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Comic-Besprechung - Warlord 1: Skartaris

Geschichten:
Skartaris (Originaltitel: „Showcase Presents: Warlord Volume One”)

Text: Mike Grell
Zeichnungen: Mike Grell

Enthält die US-Ausgaben: 1st Issue Special #8, WARLORD #1 - #10

Bonus-Material:
  • Cover Galerie
  • Artikel: „Auf der Jagd – Die Comic-Karriere des Mike Grell“ von Jochen Ecke


Story:
Lt. Colonel Travis Morgan von der U.S. Air Force befindet sich 80.000 Fuss über Russland. Es ist 1969, die Zeit des Kalten Krieges. Mit einem Spezialflugzeug und einer automatischen Kamera spioniert er die Russen aus und wird abgeschossen.

Sein Flieger schlingert dem Nordpol entgegen. Er kann sich mit dem Schleudersitz retten, doch statt im Yukon-Territorium landet er im … Dschungel.

Tatsächlich hat es ihn ins Innere der Erde verschlagen. Es gibt keinen Horizont. Die Sonne scheint dauerhaft. Man sieht üppige Regenwälder, so weit das Auge reicht. Das Land heißt Skartaris und was wie ein Paradies aussieht, entpuppt sich schnell als Hölle, denn der Kampf ums Überleben beginnt für Travis Morgan, als er sich gegen einen fleischfressenden Dinosaurier erwehren muss.

Er wird gerettet von einer schwertschwingenden Schönheit namens Tara. Diese bringt ihn zur fabelhaften Stadt Thera, wo unter anderem der Hohepriester Deimos sein Unwesen treibt. Seine militärischen Kenntnisse und eine rasante Entwicklung zum "Warlord" machen ihn zu einem modernen Helden für die Bewohner von Skartaris, die bislang nur unterdrückt und ausgebeutet wurden.

Meinung:

Im Rahmen seines edlen Reprint-Programms mit Schwarzweißcomics bringt Cross Cult eine sechsbändige Ausgabe der US-Heftserie The Warlord von Mike Grell. Die Abenteuer von Travis Morgan debütierten in Deutschland in den achtziger Jahren innerhalb der Rheihe Die grossen Phantastic Comics des Ehapa Verlages. Gleich das erste Album mit einem angriffslustigen Warlord auf dem Titel, der ein Schwert in der einen Hand und eine Pistole in der anderen hält, hinterließ Eindruck bei den jugendlichen Lesern von damals. Da fiel es nicht ins Gewicht, dass die Übersetzung mäßig war und viele Originalseiten einfach weggelassen wurden.

Warlord ist ein typisches Kind seiner Zeit, der 1970er Jahre. In den USA feierte Marvel mit der Fantasy-Serie Conan the Barbarian schon seit einigen Jahren große Erfolge. Haudrauf-Barbaren im Stile von Robert E. Howards Cimmerianer waren extrem en vogue. Das Sword & Sorcery-Genre hatte seine Blütezeit in der actionbetonten Fantasy-Literatur, und hatte viele Nachahmer zur Folge.

Auch DC wollte etwas zum Kuchen abhaben und probierte immer wieder ähnliche Konzepte aus. In der Reihe 1st Issue Special experimentierte man mit neuen Serien, die bei Erfolg eine eigene Reihe bekommen sollten. Vieles aus dieser 13teiligen Serie ist heute längst vergessen. Helden wie "The Green Team", "Lady Cop" oder "Dingbats of Danger Street" kannte bereits 1980 kein Mensch mehr. Bei Warlord, der in Heft Nr. 8 debütierte, war es anders. Hier variierte man das Konzept des barbarischen Einzelkämpfers etwas und gab ihm einen modernen Blickwinkel, in dem man den Helden aus der Jetztzeit in eine fantastische Welt katapultierte.

Die Serie hielt sich immerhin bis zur Nummer 133 und wurde 1988 eingestellt. Seit dem gab es immer mal wieder kurzer Revival-Versuche, die jedoch oft kläglich scheiterten. Das zeigt sehr schön, dass Warlord, obwohl zeitweise recht erfolgreich, von einem Konzept getragen wird, das in der heutigen Zeit nicht mehr funktioniert.

So wirken diese Abenteuer von Warlord auf zwei Ebenen. Liest man die ersten elf Geschichten, die in diesem Cross Cult-Band versammelt sind, als Leser, der die alten Ehapa-Softcover-Alben verschlungen hat, wird man von einem nostalgischen Gefühl getragen. Die Geschichten sind spannungsreich und voller Action, sie sind aber auch sehr vorhersehbar und recht einfach gestrickt. Mike Grells Weltbild zeigt, dass man sich selbst am besten vertraut und ansonsten die Dinge wie ein Mann regelt, notfalls mit Gewalt.

Liest man allerdings die Geschichten zum ersten Mal und kennt sich im Genre etwas aus, gerade was "Sword & Sorcery" betrifft, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier zu viele "déjà-vu"-Momente eintreten. Grell hat ziemlich viel Versatzstücke regelrecht in die Handlung verwurstet. Die Anleihen bei Robert E. Howard, Edgar Rice Burroughs, Jules Verne oder Clark Ashton Smith sind noch die offensichtlichsten. Dennoch: Die Melange liest sich unterhaltsam und durch ein rasantes Timing auch flott.

Die Zeichnungen von Grell sind in den ersten Stories noch etwas ungelenk. Manchmal stimmen die Proportionen einfach nicht und einiges wirkt wie von Gil Kane abgekupfert. Sein Markenzeichen wurde die Doppel-Splashpage auf der jeweils zweiten und dritten Seite einer Geschichte, die auch heute noch imposant wirkt. Die Comics sind hier in schwarzweiß abgedruckt. Man vermisst die gewohnte Farbe nicht wirklich.

Der Band Skartaris bietet einen guten Einstieg ins Warlord-Universum. Das Buch ist hervorragend editiert. Als Bonus gibt es alle Original-Cover in Farbe sowie eine brauchbare Übersicht über Mike Grells Werk.



Fazit:

Wer US-Comics aus dem "Bronze Age" mag und auf pulpige Unterhaltung à la Conan, Tarzan oder John Carter, Warlord of Mars steht, der ist hier goldrichtig. Warlord ist eine etwas trashige Heldengeschichte, die Fantasy mit einem achtziger Jahre Kniff verquickt. Die Aufmachung dieser Ausgabe ist mustergültig sehr gut.



Warlord 1: Skartaris - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Warlord 1: Skartaris

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 22,00

ISBN 13:
978-3-941248-87-8

196 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Warlord endlich ungekürzt
  • chronologische Veröffentlichung mit Extras
  • sehr schöne Aufmachung
  • für Fans von Bronze-Age-Comics
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 25.08.2011
Kategorie: Warlord
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