folgen müssen und sein Paket stehlen sollen. Dabei kommt es zu einer verhängnisvollen Verwechslung, sodass die Pfadfinder plötzlich tatsächlich im Besitz von brisanten Geheimdokumenten sind. 
„Drama in der Camargue“ beginnt damit, dass die Biberpatrouille nach Saintes-Maries-de-la-Mer in der Camargue eingeladen werden. Dort geraten sie mitten hinein in die Auseinandersetzung zwischen Landbevölkerung und Zigeuner. Als dann auch noch ein Mord passiert, bekommen die Pfadfinder nach und nach mit, nicht zuletzt auch Dank der Hilfe ihres neuen Freundes Chico, dass es um viel mehr geht, als rassistische Vorbehalten.



Meinung:
Die neue Band der Gesamtausgabe ist mal wieder ein Spiegel seiner Zeit – in diesem Fall die Hochzeit des Kalten Krieges. Gleich drei der vier in diesem Band versammelten Geschichten haben ein Spionagethema. Wenn der Leser dann noch die beigefügten Skizzen – beispielsweise die Coverentwürfe des Albums „Dem Verräter auf der Spur“ – hinzuzieht, so kann er auch noch Parallelen zu dem vier Jahre vorher erschienenen Band „Das gelbe M“ von Edgar P. Jacobs ziehen. Spionage allerorts.
Sicherlich muten die Geschichten um die Pfadfinder aus heutiger Sicht verstaubt an. Sie versprühen die biedere Unschuld der späten 1950er-Jahre und es ist sicherlich kein Zufall, dass die Entstehung des Comics und die Veröffentlichung von Enid Blytons „Fünf Freunde“ in die gleiche Zeit fallen. Dennoch zeigt sich, dass Charlier ein großartiger Geschichtenerzähler ist. Er lässt sich Zeit, seinen Plot abzurollen. Erzähltempo, Seitenarchitektur und Inhalt entsprechen den Jugendgeschichten der damaligen Zeit.
Die Gesamtausgabe von „Die Biber-Patrouille“ bietet deshalb vor allem einen interessanten Einblick in die Entwicklung franko-belgischer Comics und in das Oeuvre von Charlier. Daneben darf nicht vergessen werden, dass die „Biber-Patrouille“ als „Sechs auf großer Fahrt“ eine der ersten franko-belgischen Comicserien war, die es sogar in Deutschland zu einer regelmäßigen Veröffentlichung schafften.
Was aus meiner Sicht den opulenten Band auszeichnet, ist der äußerst umfangreiche redaktionelle Teil. Wie auch schon bei den vorherigen Bänden dieser Gesamtausgabe beleuchtet der französische Schriftsteller, Journalist und Kolumnist Gilles Ratier die Zeit der Entstehung der Serie. Dabei geht er auf den 32 (!!!!) Seiten auf die Verlagspolitik ein, beleuchtet das nicht immer einfache Verhältnis zwischen Charlier und Mitacq genauer und präsentiert eine große Anzahl an Cover- und Seitenentwürfen, sowie weiteren Illustrationen. 
Als besonderes Bonbon schließt der Band mit der Wiedergabe eines 44-seitige Comic mit dem Titel „Zorn-Patrouille“ vom Januar 1960 ab. Diese von Mitacq gezeichnete Geschichte, nach einem Szenario von Yvan Delporte sollte von den Spirou-Lesern aus dem Heft getrennt werden und selber als Heft zusammengestellt werden. In der Gesamtausgabe wird der Comic als Faksimile abgedruckt, wobei jeweils immer zwei Doppelseiten auf einer Druckseite der Gesamtausgabe wiedergegeben werden.
Alleine schon für diese zusätzlichen Seite lohnt es sich die Gesamtausgabe anzuschaffen, selbst wenn im Regal noch die alten „Blauen Panther“-Hefte aus dem Bastei Verlag liegen. Dazu kommt noch die gute Aufmachung: stabiles Hardcover auf hochwertigem Papier mit gelblichweißem Farbton, dessen fein holzhaltige Papier für eine angenehme Haptik und Steifigkeit sorgt.



Fazit:
Der dritte Band der Gesamtausgabe der „Biber-Patrouille“ bietet wieder interessantes redaktionelles Material, jede Menge Jugenderinnerungen und eine gelungene Aufmachung. Ein wahrer franko-belgischer Klassiker. Dazu empfehle ich etwas klanglich leichtes, am Besten klassisch, wie etwas Mozarts "Kleine Nachtmusik".



Die Biber-Patrouille – Gesamtausgabe 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Biber-Patrouille – Gesamtausgabe 3

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Salleck Publications

Preis:
€ 29,90

ISBN 13:
978-3-89908-684-3

256 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Redaktionelle Seiten
  • Druck und Aufmachung
  • Beitrag zur Comicgeschichte
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 23.08.2019
Kategorie: Alben
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