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Comic-Besprechung - Personal Paradise

Geschichten:
Bd. 1
Autor: Melanie Schober, Zeichner: Melanie Schober


Story:
Das Jahr 2066 sieht eine stark veränderte Welt. Kriege und Klimakatastrophen haben das soziale Gefüge verändert und machen vor allem in den Städten das Leben zu einem Vabanquespiel und die marodierenden Jugendbanden sind nur eine Auswirkung der zunehmenden Kluft zwischen Arm und Reich. Die Reichen schicken ihre Söhne, damit diese als Anführer die Kidgangs wenigstens etwas unter Kontrolle halten. Die, die zwar auch Außenseiter, aber nicht gewalttätig sind, haben es auch nicht leichter. Das gilt auch für Anna, die in der Schule von Bianca und ihren Freunden übelst gemobbt wird. Bis sie den Bogen überspannen und das Mädchen zwingen wollen, Abfall zu essen. Da greift Julian ein, dem es egal ist, dass Biancas Freund auch der Anführer einer Gang ist. Als ihn einer der Begleiter von Bianca angreift, kann er diese Attacke ohne Probleme abwehren und beißt zu aller Überraschung seinem Gegner in die Schulter und trinkt von dessen Blut. Dann verschwindet Julian. Doch Annas Interesse ist geweckt; sie möchte jetzt mehr über ihren Retter erfahren. Die nächste Begegnung mit Julian beginnt für Anna sehr überraschend.


Meinung:
Nach dem Chibi-Manga "Raccoon" veröffentlicht Melanie Schober mit "Personal Paradise" erstmals im normalen Taschenbuchformat und füllt knapp 180 Seiten - die ersten vier Seiten sind farbig gedruckt, dann geht es wie von Mangas gewohnt in schwarz und weiß weiter - mit einer interessanten SciFi-Story und Hauptcharakteren, die sich deutlich von den sonst üblichen Mangafiguren unterscheiden, in ihrer Darstellung wie auch in der Sprache. Der Tonfall ist ruppig, manchmal auch rotzig und passt gut zu dem Szenario. Die dunkle Grundstimmung wird von der Mangaka in der Verwendung vieler Schwarzflächen visualisiert, so sind viele Klamotten der Charas schwarz oder haben zumindest einen deutlichen Anteil an dieser Farbe. Die im Mittelpunkt der Geschichte stehende Anna in ihrem Outfit aus Punkgöre und Pippi Langstrumpf ist eine gute Figur, die anspricht und von der man gerne mehr lesen würde. Das gilt auch für Julian und seine besonderen Fähigkeiten.
Die Story selbst wirkt für die zur Verfügung stehenden Seiten fast etwas zu überladen mit Themen. So bleibt vieles zu sehr an der Oberfläche und wird nicht näher erklärt, z.B. die Verbindung zwischen Julian und Nicolas. Zwar werden alle angerissenen Storyarcs zum Ende hin aufgelöst; hier wäre es aber besser gewesen, von der Mangaka wie vom Verlag, der Geschichte mehr Raum, mindestens einen zweiten Band zu geben, um alle Themen in Ruhe entwickeln zu können. Aber so bleiben immerhin noch Twists, die in weiteren "Personal Paradise"-Geschichten, die, wie Melanie Schober anmerkt, sie gerne zeichnen und erzählen würde, vertieft werden können. So sind die Tattoos und ihre Bedeutung eine gute Idee, die dann näher beleuchtet werden sollte. Allerdings sind Menschen, die durch die Evolution besondere Kräfte erlangen, immer noch menschlich - die Bezeichnung "Nicht-menschliches Individuum" erscheint hier nicht passend gewählt.
Einige Dialoge wirken etwas plakativ - das Gespräch zwischen Anna und Julian um Boys Love und Ballerspiele lässt ein wenig den erhobenen Zeigefinger durchscheinen; hier bringt die Mangaka anscheinend zu viel ihrer eigenen Gedanken mit ein. Aber Melanie Schobers Darstellung von Dracula im Boys Love-Style hat was, ist ein echter Hingucker.
Das Charakterdesign wirkt deutlich realistischer als in vielen japanischen Mangas. Die Figuren wirken stimmiger mit ihren Proportionen, wohltuend kann man das Fehlen von zu dünnen Armen und Beinen feststellen. Die Gesichter sind eher vom westlichen Zeichenstil geprägt, lediglich die, allerdings nicht so großen, Augen erinnern eindeutig an die japanischen Vorbilder der Mangaka. So gesehen ist "Personal Paradise" dann auch eher ein europäischer Comic, aber mit deutlichen Anleihen im Mangastyle. Das zeigt sich auch darin, dass Melanie Schober viel mehr Backgrounds in die Panels zeichnet und der Leser so einen guten Eindruck dieser Welt im Jahr 2066 vermittelt bekommt - eingebunden so manches interessante Graffiti an Wänden wie z.B. der Schriftzug "Yonen Buzz" (Titel eines Mangas von Christina Plaka). Ist das jetzt der Beginn des Marketing-Crossovers bei deutschen Mangas? ;) Diese Mischung weiß durchaus zu gefallen; lediglich die SD-Szenen gelingen der Mangaka nicht so gut wie ihr normales Charadesign und halten sich auch in Grenzen. Das Paneling gewinnt nur bei dem Kampf von Julian gegen Nicolas an Dynamik, bleibt aber sonst ansprechend ruhig und lenkt so nicht von der Story ab. Das vorletzte Panel auf Seite 133 ist allerdings auf dem Kopf stehend wohl nicht richtig montiert.


Fazit:
Melanie Schober erzählt in "Personal Paradise" eine reizvolle SciFi-Geschichte mit vielen, fast zu vielen guten Storyarcs, die in diesem Oneshot nicht wirklich gebührend ausgelotet werden können aus Platzgründen. Ein zweiter Band, um alle angerissenen Aspekte eingehender darzustellen, wäre hier besser gewesen. Das Charadesign überzeugt durch Realismus, die Gesichter sind bis auf die großen, aber nicht zu großen Augen eher vom westlichen Comicstyle geprägt. Individuell entworfene Klamotten der Figuren, vielfältige Backgrounds und eine zu dem Szenario passen ruppige Sprache runden den guten Eindruck von "Personal Paradise" ab. Lediglich einige Dialoge wirken etwas plakativ.


Personal Paradise - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Personal Paradise

Autor der Besprechung:
Kuno Liesegang

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 6,00 (D) / 6,20 (A) / 10,90 sFr

ISBN 13:
978-3-551-78744-6

180 Seiten

Positiv aufgefallen
  • reizvolle SciFi-Story vor interessantem Szenario
  • realistisches Charadesign, viele Backgrounds
  • ruppige, zur Story passende Sprache
Negativ aufgefallen
  • zu viele Storyarcs...
  • ...die auf fast 180 Seiten nicht tiefer ausgelotet werden können
  • einige sehr plakative Dialoge
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1.5
(14 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 02.04.2008
Kategorie: Personal Paradise
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