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Comic-Besprechung - Sternenstaub 1

Geschichten:

Sternenstaub 1

Autoren/Zeichner: Rebecca Jeltsch



Story:

Die junge Miyu will sich den Vorstellungen ihrer reichen Eltern nicht fügen und am liebsten Raumschiffingenieurin werden und das Universum erkunden. Zu der unvermeidlichen Prüfungsangst gesellen sich dann mit einem Schlag ganz andere Probleme dazu. Der Weltraumflüchtling Ace, einer der wenigen Überlebenden des Volkes der Terraner, platzt plötzlich in Miyus Leben und stellt nicht nur ihr bisher behütetes Leben auf den Kopf, sondern auch ihre gesamte Gefühlswelt. Zusammen fliehen sie vor Aces Verfolgern und müssen dabei die Dienste der attraktiven Jester in Anspruch nehmen, die ihnen als einziges einen Raumgleiter zur Verfügung stellen kann. Doch neben monetären Interessen wirft sie auch ein Auge auf den attraktiven Ace. Spielt jetzt Miyu für ihn etwa nur noch die zweite Geige?



Meinung:

Und wieder ein Erstling von Knaur, der zunächst seinen Weg über das Internet bei Comicstars gefunden hat. Manchmal klingt es so an, als würden für die nächste Zeit erstmal keine Fortsetzungen angedacht sein, so auch bei Sternenstaub. Man mag manche Schlussworte oder Hinweise im Netz deuten wie man will, jedenfalls wäre bei Sternenstaub eine Fortsetzung mehr als angeraten.

Hinter Sternenstaub steckt die Mangaka Rebecca Jeltsch, die beim Manga Das Ich mitgewirkt hat und im August 2011 Mein untotes Herz bei Carlsen veröffentlichen wird, der auf der Welle der letzten Vampir-Veröffentlichungen mitschwimmt. Daneben ist sie Dozentin/Trainerin bei der Comicacademy, Lehrämtlerin sowie freischaffende Illustratorin und schon wäre man wieder bei dem Thema Fortsetzung von Sternenstaub, welche wohl noch einige Zeit brauchen wird ... wenn überhaupt. Aber bevor sich hier im Kreis gedreht wird, zurück zu dem Shojo-SF Manga, bei dem die Altersgrenze bis 18 Jahre nicht wirklich ausgereizt wird und die Zielgruppe doch um einiges jünger ist.

Hauptsächlich geht es dann auch um die Emotionen. Das Finden der Liebe einerseits und die Entdeckung der eigenen Individualität und die Erprobung der persönlichen Wünsche andererseits. Im Fokus und Dreh- und Angelpunkt der ganzen Gefühlswelt ist die junge Miyu, die im goldenen Käfig des elterlichen Zuhauses gar nicht glücklich ist und deren Herz plötzlich für den verfolgten Ace zu schlagen beginnt, der in ihr „Terrarium“ einbricht. Natürlich folgt dem ein ganzer Rattenschwanz an Schwierigkeiten, der bei Sternenstaub leider größtenteils unproblematisch daherkommt, als Spiegel der emotionalen Probleme von Jugendlichen jedoch ein großes Spektrum zumindest oberflächlich abdeckt.

Während bei den Zeichnungen, die zu Anfang bei Einzelheiten oder dem Exterieur etwas unsauber sind, eine stete Entwicklung nachvollzogen werden kann, verharrt die eher naiv-simpel gehaltene Geschichte erstaunlich hartnäckig an einem Punkt. Dass die Gefühle dabei einen großen Raum einnehmen ist allein vom Genre her schon gewünscht, doch sollte darunter die Handlung nicht allzu sehr leiden und nicht allzu sehr an den Rand gedrängt werden. Man kennt das aus eigener Erfahrung, wenn man innerhalb weniger Augenblicke zwischen himmelhoch jauchzend und abgrundtief deprimiert schwankt. Emotionen sind nun mal nicht berechenbar und gehen ihre eigenen Wege, aber sie dürfen nun mal nicht den Handlungsfaden einer Geschichte dominieren. Das echte Gefühlsleben kann widersprüchlich, konfus und erheblich retardierend sein und einem ähnlichen Aufbau scheint auch Sternenstaub zu folgen. Es tauchen plötzlich Figuren auf (aus heiterem Himmel taucht dieses Knuffelwesen Ki auf), verschwinden auf einmal gänzlich (was ist eigentlich aus dem Gehilfen von Jester geworden?), ändern Knall auf Fall ihre Einstellungen, es werden Dinge thematisiert, die vom Geschehen losgelöst scheinen oder manche Triebfedern verlaufen sich im Nichts (sollte Jiro nicht irgendetwas im Schilde führen?). Was fehlt ist der KONTEXT zur Story, die Verknüpfung mit einem stringenten Plot. So jedenfalls liegt die Handlung mehr wie ein spinnwebfeiner Stoff auf dem ganzen Treiben, ohne die Geschehnisse groß zu berühren. Nun gut, manche werden jetzt einwenden, der Rezensent selbst gehört nicht gerade zur Zielgruppe und kann das alles ja gar nicht verstehen. Aber auch er muss seinen Gefühlen und Eindrücken mal Luft machen.

