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Comic-Besprechung - X-Men Sonderband: Daken - Dark Wolverine

Geschichten:

Wolverine: Road to Hell 1; Daken: Dark Wolverine 1 - 6

Autor: Daniel Way, Marjorie Liu
Zeichner: Guiseppe Camuncoli mit Grazia Lobaccaro
Tuscher: Onofrio Catacchio, Will Conrad, Cam Smith, Sandu Florea, Guiseppe Camuncoli
Farben: Marte Garcia, John Rauch, Frank d Armata, Chris Sotomayor



Story:

Trotz der Gabe zur Manipulation hat Daken ein nicht einfaches Schicksal. Selbst wenn man mit dem Teufel selbst paktiert, kann es sein, dass dieser einem in den Rücken fällt. Dakens Weg und Plan führt ihn schließlich nach Madripoor, wo er sich gleichzeitig mit der Obrigkeit und den Verbrechersyndikaten anlegt. Für ihn spielt das keine Rolle, denn in seinen Augen darf es nur einen Gewinner geben: ihn selbst.

Und währenddessen nagt an ihm weiterhin unterschwellig die Konkurrenz mit seinem Vater Wolverine. Mehr als er zu sein, anders als er zu sein. Was ist das Gebot der Stunde? Wie lange kann Daken seine Wurzeln ignorieren und welche Auswirkungen hat es für den großen Plan den er verwirklichen möchte?



Meinung:
Der eisige Schock trifft zuerst die Füsse und lässt einen bereits erstarren. Viel zu schnell schießt die Kälte am Körper empor, erst über die Waden, dann die Oberschenkel. Als schließlich der Bauch erreicht ist, zieht es einem die Lunge zusammen, stockt der Atem. Der ganze Körper verkrampft sich. Kaum hat man dies realisiert, ist bereits der Kopf unter der schimmernden Oberfläche verschwunden und man selbst der einzig warme Fleck in einem dunklen Meer aus flüssigem Eis. Und droben hört man den Vater murmeln: Um Schwimmen zu lernen, muss man halt einfach mal ins kalte Wasser springen.

Ein solcher Sprung wird auch von jenen erwartet, die von Daken vielleicht höchstens mal am Rande gehört haben, aber jetzt den X-Men Sonderband im Comicladen ihres Vertrauens erwarben und von der Ausgabe 1 eine erste Vorstellung und Einführung des Charakters erwarten. Oh Mann, werden die eine Überraschung erleben. Als Sahnehäubchen obendrauf beginnt Daken – Dark Wolverine nicht einmal mit der neuen Solo-Serie um Logans Sohn, sondern mit einem kurzen Prolog aus Wolverine, der wiederum auf den kommenden Comic X-Men Sonderband : X-23 2 verweist. Als wäre dann nichts gewesen beginnt die eigentliche Geschichte (also endlich die Daken-Ausgaben) 50 Jahre in der Vergangenheit, bevor der Leser endlich in Mailand und vor allem in der Gegenwart landet. Hier trifft man auf einen schon ziemlich etablierten Daken, was nach etlichen Dark Wolverine-Ausgaben zwar kein Wunder, bei einer neuen Serie und ihrer ersten Ausgabe doch einem Kick-Start gleichkommt.

Nichtsdestotrotz kann man das alles schlucken und mit dem Charakter seine Freude haben. Hauptsächlich sogar mit dem Charakter, denn die Geschichte will in Band 1 noch nicht so richtig greifen. Denn wenn Daken nicht immer selbst betonen würde, dass er einen Plan für sein ganzes Tun hat, würde man einen roten Faden beinahe nicht vermuten. Diese Schwäche hatten aber bereits die Dark Wolverine-Hefte, in denen Daken selbst dann noch davon faselte alles sei nach Plan gelaufen, wenn eigentlich nichts so lief, wie er sich das vorstellte. Auch im X-Men Sonderband: Daken Dark Wolverine lässt der Charakter nicht davon ab, was nicht von ungefähr Assoziationen von Pinky und der Brain beim Lesen hervorruft. Ja weißt du, was wir morgen machen werden? Wir werden die Welt erobern.

