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Comic-Besprechung - Saihoshi the Guardian 1

Geschichten:
Saihoshi the Guardian 1
Autor, Zeichner, Tusche: Studio Kosen

Story:
Seit 1998 schreiben und zeichnen die Spanierinnen Aurora García Tejado und Diana Fernández Dévora unter dem Namen Studio Kosen (www.stkosen.com) Mangas. Ihre Titel, die bei Yaoi Press in den USA und nun auch bei dem Amberger Verlag The Wild Side (www.thewildside.biz, www.lemonshop.de) publiziert wurden, sind "Stallion" und "Saihoshi the Guardian". Darüber hinaus findet man in englischer und spanischer Sprache bei verschiedenen anderen Verlagen die Bände "Daemonium" (Tokyopop, USA), "Reflections: The Artwork of Kosen" und "Yaoi Candy 1" (Yaoi Press), "Garou-Chan" (Kasen-Comics), die Doujinshi-Anthologie "Elipsis" (N. N.).
Während "Stallion" Boys Love mit dem Western-Genre kombiniert, was besonders deutlich zeigt, dass die europäischen und amerikanischen Manga-Künstler nach neuen bzw. den westlichen Lesern vertrauten Motiven suchen, sind die übrigen Titel der Phantastik zuzuordnen. "Saihoshi the Guardian" bietet abenteuerliche Fantasy, in die die Entwicklung einer Beziehung eingebettet ist:

Um den Frieden zwischen den Königreichen Sarash und Tyrsan zu sichern, soll Prinz Anel Prinzessin Indiras heiraten. Allerdings könnte eine größere bewaffnete Eskorte Misstrauen erregen und den Konflikt verschärfen. Daher soll Sastre, der Guardian des Nordens, den Prinz vor Rebellen und Räubern beschützen. Während sich Anel als einfacher Knappe ausgibt, nimmt der Diener Kaleth den Platz seines Herrn ein.
Kaleth ist zutiefst verletzt, dass er so wenig zählt und von Anel leichten Herzens geopfert wird. Darum hat er auch keinerlei Hemmungen zu fliehen, als die kleine Gruppe tatsächlich von Söldnern angegriffen wird. Allerdings fällt er ihnen genauso wie Anel in die Hände, und da niemand weiß, wer der richtige Prinz ist, werden beide in ein geheimes Versteck gebracht, um später den Rebellen übergeben zu werden. Dort erfährt Anel auch, wer ihm nach dem Leben trachtet und warum.
Sastre wird bei den Kämpfen verletzt, erhält aber unerwartet Hilfe von Yinn, dem Guardian des Ostens, den er zunächst für seinen Feind hält. Gemeinsam dringen sie in das Lager der Söldner ein, doch hat ihr Anführer Riot längst erkannt, wie wichtig Kaleth für den Mann ist, den er seit Jahren hasst…


Meinung:
"Saihoshi the Guardian" ist waschechte Fantasy mit einer spannenden Handlung, die mit mehreren Schauplätzen und vielen interessanten Charakteren aufwartet, welche durch Geschehnisse in der Vergangenheit und in der Gegenwart miteinander verbunden sind. Am Schluss werden alle Handlungsstränge zusammengeführt und die noch offenen Fragen beantwortet. Auch die Lösung der Konflikte weiß zu befriedigen.
Bewusst haben die Künstlerinnen darauf verzichtet, die Boys Love-Elemente in den Mittelpunkt zu stellen. Zwar gibt es immer wieder kleine Szenen, allerdings sind diese unaufdringlich in das Gesamtbild eingeflochten. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Protagonisten selber, die alle eine Vorgeschichte, Zweifel, Ängste und Wünsche haben, sich durch die Ereignisse weiter entwickeln und neue Wege beschreiten, oft dank der Hilfe guter Freunde, die Ähnliches durchlitten haben.
Neben der Spannung spielt auch der Humor eine wichtige Rolle. Eigentlich sollte Anel unsympathisch wirken, da er an Kaleths Schicksal kaum einen Gedanken verschwendet. Da er jedoch als verwöhnter, gedankenloser Schönling eingeführt wird, hinter dessen Achtlosigkeit kein böser Wille steckt, kann man ihm sein Verhalten nicht übel nehmen. Letztlich muss auch er einiges einstecken, und wie er Riots Folter übersteht, entlockt doch ein breites Grinsen. Yinn, der sorgfältig aufgebaut wird, damit er nicht zu sehr wie Deus ex Machina erscheint, sorgt ebenfalls für einige Späße.
Die wohl dosierte Romantik und die krönende Erotik sind, wie man schon früh ahnen kann, Sastre und Kaleth vorbehalten, die erst einige Missverständnisse bereinigen und aufeinander zu wachsen müssen. Ihrem Glück stehen allerdings Riot und die strengen Regeln der Guardians, die feste Beziehungen verbieten, im Wege. Somit muss Sastre für zwei Probleme einen Ausweg finden. Während sich das eine noch relativ leicht klären lässt, ist im anderen Fall seine Loyalität das eigentliche Hindernis und sorgt für einen inneren Konflikt.

Diese gelungene Mischung aus Fantasy, Abenteuer, Humor und Erotik wird dadurch noch aufgewertet, dass überzeugende Charaktere nachvollziehbare Probleme lösen müssen. Bei diesen handelt es sich sowohl um greifbare Schwierigkeiten, die mit Verstand und Schwert angegangen werden, wie auch um die innere Zerrissenheit, die man nur hinter sich lassen kann, wenn man umdenkt und falsche Prinzipien opfert.
Hinzu kommen die klaren und wirklich schönen Illustrationen - Studio Kosen hat seinen eigenen, unverkennbaren Stil - und eine abwechslungsreiche Gestaltung der einzelnen Seiten. Die erotischen Szenen sind nicht zu explizit, doch wer genau hinschaut, findet zwei Panels, bei denen der ‚Weichzeichner' sparsamer eingesetzt und keine Sprechblase o. ä. an der falschen Stelle platziert wurde.
Von daher kann man "Saihoshi the Guardian" bereits ab 16 Jahren empfehlen. Der Band spricht vor allem Leserinnen an, die apart gezeichnete Fantasy mögen und den Boys Love-Elementen nicht abgeneigt sind. Das Buch erscheint in gewohnter Qualität: Paperback, gutes Papier, sauberer Druck, zwei Farbseiten und etwas Bonus-Material.
Durch "Stallion" und "Saihoshi the Guardian" hat Studio Kosen zweifellos auch in Deutschland viele Fans finden können, so dass man hoffen darf, dass The Wild Side auch die Lizenzen für die anderen Titel der Künstlerinnen erwerben kann.


Fazit:
Die westlichen Künstler brauchen sich nicht hinter ihren großen Vorbildern aus Japan und Korea zu verstecken. Studio Kosen beweist einmal mehr, dass man spannende, erotische und apart gezeichnete Mangas weltweit finden kann - und die Themen der Europäer und Amerikaner oft spritziger und weniger verbraucht wirken. Gerade bei den kleinen Labels wie The Wild Side kann man so manches Juwel entdecken, darunter den Titel "Saihoshi the Guardian", den man allen Genre-Fans ans Herz legen möchte.


Saihoshi the Guardian 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Saihoshi the Guardian 1

Autor der Besprechung:
Irene Salzmann

Verlag:
The Wild Side

Preis:
€ 10,90

ISBN 13:
978-3-93934848-07-3

168 Seiten

Positiv aufgefallen
  • spannende, vielschichtige Story
  • aparte Zeichnungen
  • glaubwürdige Charaktere
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 10.04.2008
Kategorie: One Shots
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