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Comic-Besprechung - Predators - Die offizielle Vorgeschichte zum Film

Geschichten:
Willkommen im Dschungel
Autor: Marc Andreyko Zeichner: Guilherme Balbi Inker: Jose Verissimo Farben: Gary Henderson

Natürliche Auslese
Autor: David Lapham Zeichner: Gabriel Guzman Inker: Mariano Taibo Farben: Michael Atiyeh



Story:
Plötzlich und unvermittelt wird dem Navy Seal Drake schwarz vor Augen. Dass dies während einer Mission in Afghanistan passiert, ist nicht nur ärgerlich sonder äußerst gefährlich. Doch als er wieder zu sich kommt, steht er, gemeinsam mit seiner Einheit, einer weitaus größeren Bedrohung gegenüber. In einem unbekannten Dschungel werden die Soldaten einer nach dem anderen von einer unsichtbaren Bedrohung getötet. Kann Drake in dieser fremden Welt bestehen?

Der Söldner Royce soll afrikanische Rebellen ausschalten. Doch der "Mann ohne Gewissen" sieht sich nicht nur einer unerwarteten Übermacht gegenüber. Auch seine Überzeugung wird auf eine harte Probe gestellt und er beginnt seine eigenen Prinzipien in Frage zu stellen.

Meinung:

Das Problem eines Prequel Comics, also einer Vorgeschichte, ist häufig, dass der Leser schon weiß, welches Schicksal auf die Akteure wartet und er deshalb kaum mitfiebert. Denn meistens entsteht ein Prequel nachdem ein Film zu einem Erfolg geworden ist und man sich durch eine schnell erzählte Vorgeschichte zusätzliches Geld erhofft. Predators umgeht das Problem auf sehr geschickte Weise. Marc Andreyko erzählt die Geschichte, eines Soldaten, der von Außerirdischen entführt wird. Bei seinem Versuch zu überleben, trifft er auf einen weiteren menschlichen Bewohner des Planeten. Dieser Überlebende wird dann im Predators Film eine Rolle spielen. Somit erfährt der Leser einiges über die Hintergründe des Einsiedlers und kann die Figur tiefer ergründen als es im Kino der Fall ist. Trotzdem kann der Leser mit der eigentlichen Hauptfigur mitfühlen, da nicht klar ist, ob er das Abenteuer überhaupt überleben wird.
Die zweite Geschichte wählt hier einen anderen Ansatz. Hier erfährt der Leser mehr über die Vergangenheit des Söldners Royce (im Film dargestellt von Adrien Brody). David Lapham schickt seinen "Helden" zwar auch in den Dschungel, doch dieser befindet sich keineswegs auf einem fremden Planeten, sondern in Afrika. Hier bekommt er es mit militanten Rebellen zu tun. Die namensgebenden Predators tauchen in dieser Geschichte nur am Rande auf.

Verlagsseitig gibt es sogar eine Altersempfehlung: 16+. Das ist mit Sicherheit nicht zu hoch gegriffen denn der Comic geizt nicht mit Blut. Egal, ob rot oder grün, hier wird jede Menge Lebenssaft und Gekröse verspritzt. Insbesondere in der zweiten Geschichte fallen die Rebellen wie die Fliegen. Die Hauptfigur reflektiert zwar sein Handeln, dennoch bleibt ein moralisch fragwürdiges Konzept zurück. Royce ist ein richtiger Anti-Held und wirkt gar nicht sympathisch. Daher verfolgt der Leser sein Handeln auch eher distanziert. Die Motivation der Predatoren spielt in beiden Geschichten keine Rolle. Zum einen bekommt man sie eher selten zu sehen und wenn dann sprechen sie ihre eigene Sprache. Überzeugend dargestellt durch außerirdische Schriftzeichen, die den Fans unter anderem aus den Videospielen bekannt vorkommen werden. Dadurch bleiben die außerirdischen Jäger geheimnisvoll und verlieren nichts von ihrem Schrecken.

Optisch bietet das Prequel zu Predators solide Kost. Die Protagonisten überzeugen durch eine glaubhafte Mimik. Insbesondere Gabriel Guzman trifft Adrien Brody sehr genau. Die Action und Kampfsequenzen wirken durchweg dynamisch. Selbst die Szenen, in denen die Soldaten einem unsichtbaren Predator zum Opfer fallen, wirken realistisch. Der Leser gewinnt den Eindruck, dass hier tatsächlich ein unsichtbarer Gegner mit voller Härte zuschlägt. Auch die Atmosphäre des Dschungels wurde überzeugend auf das Papier gebracht. Nur beim Einsatz von Schatten sind die Künstler zu großzügig gewesen. Besonders in der ersten Geschichte, fallen die Schatten z.B. unter der Muskelbergen der Hauptfiguren negativ ins Auge.

Die Farben wirken stimmig und reflektieren die schwüle und heiße Umgebung. Es kommen hauptsächlich grüne Farben und Erdtöne zum Einsatz. Die Aufteilung der Seiten passt zum actionlastigen Inhalt und die vielen kleinen Bilder sorgen für einen schnellen Lesefluss. Insbesondere in den Kampfszenen wird der Leser gut durch die Handlung geführt.

Redaktionell wird der Band durch ausführliche Informationen zu allen Predators Filmen und den Videospielen ergänzt. Darüber hinaus findet man noch einige Fotos aus dem aktuellen Predators Kinofilm und eine Covergalerie der US-Hefte.



Fazit:
Der Comic macht Lust auf den Kinofilm und die beiden Geschichten enden jeweils in recht spannenden Cliffhangern. Dennoch kann man die Geschichten auch genießen, wenn man den Film noch nicht gesehen hat. Leider stellen die Autoren das skrupellose Verhalten ihrer Akteure  nicht in Frage. Insbesondere die zweite Geschichte hätte hier etwas sensiblere Töne anschlagen müssen. Die Autoren orientieren sich hier stark am Action Kino der 80er Jahre. Das wirkt heute kaum noch zeitgemäß. Ebenso fragwürdig ist die Darstellung der Folter von Gefangenen. Erschreckend ist vor allem, dass dieses Verhalten von niemanden in Frage gestellt wird. Trotzdem ist das Prequel zu Predators kein schlechter Comic. Fans dieses Franchise bekommen genau das, was sie erwarten und alle anderen bekommen einen actionreichen Einstieg in die Welt der Predatoren.

Predators - Die offizielle Vorgeschichte zum Film - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Predators - Die offizielle Vorgeschichte zum Film

Autor der Besprechung:
Marcus Koppers

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 14.80

ISBN 13:
978-3-941248-96-0

104 Seiten

Positiv aufgefallen
  • gute Lösung des Prequel Problems
  • actionreich
Negativ aufgefallen
  • Folter von Gefangenen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
Bewertung
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Rezension vom: 19.09.2010
Kategorie: Predators
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