Da fährt sich der Comic manchmal etwas fest und es ist dem Potential des Charakters zu verdanken, wenn man diese Stellen überliest und einfach erstmal so nimmt, wie sie da auf einen zukommen. Toller Plan hin oder her, mal schauen was als nächstes passiert. So funktioniert der Band dann auch ganz gut und bietet später mit Madripoor auch einmal ein etwas anderes Setting, was ebenfalls vielversprechend ist. Allein schon der Gedanke bietet genügend Exotik, um sich gänzlich alleine zu tragen. Irgendwie kehrt Daken durch seine Reise nach Asien auch wieder zu seinen Wurzeln zurück, zumindest näher an den kulturellen Kern heran, mit dem er aufgewachsen ist.

Denn trotz allem Gerede vom großen Plan ist Daken ein Charakter, der sich erst noch finden und seine Rolle in der Welt bestimmen muss. Voller Umbrüche und Widersprüche ist der ehemalige Dark Avengers angelegt, der jetzt beweisen muss, ob er seine Vergangenheit hinter sich lassen kann oder ob er zumindest auf ihr aufbaut und am Ende vielleicht seinen ganz eigenen Weg findet. Er hat eine Suche vor sich, bei der ihm seine Freunde – überraschenderweise Johnny Storm und die FV – nur wenig helfen können. Selbst hier bleibt er also der einsame Wolf, der dem Rudel flieht und lediglich sich selbst verpflichtet ist. Trotz aller Arroganz und Selbstgewissheit kann Daken diesen Part seines Wesens nicht verbergen, was zu spannenden Widersprüchen führt, die in Händen eines fähigen Autors Gold wert sind. Bisher heißt es jedoch erstmal zurücklehnen und abwarten.

Die Zeichnungen passen zu Daken. Unstete kräftige Linien, wenige Schraffuren aber stets ist ein Schatten parat, um sich auf die Seiten und in die Panels zu stehlen. Wolverine als Höllenscherge ist etwas dramatischer dargestellt, als in seiner eigenen Serie. Auf solche Abweichungen sollte man bei verknüpften Geschichten eigentlich achten. Wurde es leider nicht. Camuncoli macht insgesamt einen guten Job und auch Dakens neues Kostüm passt sehr gut und hat trotz seiner Parallelen zu Papas Fummel einen ausreichend eigenen Stil. So kann man sich den Mann mit dem Mohawk gefallen lassen.

Um richtig abzuheben müsste sich der Comic von seinen Familienmitgliedern verabschieden. Nicht nur seine Schwester (na gut, weiblicher Klon von Wolvie – aber Schwester passt halt besser) auch sein Vater spielen in Band 1 ordentlich mit, ohne allerdings allzu tragende Rollen zu haben. Trotzdem merkt man, dass die verschiedenen Serien des Logan-Clans noch sehr miteinander verzahnt sind. Da kündigt sich in der Erstausgabe aber schon etwas Eigenständigkeit an, was den Folgebänden sicherlich gut tun wird. Auch wenn natürlich Wolverine das Zugpferd der ganzen Spin-Offs ist, was dem Marvel-Verlag mehr als bewusst ist. Popularität siegt. Warum sonst sollte Logan gerade in – geschätzt – vier bis fünf Serien parallel mitspielen?

Wenn man wirklich den Überblick behalten will, lese man am Besten nicht nur die ganzen Dark Wolverine-Ausgaben (wo Daken noch einer von Osborns Avengers war), sondern auch das vor einiger Zeit erschienene Wolverine 16 (mit neuem Handlungsstrang dank Jason Aaron) sowie X-23. Danach sollte man aber wirklich up-to-date sein.


Fazit:
Man sollte mit Daken schon etwas vertraut sein, wenn man diese Erstausgabe verkonsumieren möchte. Wolverine 16 schadet als Lektüre ebenfalls nicht. Es wird wohl des zweiten Bandes bedürfen, bis der Dark Wolverine gänzlich auf eigenen Beinen steht. Dennoch lohnt sich das Durchkämpfen, bekommt man doch einen Charakter mit viel Potential geboten, der vielleicht manch ausgetretenen Pfad einfach links liegen lässt. Zum neugierigen Reinschnuppern sollte das genügen.



X-Men Sonderband: Daken - Dark Wolverine - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

X-Men Sonderband: Daken - Dark Wolverine

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

148 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Charakter mit Ecken und Kanten
  • vielversprechendes Setting
  • passende Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • Band 1 kaum für Einstieg geeignet
  • hängt noch zu sehr an den Schwester-Titeln
  • was soll immer dieser Plan?
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Rezension vom: 17.12.2011
Kategorie: Wolverine
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