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Comic-Besprechung - Treasure 1

Geschichten:
Treasure Bd. 1
Autor, Zeichner, Tusche: Studio Kawaii

Story:
Patrick Byrne und Alan Falconer haben ein Geheimnis, das ihnen beinahe zum Verhängnis wird: Als Alans Familie erfährt, dass der Sohn nicht, wie vorgesehen, Priester werden will und außerdem mit einem Mann zusammen ist, sperren sie ihn in ein Kloster. Alan gelingt die Flucht, und da er für immer mit Patrick zusammen sein will, geht er ebenfalls zur britischen Marine und wird Fähnrich.
Das Pech bleibt den beiden jedoch treu, denn das Schiff, auf dem sie dienen, wird von Piraten überfallen. Die Mannschaft kämpft tapfer, doch eine Kugel trifft Alan - und diese stammt nicht von einem der Angreifer! In seiner Trauer schwört Patrick allen Piraten Rache und findet schließlich Trost in den Armen von Ian Campbell, der schon lange ein Auge auf ihn geworfen hat.
Unterdessen kommt Alan wieder zu sich und stellt erstaunt fest, dass sich jemand um seine Wunde gekümmert hat. Es ist ausgerechnet der Piratenkapitän Christian Bergadoux, der ihn unter die Fittiche nimmt, weil er den Verrat beobachtet hat. Schon bald erkennt Alan, dass es auch unter den Piraten so was wie Ehre gibt, und er beginnt, seinen Kapitän zu bewundern. Obwohl er in dessen Bett landet, kann er Patrick jedoch nicht vergessen.
Schließlich kreuzen sich die Wege von Alan und Patrick erneut. Der eine ist Pirat, der andere Kapitän der Marine. Sind sie nun Feinde?


Meinung:
Studio Kawaii (www.stkawaii.com, http://studiokawaii.deviantart.com/): Das sind die spanischen Zwillingsschwestern Ana und Meru, von denen bislang zwei Mangas, "Treasure 1 + 2", bei Yaoi Press in den USA erschienen sind. Seit kurzem liegt der erste Band auch in Deutschland vor, publiziert von The Wild Side, dem kleinen Amberger Label, das sich ganz dem Genre Boys Love verschrieben hat (www.thewildside.biz, www.lemonshop.de).

Schon seit einigen Jahren sind Mangas keine rein japanische (oder koreanische) Angelegenheit mehr. Die Zeichner der amerikanischen Comics holten sich bereits in den späten 1970er Jahren stilistische Anleihen aus Fernost (Wendy und Richard Pini: "Elfquest"), ab den 1990er Jahren findet man die Elemente auch in den Superhelden-Comics ("Youngblood, Series II", "Nightwing" etc.), und jene Künstler-Generation, die mit diesen Comics und den Mangas groß wurde, ging sogar noch einen Schritt weiter, indem sie gängige und beliebte Themen aus dem japanischen Alltag einfließen ließ.
Mittlerweile lösen sich die Künstler jedoch schon wieder von ihren großen Vorbildern und gehen eigene Wege. Ein neuer Stil und neue Inhalte sind die Folge: Die meisten Zeichner verschmelzen, was sie als brauchbar erachten, ob die Elemente nun aus dem Manga, von den Francobelgiern oder den klassischen Superhelden entlehnt sind. Auch die Geschichten, die sie erzählen, greifen andere und vertraute Themen auf und kombinieren verschiedene Genres.

"Treasure 1" ist ein europäischer Manga, der sich noch sehr an den zeichnerischen Traditionen der Japaner orientiert, aber dankenswerterweise auf superdeformierte Abbildungen nahezu verzichtet. Die Story wurde eindeutig von dem Disney-Film "Fluch der Karibik" inspiriert, und Kapitän Bergadoux weist große Ähnlichkeit zu Jack Sparrow/Johnny Depp auf.
Wie schon der Kinofilm romantisiert auch der Manga das Piratenleben und ferner die Beziehung zwischen zwei Männern. Auf die Probleme wie das Töten Unschuldiger, die gesellschaftliche Isolierung, das karge und gefährliche Leben an Bord der Schiffe wird nur am Rande eingegangen, schließlich soll das Buch unterhalten und nicht aufklären. In Konsequenz gibt es auch keine Geschichtsstunde, wenngleich anzunehmen ist, dass die Handlung im 16. Jahrhundert angesiedelt ist, als Spanien und Portugal die Meere beherrschten und England und die Niederlande bestrebt waren, ebenfalls zu Kolonialmächten zu werden.
Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen zwei junge und attraktive Männer, die durch den Verrat eines dritten getrennt werden und sich später erneut finden. Allerdings hat sich die Situation verändert, und es ist fraglich, ob sie weiterhin Freunde und Liebende sein können. Weitere tragische Ereignisse beschleunigen die Entscheidung. Das Ende stimmt zufrieden, wenn auch nicht ganz - und man muss auf die Fortsetzung warten, will man wissen, wie es weiter geht, denn nicht alle Fragen wurden beantwortet.
Erfahrene Leser ahnen früh, worauf die Handlung hinaus laufen wird. Dennoch macht die Geschichte Spaß, denn sie ist flüssig und routiniert erzählt und weist eine gute Mischung aus Spannung, Tragik, Erotik und Humor auf. Die Story und die Entwicklung der Charaktere stehen im Vordergrund, und die erotischen Szenen liefern die Würze. Da die Abbildungen nicht zu explizit sind und vieles der Phantasie der Leserin überlassen bleibt, kann man den Band bereits ab 16 Jahren empfehlen und jenen, die das Genre Boys Love gerade erst für sich entdeckt haben.


Fazit:
Alles in allem ist "Treasure 1" ein gelungener Boys Love-Manga, der vor allem durch die abenteuerliche Geschichte gefällt, in die die Beziehungen der sympathischen Charaktere eingebettet sind. Davon angesprochen werden vor allem Leserinnen, die es nicht zu explizit mögen und sich für die Werke westlicher Künstler interessieren.
Auch die Gestaltung des Bandes überzeugt: sauberer Druck auf gutem Papier und eine Farbseite. Ein kleines Manko ist, dass der obere Seitenrand wenige Millimeter der Bilder abschneidet, aber das passiert auch bei den Büchern der ‚großen' Verlage immer wieder. Was man sich zudem als kleines Extra gewünscht hätte, wären Informationen über Studio Kawaii. Vielleicht das nächste Mal?


Treasure 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Treasure 1

Autor der Besprechung:
Irene Salzmann

Verlag:
The Wild Side

Preis:
€ 10,90

ISBN 13:
978-3-939484-08-0

130 Seiten

Positiv aufgefallen
  • spannende, interessant erzählte Story
  • sympathische Charaktere
  • ansprechende Illustrationen
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 10.04.2008
Kategorie: One Shots
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