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Comic-Besprechung - Reddition 70

Geschichten:
Reddition 70: Dossier Pierre Christin
Autor: Andreas C. Knigge, Volker Hamann, Roland Mietz, Georg Seeßlen, Michael Hein, Falk Straub, Bernd Frenz, Zeichner / Colorist: diverse


Story:
In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift wird der französische Szenarist Pierre Christin vorgestellt. Angesichts seiner aktuellen Autobiographie "Ost-West", der Verfilmung von "Valerian und Veronique" und das er in Angouleme 2019 für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden ist, wird es Zeit für ein Portrait eines vielseitigen Autoren der zusammen mit einigen Zeichnern nicht nur jeweils ein Dream-Team bildete, sondern auch viele Klassiker schuf.


Meinung:
Die aktuelle Ausgabe der Reddition befasst sich ausnahmsweise mit einem Szenaristen und nicht mit einem Zeichner. Es ist, wie in dem Vorwort zugegeben wird, erst das vierte Mal das ein Autor näher vorgestellt wird. Das deckt sich damit, dass dieser herausragende Comicschreiber, die Rede ist von Pierre Christin, jetzt in Angouleme ausgezeichnet worden ist. Übrigens auch erst der vierte Autor der den wichtigsten französischen Comicpreis gewonnen hat. Eine Parallele die schon fast ironisch ist.

Aber es wird sehr schön darauf hingewiesen warum die Zeichner öfter im Fokus stehen als die Autoren. Denn es  sind ja deren Bilder welche einem offenkundig in das Auge springen und den künstlerischen Aspekt verdeutlichen. Dabei wird oft unterschätzt welche Bedeutung das Skript hat. So findet man zwar gerade im nicht-amerikanischen Comicmarkt auch viele Zeichner die selber ihre Geschichten schreiben. Doch gibt es hier oftmals Schwächen da sie zwar in Bildern denken, aber eine funktionierende Geschichte manchmal nicht vorhanden ist oder die Dramaturgie schwach ausfällt. Im Comic sind Text und Bild eine erzählerische Einheit und wenn sich der Schöpfer nur auf einen Aspekt konzentriert oder das Team nicht funktioniert, dann fällt diese Einheit auseinander und der Comic scheitert dann.

Doch warum wird nun ausgerechnet Pierre Christin portraitiert. Mal abgesehen davon, dass er ein aktueller Preisträger ist? Man könnte noch die jüngste Comicverfilmung von Valerian und Veronique nennen, damit man zwei aktuelle Anlässe hat. Aber Christin ist ein besonders gutes Beispiel wie man als Autor den Comic prägt aber auch selber von der gesellschaftlichen Veränderung beeinflusst wird und diese sich wieder in den Skripten niederschlagen. Das kommt in dieser Ausgabe gut zum Vorschein. Christin hat nicht nur einen großen Einfluss hinterlassen da er mit Valerian und Veronique eine der ersten europäischen Science-Fiction-Serien geschaffen hat, sondern auch in vielen anderen Bereichen, sowohl was Medien als auch Genres betrifft, aktiv war. Vieles davon ist in Deutschland gar nicht erschienen und so kann man sich hier durchaus auf eine kleine Entdeckungsfahrt begeben. So beeindruckt etwa die Bibliographie am Ende des Heftes mit ihrem Umfang und zeigt wie sehr man einen unterschätzen kann der nur ausgewählt in Übersetzungen hierzulande veröffentlicht wird.

Christin hat sich als Autor in den wechselhaften Zeitläuften und in einem sich ändernden Comicmarkt, Stichwort Niedergang der Comicmagazine, immer neu positioniert, sich engagiert und dieses in seinen Geschichten gespiegelt. Dabei schuf er die unterschiedlichsten Werke mit stilistisch komplett unterschiedlich ausgerichteten Zeichnern welche sich aber für den gewählten Inhalt besonders gut eigneten oder bei denen Christin erkannte, was er gut für sie schreiben könne was verschiedene Dream-teams ergab. Diese Zeichner werden hier in dem Heft auch noch vorgestellt. Das sind vor allem Jean-Claude Mézières, Enki Bilal, Annie Goetzinger aber auch Philipe Aymond.

Dabei wird hier auch deutlich wie trotz der politischen Inhalte manche Bände wie etwa Treibjagd oder Der Schlaf der Vernunft zu Klassikern werden konnten: sie griffen aktuelle politische und gesellschaftliche Tendenzen auf, waren aber nie belehrend und sind somit auch wieder Spiegel der Zeitgeschichte. Und sie unterhalten vortrefflich. So wurden etwa in Valerian immer auch gesellschaftskritische Aspekte behandelt und satirisch überhöht. In allem spiegelt sich wider, was hier herausgearbeitet wird, dass die Szenarien von einem Mann mit einem wachen, neugierigen Geist geschrieben wurden der nie auf der Stelle trat und sich wiederholte (wie etwa Charlier), sondern ein genauer Beobachter war und das auch in seinen Texten nutzte. Über die Person an sich erfährt man hier leider nur etwas nebenbei, so dass der Charakter nicht greifbar ist, aber angesichts der Vielfalt der Beiträge ist die Lektüre sehr spannend und es wird immer deutlich das ein Werk nicht in einem luftleeren Raum entsteht, sondern in einem Klima welches auch die Schöpfer betrifft. Auch hier liegt wieder eine sehr lohnenswerte Ausgabe der Reddition vor die zum Entdecken einlädt und in der sich tatsächlich jeder einzelne Beitrag lohnt und es keine negativen Ausfälle gibt. Zugreifen.


Fazit:
Eine äußerst gelungene Ausgabe die deutlich macht das auch Comics nicht in einem luftleeren Raum entstehen, sondern aktuelle Geschehnisse spiegeln. Auch wenn der Charakter von Christin nicht greifbar wird, so gibt es hier viele Aspekte zum Entdecken und es werden "seine" Zeichner vorgestellt.


Reddition 70 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Reddition 70

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Edition Alfons

Preis:
€ 10

ISBN 10:
3946266169

ISBN 13:
978-3946266167

76 Seiten

Positiv aufgefallen
  • einiges noch zu entdecken
  • Portraits der Zeichner und wie Zusammenarbeit
  • Schaffen im gesellschaftlichen Kontext
  • Vielfalt
Negativ aufgefallen
  • Charakter von Christin nicht greifbar
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Rezension vom: 20.09.2019
Kategorie: Reddition
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