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Comic-Besprechung - Vasco 23: Der weisse Tod

Geschichten:

Der weisse Tod (Originaltitel: „Vasco 23: La Mort Blanche“)

Autor: Gilles Chaillet
Zeichner: Frédéric Toublanc
Kolorierung: Isabelle Drouaillet



Story:

Zu Beginn von Der weisse  Tod sitzt Vasco Baglioni im Kerker im spanischen Toledo, mitten im mittelalterlichen Kastilien. Drei Truhen mit Gold sind verschwunden und er steht im Verdacht, etwas damit zu tun zu haben.

Bei einem Verhör gelingt Vasco die Flucht. Er kommt unter bei der schönen  Blondine Manuelita Escobar, die sich nicht nur als Nymphomanin entpuppt, sondern auch einen Ausweg aus den Stadtmauern weist.

Die Affäre mit den verschwundenen Truhen lässt ihm keine Ruhe und so begibt er sich auf eine Reise, um das Rätsel zu lösen.



Meinung:

Mit dem vorliegenden Band 23 der Serie Vasco setzt Finix Comics nicht nur eine weitere abgebrochene Serie fort, es wird auch der zweite und letzte Teil eines Zweiteilers verlegt, der mit Die schwarze Dame (Band 22) begann.

Die Veröffentlichungsgeschichte von Vasco ist lang. Diese historische Abenteuerserie ging bereits durch zwei Verlage. Comicplus+ verlegte die Serie als Erster und schaffte von 1987 bis 1989 fünf Alben im Softcover-Format. Dann nahm sich viele Jahre später 1997 Kult Editionen der Serie von Gilles Chaillet an und  setzte man die Serie fort bis Band 22, außerdem legte man die ersten fünf Bände neu als Hardcover auf. Ende 2007 war dann Schluss. Vasco ist eine Serie, die in Frankreich nicht abgeschlossen ist, d.h. ähnlich wie bei Excalibur, hat Finix hier eine laufende Serie im Programm, von der man einen neuen Band nachschiebt, sobald er im Original veröffentlicht wird. So ist Das verfluchte Dorf (Band 24) immerhin auf dem Backcover bereits angekündigt.

Gilles Chaillets Vasco steht in der Tradition von Jacques Martins Alix. Nicht nur, dass Chaillet ein Schüler Martins war, der beherrscht diese filigrane Ligne Claire perfekt bis ins letzte Detail. Schlägt man Band 23 auf, so erblickt man eine doppelseitige Schwarzweißzeichnung  einer mittelalterlichen mediterranen Stadt, die so detailreich ist, dass dem Freund dieses Zeichenstils augenblicklich das Herz aufgeht. Allerdings ist das Cover etwas eine Mogelpackung. Anders als beim französischen Original hat man bei Finix mit Absicht den Namen des Zeichners unterschlagen. Gezeichnet wurde Der weisse Tod nämlich nicht von Gilles Chaillet, sondern von  Frédéric Toublanc.

Toublanc hat die Serie als Zeichner mit Band 22 übernommen. Auch er beherrscht die Darstellung von mittelalterlichen Gebäuden, unberührten Landschaften oder authentischer Kleidung hervorragend. Das sorgt dafür, dass der Geist von Martin und Chaillet auf den Seiten dieses Comics allgegenwärtig ist, allerdings auch deren grafische Statik, die so manche Person etwas steif aussehen lässt.

Da es sich hier um die Fortsetzung eines Zweiteilers handelt, hätte dem Band eine kurze Zusammenfassung des bisherigen Inhalts gut getan. Die Story ist gute Abenteuerkost. Die Charaktere sind etwas arg schablonenhaft. Die Darstellung der sexgeilen Manuelita Escobar schlägt dabei dem Fass sogar den Boden aus. Die Blonde wird vorwiegend nackt dargestellt, hat nur Sex mit Vasco im Sinn und verkörpert ein Frauenbild, das dem weltoffenen Leser die Fußnägel kräuseln läßt. Selbst wenn man sich in Erinnerung ruft, dass die Geschichte im Mittelalter spielt, muss man während der Lektüre ein paar Mal die Stirne runzeln. Chaillets Versuch, mit der Präsenz der schönen Manuelita den Erotikfaktor nach oben zu treiben, wirkt etwas wie blinder Aktionismus. Dem Freund nackter, weiblicher Kurven dürfte es auf jeden Fall optisch munden, aber glaubwürdige Charaktere sehen natürlich anders aus.

Das Album ist extrem gut gemacht. Druck, Papier, Lektorat, hier stimmt alles. Das Gesamtpaket beeindruckt, selbst wenn man diesen Standard von Finix gewohnt ist. Alle, die Vasco Band 1-22 im Schrank haben, kommen an dem Band nicht vorbei. Alle anderen haben es sehr schwer, in die Story hineinzukommen. Aber man kann ja im Antiquariat mal in die ersten Bände reinschnuppern und sich dann entscheiden.



Fazit:

Klassischer Historiencomic von Gilles Chaillet mit Zeichnung von Frédéric Toublanc in feinster klarer Linie. Endlich wird der Zweiteiler, der mit Die schwarze Dame begann, auch in Deutschland abgeschlossen. Finix sei wieder mal gedankt!



Vasco 23: Der weisse Tod - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Vasco 23: Der weisse Tod

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Finix Comics

Preis:
€ 13.80

ISBN 10:
978-3-941236-41-7

ISBN 13:
978-3-941236-41-7

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • meisterhafte Verarbeitung
  • für Freunde von Jacques Martins und Gilles Chaillets Ligne Claire
Negativ aufgefallen
  • der Zeichner wird auf dem Titelbild unterschlagen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(4 Stimmen)
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Rezension vom: 05.06.2011
Kategorie: Vasco
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