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Comic-Besprechung - Gideon Falls 2: Erbsünden

Geschichten:
Gideon Falls 2: Erbsünden
Autor: Jeff Lemire, Zeichner: Andrea Sorrentino, Colorist: Dave Stewart


Story:
Der Außenseiter Norton gerät immer tiefer in den Sog seiner selbstauferlegten Mission. Nachdem seine Psychiaterin die schwarze Scheune gesehen hat, unterstützt sie Norton, bringt damit aber nicht nur ihre berufliche Laufbahn in Gefahr. In Gideon Falls versuchen der neue Priester Fred und der Sherriff mit den Erlebnissen klar zu kommen. Pater Fred kommt dabei einer alten Mordserie auf die Spur wohingegen Clara Indizien entdeckt was damals mit ihrem verschwundenen Bruder passiert sein könnte.


Meinung:

Jeff Lemire ist nicht nur innerhalb kurzer Zeit ein Superstar des amerikanischen Comics geworden. Er ist auch ein Phänomen. Nicht nur das ihm scheinbar alles gelingt, sondern das er sowohl seinen Wurzeln im Independentbereich treu bleibt wie auch massengängige Superheldenware schreiben kann, aber durchaus in der Lage ist, wenn es ihm vom Verlag gestattet wird, beide Richtungen zu vereinen. Dabei ist der Werdegang durchaus logisch, wenn man den Weg von der exzellenten dreibändigen Independentreihe Essex County zu dem Label Vertigo verfolgt in der etwa Sweet Tooth sein Erscheinen hatte. Von da zu den Superhelden war es nur ein kleiner Schritt. Vertigo gehört schließlich zu DC (macht aber ein deutlich anspruchsvolleres Programm) und viele Talente werden von dort in den Mainstream geholt. Man könnte die immer wieder auftauchende Rückkehr Lemires zu Indieprojekten wie Nobody oder Tiefseeschweisser als Ausbruchsversuche aus dem Mainstream werten, aber das trifft es nicht.

Gideon Falls ist ein schönes Beispiel für diese Gratwanderung. Dabei verwundert es nicht, dass die Originalhefte bei dem amerikanischen Verlag Image erfolgte. Image ist heutzutage das, was Vertigo in den 1980er und 1990ern war: anspruchsvolle Unterhaltung auf einem hohen Niveau bei der man sich auch was traut. Vertigo wird eingestellt, Image deswegen wohl weiter wachsen. Vordergründig ist Gideon Falls eine pure Horrorgeschichte. Ein Geistlicher wird in eine Kleinstadt auf dem amerikanischen Land versetzt, in der eine urbane Legende über eine Schwarze Scheune die Runde macht. Schon bald geschehen merkwürdige und entsetzliche Dinge. Hier ein bisschen Der Exorzist also? Typischer American Gothic? Ein bisschen Kinder des Zorns? Irgendwie schwingt das alles mit und die Atmosphäre hat einen schnell gepackt, aber dennoch findet man hier keine Zitate. Was auch an der Parallelhandlung des psychisch kranken Mannes und seiner Psychiaterin liegt.

Die typischen Wege, welche das Horrorgenre oft beschreitet, werden hier vermieden und im zweiten Band werden nun endlich einige Fragen beantwortet. Aber es ist schon sehr geschickt, dass die Antworten nur noch mehr Fragen aufwerfen und das Ganze noch unheimlicher macht. Es gibt gerade in der zweiten Hälfte nichts Konkretes. Lemire und sein Zeichner Sorrentino weisen die Leserschaft nicht explizit auf Lösungen oder Absichten hin, sondern geben der Phantasie noch Spielraum. So ahnt man bei der Lektüre eher was los ist, als das man es weiß. Was die Spannung erheblich steigern kann. Hinzu kommt die permanent bedrohliche Stimmung und das die Charaktere außerordentlich gut ausgearbeitet worden sind. Man fiebert mit ihnen mit und sie handeln meist sehr glaubwürdig und lassen sie dadurch real erscheinen.

Die innovative Panelführung von Sorrentino, bei der man öfters etwas Zeit braucht, um sie zu durchschauen und wie auf der Bildebene verschiedene Handlungsstränge, Orte und Zeitläufe verbunden werden, ist manchmal etwas anstrengend bricht aber das Raum-Zeit-Gefüge geschickt auf und unterstützt so kongenial die Story und wie das Grauen in die Realität einbricht und alles bekannte und vertraute verzerrt und bedroht. Eine starke Serie die auch im zweiten Band nicht nachlässt.



Fazit:
Ein starker Band. Die Atmosphäre ist durchgehend spannungsgeladen und die Antworten werfen nur noch mehr Fragen auf. Die innovativen Zeichnungen verweben verschiedene Ebenen und beunruhigen zusätzlich. Eine Horrorgeschichte abseits der ausgetretenen Pfade.

Gideon Falls 2: Erbsünden - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Gideon Falls 2: Erbsünden

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 22

ISBN 10:
3962192859

ISBN 13:
978-3962192853

136 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Atmosphäre
  • Antworten werfen Fragen auf
  • komplexe Charaktere
  • innovative Panelführung
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 06.12.2019
Kategorie: Alben
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