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Comic-Besprechung - Sandman 7: Kurze Leben

Geschichten:
US-The Sandman #41 - 49
Autor: Neil Gaiman , Zeichner: Jill Thompson, Vince Locke



Story:
Morpheus (Dream) begibt sich auf den Wunsch seiner Schwester Delirium hin, zusammen mit Ihr auf die Suche nach seinem Bruder Destruction, der sich vor einigen hundert Jahren aus seinem Reich entfernt hat ...

Die Reise bringt sie in die Wachwelt, wo sie allerlei Freunde und Unbekannte treffen.

Meinung:
The Sandman - schon alleine der Titel dieser Serie lässt den Leser wissen, dass der Inhalt der Ausgabe von höchster Comic- und vorallem Erzählkunst sein wird, denn nicht umsonst wurde die Serie mit einer Vielzahl von Auszeichnungen überhäuft. Und wie es Neil Gaimans Art ist, ruht er sich nicht auf den Preisen aus, sondern erschafft mit jedem neuen Heft wieder ein Werk, das den Leser überrascht, zum Nachdenken bringt, zwischen Freude und Trauer hin und her reißt und zu guter Letzt ihn ein weiteres Stück in Morpheus Traumwelt hineinzieht.

Doch der Reihe nach. Sandman 7 kann, wie es auf dem Backcover vermerkt ist, einzeln oder auch in Reihenfolge des Erscheinens gelesen werden. Neueinsteiger werden also mit dem Verständnis keinerlei Probleme haben, zumal es im Band immer wieder aufklärende Rückblicke gibt.

Des Weiteren ist Sandman 7 ein Band, der vielmehr den Titel Roman als Comic verdient hat, denn die Seiten strotzen nur so vor Text und Dialoge, wobei es wiederum auch Panels gibt, die vollkommen ohne Sprechblasen auskommen und den Leser in Dreams typischer Art alleine lassen mit der Zeichenkunst von Jill Thompson. Die Dialoge sind anspruchsvoll und trotz der langen Ausführungen niemals langweilig. Besonders die wirren Verlautbarungen von Dreams kleiner Schwester Delirium lockern den Inhalt auf und und bringen eine erheiternde Note zwischen Dreams melancholischen Äußerungen ein.

Doch es gibt auch Momente im Heft, die den Leser starke Konzentration abverlangen und nicht mal so eben zwischendurch bewältigt werden können. Da ist zum Beispiel der Monolog von Destruction am Ende des Bandes der sich knapp 14 Seiten hinzieht. Dieser zeigt Neil Gaiman von seiner besten Seite: tiefgründig, umfassend und ausführlich. Oberflächlichkeit ist wahrlich keine Kunst, die Neil Gaiman zu beherrschen vermag. Doch auch diese Seiten sind an keiner Stelle langweilig, denn die Geschichten der Ewigen sind so fantastisch und einzigartig, dass ein OH und AH dem Leser zwangsläufig beim Konsum dieses Bandes entfleucht.

Doch was wäre die Erzählkunst von Neil Gaiman ohne die einzigartigen Zeichenkünste von Jill Thompson. Sie schafft es mit einfachen Mitteln, ohne viel Detailreichtum die komplexe und schwierige Geschichte in ansprechende Bilder zu verpacken. Dabei stellt sie besonders Dreams trauriges und nach Innen gekehrtes Wesen, sowie das kindliche Verhalten von Delirium perfekt dar, ohne das Ganze an irgendeiner Stelle unglaubwürdig oder sogar menschlich erscheinen zu lassen. Thompson und der Tuscher Vince Locke haben hier ein Kunstwerk geschaffen, das ständig zwischen Farbarmut und -reichtum schwankt. Daran auszusetzen gibt es wahrlich nichts.

Lobpreisungen darf auch Panini Comics für die fantastische grafische Gestaltung des Comicbandes einheimsen. Der Abdruck einer ausführlichen Einleitung gepaart mit einer Kurzbiografie von Neil Gaiman sind schon einmal ein guter Ansatzpunkt. Doch darüber hinaus enthält dieser Band ein Inhaltsverzeichnis für jedes Kapitel, das jede vorhersehbare Struktur der Schriftsetzung ad absurdum stellt, genauso wie es die Sandman-Comics inhaltlich wiederspiegeln. Doch dem nicht genug. Panini druckt noch Liedtexte von Tori Amos und ein Gedicht von Henry Treece ab, um das Gesamtbild abzurunden und um den Leser ein komplettes Sandman-Werk in die Hände zu geben, das vom Konzept her vom Anfang bis zum Ende auf seine eigene Art und Weise stimmig ist.  


Fazit:
"Kurze Leben" ist Comickunst, wie sie nur Neil Gaiman erschaffen kann. Fantastischer tiefgründiger Inhalt mit gehobenen Anspruch, eine zeichnerische Leistung die perfekt auf den Kontext abgestimmt ist und eine Aufmachung, die aufwendiger und passender nicht sein könnte. Bravo. Ein Paradebeispiel der 9. Kunst

Sandman 7: Kurze Leben - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sandman 7: Kurze Leben

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 24,95

ISBN 10:
3866077823

ISBN 13:
978-3866077829

260 Seiten

Positiv aufgefallen
  • fantastischer Inhalt mit allerlei Unglaublichen
  • auf den Inhalt abgestimmter Zeichenstil, ebenso kurios und sonderbar
  • liebevolle aufwendige Gestaltung
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 16.09.2009
Kategorie: Sandman
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