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Comic-Besprechung - Secret Warriors 1: Nick Fury, Agent ohne Auftrag

Geschichten:
Nick Fury, Agent ohne Auftrag US-Secret Warriors 1 - 6 Nick Fury: Agent of Nothing (April 2009 - September 2009)
Autor: Brian Michael Bendis & Jonathan Hickman , Zeichner: Stefano Caselli , Colorist: Daniele Rudoni, Cover: Jim Cheung

Story:
Während der Secret Invasion galt jeder Superheld als potentieller Skrull-Spion. Deshalb rekrutierte Nick Fury ein Untergrundteam aus unbekannten und somit vertrauenswürdigen Superhelden. Die "Secret Warriors" hatten ihren Anteil bei der Abwehr der Alien Invasion. Danach tauchten Sie wieder ab. Nachdem sich die Wogen der Invasion geglättet haben und der damit einhergehende neue status quo des Marvel Universums sich etabliert hat, deckt Fury ein Komplott der Terrororganisation Hydra auf, welches ihn veranlasst, seine Secret Warriors aus der Versenkung zu holen und in die Schlacht zu schicken. Doch sind die jungen Helden bereit, sich gegen die Übermacht von Hydra zu stellen und welche Rolle spielt die neue, unter Norman Osborn geführte, Organisation H.A.M.M.E.R. ?

Meinung:
Bendis "Secret Warriors" ist mehr Thriller als Superheldengeschichte. Die Fähigkeiten der Teammitglieder treten in den Hintergrund und machen Platz für typische Spionageelemente. Die einzelnen Parteien haben Doppelagenten, legen falsche Fährten und versuchen der Gegenseite stets einen Schritt voraus zu sein. Schritt für Schritt offenbart sich dem Leser die ganze Tragweite der Verschwörung. Überraschende Wendungen in der Handlung werden geschickt eingesetzt und sorgen für eine durchweg spannende Atmosphäre. Nick Fury, wirkt wie ein alter verwitterter Haudegen, den nichts aus der Ruhe bringt. Außerdem scheint er die Schritte seiner Gegner stets vorauszuahnen und ein Gegenzug ist bereits vorbereitet. Hierbei lässt der altgediente Agent seinen Teammitglieder stets nur so viele Informationen zukommen wie unbedingt nötig. Der Leser wird hierbei genauso "dumm" gehalten wie die Mitglieder der Secret Warriors. Man kann die Frustration des Teams durchaus nachvollziehen. Dadurch entstehen leicht Sympathien zum gesamten Team. Einer der Höhepunkte in Furys Ränkespiel ist ein Besuch im weißen Haus, bei dem seine Glaubwürdigkeit geprüft wird.

Die Geschichte trieft vor Pathos. Außerdem erscheint die Loyalität von Furys ehemaligen Untergebenen leicht überzogen. Das neue "Howling Commando" erinnert stark an Filme wie "Das dreckige Dutzend" oder "Die Wildgänse kommen". Trotz einer zahlenmäßigen Unterlegenheit entscheiden sich die Söldner gemeinsam mit Fury eine gut bewachte Militärbasis anzugreifen. Sämtliche Skrupel werden mit der Bemerkung: "Wenn es einfach wäre, würde es keinen Spaß machen!" beiseite geschoben. Diese überzogene Darstellung von willenloser Ergebenheit stört nicht und gehört zu dieser Art von Geschichte, wie das Amen in die Kirche.

Bendis schafft es dennoch, den Leser zu fesseln und mit Furys wilder Horde wird mitgefiebert. Unterstützung bekommt er dabei durch das beeindruckende Artwork von Stefano Caselli. Der Künstler passt seine Zeichnungen dem Erzähltempo genau an. Dialogsequenzen werden durch mehrpanelige Seiten vorangetrieben während Kampfsequenzen oft auf detailreichen Splashpages stattfinden. Durch einen einfachen, aber genialen Trick verschafft Caselli seinen Bildern, insbesondere den Kämpfen, eine ungewohnte Tiefe. Das Hauptgeschehen findet nicht zwangsläufig im Vordergrund statt. Häufig befinden sich dort Nebencharaktere, die unscharf dargestellt werden. Im Gegensatz dazu befinden sich die Hauptakteure auf einer mittleren Bildebene. Die Figuren werden mit festen Konturen dargestellt. Dadurch fokussiert der Betrachter automatisch diesen Schauplatz und es entsteht eine räumliche Wahrnehmung. Diese Technik, die bereits bei älteren Konsolenspielen wie "Sonic The Hedgehog" zum Einsatz kam, funktioniert im Medium Comic erstaunlich gut.

Ebenso positiv wie die Leistung von Caselli fällt die Colorierung von Daniele Rudoni auf. Durch einen sanften Farbverlauf strahlen beispielsweise Computermonitore ein schwaches durchaus real wirkendes Leuchten aus. Dieses Verfahren wird auch bei den Effekten der Superhelden eingesetzt. Dies hat zur Folge, dass es bei einigen Kampfszenen an allen Ecken und Enden blitzt und funkelt. Die Farbgebung passt optimal zu den verschiedenen Szenen. Mal wirken die Charaktere blass und unscheinbar, in bedrohlichen Situationen leuchtet die Umgebung in einem diffusen Licht. Durch einen geschickten Einsatz von Lichtquellen vermeiden es die Künstler, in der Szene mit dem Präsidenten zu sehr ins Detail zu gehen. Dadurch verhindern Sie eine unrealistische Darstellung, suggerieren aber durch verschiedene Details, welcher Präsident es sein soll.

Secret Warriors hat ein hohes Potential und bietet genug kreativen Freiraum um die unverbrauchten Charaktere geschickt in Szene zu setzten. Bendis tritt bei der Charakterentwicklung nicht zu sehr aufs Gaspedal und legt mehr Wert auf eine ausgefeilte Geschichte. Das gelingt ihm hervorragend und der Cliffhanger am Ende macht das Warten auf den nächsten Band zu einer regelrechten Qual.

Ein Superheld definiert sich zum Teil auch immer durch seine Gegner. Auch hier beweist Bendis ein geschicktes Händchen. Die ausgewählte Hydra Führungsriege verfolgt zum Teil ebenso undurchsichtige Ziele wie Nick Fury selbst. Dennoch wirken die Schurken zu keiner Zeit übermächtig. Das hat zur Folge das auch die Helden glaubwürdig auftreten.


Fazit:
Nick Fury und seine geheimen Krieger bringen frischen Wind ins Marvel Universum. Hierbei wüten sie nicht wie ein Orkan sondern wehen unbeschwert wie eine leichte Frühlingsbrise. Der Comic kann in allen Bereichen punkten und es bleibt zu hoffen, dass Bendis das hohe Spannungsniveau halten kann und in seinen eigenen Verschwörungen nicht selbst den Überblick verliert. Die Helden bleiben trotz Ecken und Kanten sympathisch und bieten für eine breite Leserschaft Identifikationspotential. Die Summe der Einzelteile sorgt dafür, dass Secret Warriors gut unterhält und eindeutig Lust auf mehr macht.


Secret Warriors 1: Nick Fury, Agent ohne Auftrag - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Secret Warriors 1: Nick Fury, Agent ohne Auftrag

Autor der Besprechung:
Marcus Koppers

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16.95

148 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Agententhriller der einen mitreisst
  • unverbrauchte Helden
  • Gutes Artwork
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(2 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 08.04.2010
Kategorie: Secret Warriors
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