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Comic-Besprechung - The Boys 6: Gesucht - Tot oder Lebendig

Geschichten:
Autor: Garth Ennis, Zeichner: Darick Robertson, Carlos Ezquerra, John McCrea, Keith Burns, Inker: Hector Ezquerra, Keith Burns,John McCrea, Farben: Tony Avina


Story:

Die Comicvermarktungsfirma Vought America möchte die Boys nach deren letzten Einmischungen endlich in die Schranken weisen. Nachdem aber ein Nachwuchsteam versagt, schickt die Firma nun das Team Payback. Und diese sind immerhin nach den Seven das zweitmächtigste Team. Angeführt von dem Nazi Stormfront wird Das Weibchen bei einem Kampf schwer verwundet. The Boys nehmen nun erst recht den Kampf auf. Doch nicht nur Payback bereitet dem Team Sorgen, sondern auch Hughie. Denn er bekommt immer mehr Zweifel an dem was sie tun. Und ob sie den richtigen Weg eingeschlagen haben. Infolgedessen erzählen ihm Mothers Milk und Frenchie ihre Lebensgeschichte, um Hughie zu überzeugen, im Team zu bleiben. Vor allem die Geschichte über Das Weibchen bringt ihn zum Nachdenken.



Meinung:

Der arme Thor. Garth Ennis hat anscheinend gegenüber dem nordischen Donnergott einen richtig tief sitzenden Groll. Das Ennis die Superhelden ja nun wirklich nicht mag, ist für keinen mehr was Neues, der schon einmal einen Blick in The Boys geworfen hat. Doch auch in der Punisher-Serie kamen die bestrumpften Helden nun wahrlich nicht geschont davon. In Vikings hatte Ennis in der Marvel Max Serie Thor gegen zombifizierte Wikinger eingesetzt und dort schon einmal sehr übel mitgespielt. Fans dürfte das nicht gefreut haben. Und die seien jetzt gewarnt!

Der obersuperheldische Schurke in diesem Band ist Stormfront. Und der ist eine verkappte Version von Thor. Und das Böse ist: er ist Nazi. Damit wird Thor in den Arierwahn des Zweiten Weltkrieges zurückgezogen (ähnlich wie in The Life Eaters). Und Thor, Entschuldigung: Stormfront, wird in The Boys 6 nicht müde, Bezugnahmen auf den Krieg zu nehmen. The Boys nehmen dann auch die alte Alliertenkonstellation, um Stormfront zu besiegen. Das Team Payback, zu dem Stormfront gehört, ist eine leicht zu durchschauende Version der Rächer. Und die kriegen es knüppeldick. Die Captain America Fassung brüllt während des Kampfes stumpf die Namen der amerikanischen Bundesstaaten und plädiert ansonsten dauernd für den Rückzug. Wasp macht eigentlich nur eines: Bzzzz. Die Version der Scharlachhexe läuft Amok und ist psychopathisch. Mind Droid soll wohl Vision darstellen, kriegt aber rein gar nichts hin. Doch nicht nur in der Parodie bekommt es das Team ab, sondern im Gegensatz zu den letzten beiden Bänden holt Ennis auch wieder den Hammer hervor. Es spritzt das Blut und die Körperteile fliegen. Kurz: es geht gewaltmäßiger wieder heftiger zur Sache. Und manche Superhelden fahren zur Hölle.

Die kleine Szene mit dem Imagewandel einer Superheldin, quasi eine geplante Secret Origin-Story, entlarvt Superheldencomics als Jungsfantasie, die zunehmend durch Merchandising und Pornographisierung geprägt werden. Dieser Teil kommt etwas zu kurz im Band, regt aber durchaus zum Nachdenken und Diskutieren ein. Und es gehört Chuzpe dazu, einen Held wie Green Lantern in zwei Panels abzukanzeln. Und das ohne ihn einmal zu zeigen, sondern nur im Dialog.

In Heft 35 bis 38 der Originalserie, die in diesem Band mit den Heften 31 bis 34 versammelt sind, erfährt man auch endlich was über das Team The Boys. Und hier zeigt sich wieder einmal die Meisterhaftigkeit von Garth Ennis. Es gibt wohl kaum einen Autor, der es schafft Humor, Gewalt und Sensibilität so zu einem stimmungsvollen Ganzen zu verbinden. Die Entstehungsgeschichten sind dafür ein Paradebeispiel. Sie strotzen vor absurden Situationen (wie das französische Ritterturnier mit Baguettes) und blutiger Gewalt. Aber sie sind trotzdem sehr anrührend und bewegend. Gerade diese Hefte sind durch Darick Robertson kongenial umgesetzt, weil es ihm gelingt, das Mienenspiel der Protagonisten durch leichte Strichänderungen zu variieren. So vermeidet er sämtliche Übertreibungen und nimmt das Tempo an den richtigen Stellen etwas raus, um den Raum für Privates zu schaffen. Der Unterschied zu Carlos Ezquerra, der den ersten actionreichen Teil übernahm, wird hier sehr deutlich. Hier derjenige, der es vermag auch sensible Szenen zu zeichnen und dort der Mann fürs Grobe, der auch dazu neigt Gesichter an der Grenze zum Übertriebenen zu zeichnen.

Witzig sind die vielen Anspielungen im letzten Teil, der die schockierende Story vom Weibchen erzählt. Der Humor nimmt etwas von der Schärfe des Inhalts. An wen erinnert wohl das Mädchen, wenn es in einen Kessel mit Zaubertrank fällt und der Forscher dann auch noch Dr. Uderzo heißt? Die Jagd eines SWAT-Teams nach dem Mädchen in der Kanalisation ist dann auch eine Neufassung von dem Film Aliens.

Eine Held und eine Superheldin, die beginnen, an ihrem Tun zu zweifeln, ein immer stärker unter Druck stehendes allmächtiges Superheldenteam ... man kann gespannt sein, wie es weitergeht. Der große Kampf bleibt wohl nicht mehr allzulange aus. Aber so lange Garth Ennis nicht die Superhelden ausgehen, so lange kann man sich an der gnadenlosen Abrechung der Boys erfreuen.



Fazit:

Blutig, sensibel, bizarr. Ennis ist ein Meister, wenn es darum geht,  Humor, Gewalt und zwischenmenschliche Sensibilität miteinander zu paaren. Abgedreht, irrwitzig, voller (pop-) kultureller Anspielungen, werden hier einige der wichtigsten Superhelden nach Walhalla geschickt. Grandios.



The Boys 6: Gesucht - Tot oder Lebendig - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Boys 6: Gesucht - Tot oder Lebendig

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,95

ISBN 13:
4197564919957

196 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Humor
  • groteske Situationen
  • sensibel erzählte Schicksale
  • diskussionswürdige Ansätze
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1.5
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 06.11.2010
Kategorie: The Boys
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