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Comic-Besprechung - The Boys 4: Schmutzige Geheimnisse

Geschichten:
Autor: Garth Ennis; Zeichner: Darick Robertson, John Higgins, Colorist: Tony Avina


Story:
Der Konflikt zwischen den Boys von Billy Butcher und Vought American spitzt sich allmählich zu. Und auch die "Seven" drängen darauf, die Boys in die Schranken zu weisen. Doch der Konflikt bricht noch nicht aus, denn ein Mitglied des Superheldenteams G-Men begeht öffentlich Selbstmord. Neugierig geworden, warum die Heldin Silver Kincaid diesen drastischen Weg beschritten hat, beschließt man einen Undercoveragenten in das G-Men Juniorteam einzuschleusen. Die Wahl fällt ausgerechnet auf Hughie. Es ist insofern für ihn ein schlechter Zeitpunkt, da er und seine Freundin allmählich ahnen, dass sie auf entgegengesetzten Seiten stehen. So möchte Hughie nicht einfach das Team, in das er eingeschleust worden ist, bekämpfen, sondern mehr auf den "richtigen Weg" bringen. Das bringt ihn nicht nur in Interessenkonflikte, sondern auch in Opposition zu Butcher. Hughie möchte aber den Auftrag nicht beenden und bringt sich so in große Gefahr. Denn nicht nur hier lauern Gegner, sondern im Hintergrund stehen noch die mächtigen G-Men mit ihren Ablegerteams G-Force, G-Coast, G-Style, G-Wiz, G-Brits und die G-Nomads. Wenn die Boys nicht schnell das fürchterliche Geheimnis um das G-Men Team aufdecken, müssen sie gegen eine ganze Armee von Superhelden antreten.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Oh nein, Garth Ennis mag die Superhelden wirklich nicht. Das ist spätestens jedem klar geworden, der die ersten Ausgaben seiner Punisher Serie gelesen hat. Was Ennis da den Helden Daredevil, Spider-Man und vor allem Wolverine angetan hat, tat sicher nicht nur den Helden weh, sondern auch deren Fans. Alleine was Thor in "Vikings" (Marvel Max) für Prügel einstecken musste, kann echte Thorfans auf die Palme bringen. Eigentlich ist es kein Wunder, dass Ennis mit seinem Stoff für The Boys nicht bei Marvel oder DC unterkam. Die Grenzen zur Nestbeschmutzung sind stark überschritten. Nicht nur kritisiert und persifliert Ennis die Vermarktungsmaschinerie, sondern stellt die Superhelden auch fast ausnahmlos als ziemlich kranke und perverse Psychopathen dar.

Das ist in dem vierten Band der Boys nicht anders. Diesmal nimmt sich Ennis die X-Men vor, mit allen ihren Franchiseablegern. Hardcorefans der X-Men sollten eine gehörige Portion Selbstironie mitbringen, bevor sie den Band zu Hand nehmen. Die gewohnten Gewaltausbrüche lassen zwar zum größten Teil bis zum Finale auf sich warten, aber wie Ennis den Mythos X-Men anhand der G-Men dekonstruiert ist heftig:

Achtung Spoiler!

Der Anführer der G-Men Godolkin läßt nämlich Kinder entführen und sie im zarten Alter mit der Superheldendroge V infizieren. So hat er ständig Nachwuchs für seine Teams und auch die Macht über das Franchise. Wenn die Droge nicht anschlägt, sprich das Kind nicht zum Superhelden wird, wird es umgebracht. Und der Rest wird durch sexuellen Mißbrauch gefügig gemacht. Heftiger könnte auch die extremste Gewalt einen Superheldenmythos nicht zerstören.

Die Gewalt ist etwas zurückgenommen, um im Finale dafür umso drastischer auszubrechen. Dementsprechend ist der Band etwas wortlastig geworden. Da Garth Ennis aber im Grunde der Quentin Tarantino der Comics ist und hervorragende Dialoge schreiben kann, würde das nicht weiter stören. Wenn nicht im Vergleich zu anderen Ennis Titeln der Dialog diesmal etwas schwach und damit enttäuschend wäre.

Die Zeichnungen sind solide, bieten gerade im Detail viel zu entdecken und unterstützt die Story voll und ganz. Aber richtig herausragendes konnte ich nicht entdecken. Nur in den Details blitzen manche richtig kreative zeichnerische Ideen auf.

Wie gewohnt geht es hier bei Garth Ennis politisch ziemlich inkorrekt zu, was aber gerade bei dem "weichgespültem" Superheldengenre erfrischend ist. Wer sich an sexistischen, rassistischen, infantilen Witzen nicht übermäßig stört, extreme Gewalt nicht abstoßend findet und schwarzen Humor in Hülle und Fülle mitbringt (und Superhelden nicht ausstehen kann) sollte auf jeden Fall zugreifen. Ennis-Fans wissen, was sie an dem Mann haben und lassen den Band eh nicht aus.



Fazit:
Nicht ganz so gut wie die Vorgängerbände, aber dennoch ein typischer Comic von Garth Ennis, der diesmal die X-Men demystifiziert.Nach diesem Comic liest man die X-Men mit anderen Augen.


The Boys 4: Schmutzige Geheimnisse - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Boys 4: Schmutzige Geheimnisse

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,95

ISBN 10:
7564919957

ISBN 13:
4197564919957

196 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Garth Ennis
  • Politisch inkorrekt
  • Spannung
  • Dekonstruktion der X-Men
Negativ aufgefallen
  • Etwas geschwätzig
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1.83
(6 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 31.01.2010
Kategorie: The Boys
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