So sehr man dann doch mit den Protagonisten, allen voran Miyu, mitfiebern möchte, da man ja ihre Sorgen, Ängste und Nöte so hautnah miterlebt, so wenig schafft es Sternenstaub den Leser in eine neue Welt zu entführen. Bei ihrer Darstellung beschränkt sich die Mangaka vorwiegend auf die Figuren, die manchmal recht losgelöst und einsam im Raum stehen. Mal werden zwar futuristische Details im Hintergrund angedeutet. Vielfach bleibt die Fläche hinter den Beteiligten allerdings auch leer oder erschöpft sich in einer Stadtsilhouette oder Blumen- und Sternmotiven. Man ist immer zu nah dran an den Personen, um viel von dieser Science-Fiction-Welt nahe gebracht zu bekommen. Die auftauchenden Elemente stehen viel zu vereinzelt. Was auffällt ist, dass zu Beginn, als die Zeichnungen noch etwas skizziert oder hastig wirkten, viel mehr solcher Außenansichten probiert wurden, während zum Schluss zwar die Figuren sicherer sind, aber der Mut für das Drumherum anscheinend verloren gegangen ist.

Spannung sucht man leider auch vergebens. Zwischendrin fällt einem immer mal wieder ein, dass Miyu und Ace ja im Grunde Verfolgte sind, an ihrem Verhalten kann man es jedoch nicht ablesen. Sie werkeln da mit einer Seelenruhe an ihrem Raumgleiter und befreien nebenbei ganz spannungsarm einen Freund, der per Fußfessel zehn Jahre (!) Hausarrest bekommen hat, als hätten sie alle Zeit der Welt. Ein wenig verbissenere und charismatischere Bösewichte hätten ganz gut getan und hätten womöglich ganz neue emotionale Nöte hervorrufen können (...der ist aber fies und gemein, wenn ich ihn nicht so lieben würde, oder ähnliches). Denn die Irrungen und Wirrungen der Emotionen sind es, die den Manga vorwiegend vorantreiben, sich zum Ende hin aber bereits wieder auflösen und mehr in ein klassischeres Weltraumabenteuer münden ... sollte es denn eine Fortsetzung geben.

Sternenstaub wird zwar unter dem Namen Rebecca Jeltsch vermarktet, doch scheinbar hatte sie auch ein paar helfende Hände zur Hand, wie der kleine Anhang deutlich macht. So wie es aussieht, war sie vorwiegend für die Bleistiftzeichnungen verantwortlich, die Tusche und teilweise Farbe hat jemand anderes beigesteuert (Evelyne Bösch, Désirée Kunstmann, Maria „azara“ Hecher und Moni „pogopuschelprinz“ ... man muss nicht alles verstehen). Doch schon eine ganze Menge für die 192 Seiten Shojo-Manga.



Fazit:

Eine etwas griffigere Handlung und ein wenig mehr Stringenz hätten Sternenstaub 1 zu einem lesenswerten „Debüt“ gemacht. So taucht man stattdessen tief in die Emotionen der Beteiligten ein, ohne dass aber am Ende viel haften bleibt. Den Manga lieber in einem Rutsch durchlesen, denn wenn er einmal liegt ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch liegen bleibt.



Sternenstaub 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sternenstaub 1

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Knaur Taschenbuch

Preis:
€ 6,99

ISBN 13:
978-3-426-53005-4

192 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen verbessern sich im Laufe der Geschichte immer weiter
  • Darstellung der (manchmal chaotischen) Gefühlswelt Jugendlicher
Negativ aufgefallen
  • Geschichte zu naiv-simpel gehalten
  • Handlung orientiert sich zu sehr an den Emotionen
  • Sci-Fi-Elemente zu sehr an Rand gedrängt
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Rezension vom: 24.01.2011
Kategorie: Mangas
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