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Comic-Besprechung - Sukkubus 2: Roxelane

Geschichten:

Sukkubus 2: Roxelane

Autor: Thomas Mosdi
Zeichner: Adriano de Vincentus
Tuscher: Marta Martinez

Story:

Die Töchter der Lilith sind ein Orden, der seit Anbeginn der Menschheit besteht und dessen Ziel es ist, die von Männern dominierte Welt in die Hände der Frauen zu legen. Zu diesem Zweck infiltrieren besonders hübsche Mädchen die patriarchalischen Strukturen, machen sich einflussreiche Männer durch Sex gefügig und manipulieren ihre Entscheidungen.

Auch Sultan Süleymann dem Prächtigen will der Orden eine Tochter der Lilith unterschieben. Ist es die Nubierin Setkem oder die Russin Alexandra, die beide entführt wurden und dem Harem des Sultans zugedacht sind? Während Setkem von Anfang an versucht, in die Betten der Männer zu gelangen, muss Alexandra erst gebrochen werden. Danach entwickelt sich eine Mischung aus Rivalität und Freundschaft zwischen den beiden jungen Frauen, die ein jähes Ende nimmt, als eine von ihnen bezichtigt wird, den Töchtern der Lilith  anzugehören und den Sultan ins Verderben stürzen zu wollen …



Meinung:

Der Titel Sukkubus ist nicht wörtlich zu nehmen, sondern im übertragenen Sinn zu verstehen, denn in der vorliegenden Serie geht es nicht um Lustdämonen und phantastische Phänomene. Vielmehr werden hier junge, verführerisch schöne Frauen, denen die Männer zu Füßen liegen, als Sukkuben bezeichnet. Statt Energie rauben sie ihren Sexpartnern mehr oder minder den freien Willen, so dass diese nach den Wünschen der sogenannten Töchter der Lilith handeln.

Das Thema ist alles andere als neu. Bereits in vielen anderen Geschichten und Filmen strebten die Frauen nach der Herrschaft und der gleichzeitigen Unterwerfung der Männer (Sumuru – Planet der Frauen, Raumpatrouille: Der Kampf um die Sonne, Die Mädchen aus dem Weltraum, Lothar Streblow: Planet der bunten Damen, Li Ju-Chen: Im Land der Frauen etc.). Für gewöhnlich stammen diese aus den Federn männlicher Schriftsteller, die durch abwertende Begriffe wie „Weiberherrschaft“ ihre Position deutlich machten. In der Regel folgen ihre Werke dem gleichen Schema, nach dem die Frauen die Welt durch Stagnation oder gar Reaktion an den Rand des Abgrunds getrieben haben und schließlich feststellen müssen, dass es ohne Männer gar nicht geht, die Welt nach deren Regeln besser funktioniert, und Gleichberechtigung der größte Unsinn aller Zeiten ist. Über diese chauvinistische und reaktionäre Einstellung braucht man gewiss nicht viele Worte zu verlieren …

Obwohl der Comic Sukkubus nicht auf die Folgen der „Weiberherrschaft“ eingeht, sondern sich damit befasst, zu welchen Mitteln die Töchter der Lilith greifen, um ihre Pläne zu realisieren, schwingt zwischen den Zeilen mit, wem die Sympathien des Autors gehören. Zwar darf man Mitleid mit den Frauen haben, die ihre Angehörigen verlieren, verschleppt, vergewaltigt und in einem Harem eingesperrt werden, aber letztlich sind sie nicht so harmlos und unschuldig, wie es den Anschein hat. Sie nutzen ihre Chancen skrupellos und machen ‚den armen Mann‘ zu ihrem Werkzeug.

Innerhalb dieses Rahmens wirkt die ‚Mutation‘ von Alexandra (der trauernden, rebellischen Überlebenden eines Gemetzels, die sich nach dem Tod sehnt) nach ‚der Zähmung‘ durch den Wesir zur willigen Liebessklavin des Sultans (die ihre Position verbessern will) sehr unglaubwürdig, da versäumt wurde, diesen Wendepunkt näher zu beleuchten, an dem sie aus unbekannten Gründen ihre Haltung ändert. Offenbar empfand der Autor dies als vernachlässigbar, denn zunächst wurde Alexandra als Gegenstück zu Sekmet, später als ihre Rivalin beschrieben, um mehr Spannung (durch Zickenkriege) in die Handlung zu bringen und dem Orden eine tragende Rolle zuzuweisen, ohne wirklich etwas über ihn zu verraten.

Sowohl der Plot als auch das orientalische Ambiente – Istanbul um 1520 – liefern den Hintergrund für minimalistische Gewänder aus Schmuck und Seidenstreifen, die die entsprechenden Stellen nicht verbergen, sondern betonen, und für viele erotische Momente. In Folge wird der Band in Folie eingeschweißt ausgeliefert und ist an ein Publikum ab 16 Jahre adressiert.

Die Illustrationen sind realistisch, aufwändig und auf die schönen Frauen fokussiert, die zu betrachten vor allem der männlichen Leserschaft viel Freude bereiten dürfte. Auch die Kolorierung ist stimmungsvoll und sehr gelungen.



Fazit:

Man mag zu dem Thema ‚Frauenherrschaft‘ stehen, wie man will. In Sukkubus wird der Konflikt lediglich angeschnitten und dient als Aufhänger für erotische und tödliche Entwicklungen. Der Autor versucht, nicht zu werten – was ihm aber nicht ganz gelingt - und einen Moment festzuhalten, der schildert, wie sich eine Tochter der Lilith ihr Opfer gefügig macht. Die Folgen davon spielen keine Rolle.
Roxelane, der zweite Band der Reihe, ist in sich abgeschlossen; es ist nicht notwendig, den ersten Band (Camilla spielt zur Zeit der Französischen Revolution und endet mit dem Aufstieg Napoleons) gelesen zu haben. Wie auch bei Die Legende der Drachenritter baut die Handlung der einzelnen Alben nicht aufeinander auf, und verschiedene Zeichner setzen die Texte um.

Einerseits bleiben dadurch einige Fragen offen, andererseits ist es möglich, mit jedem beliebigen Band zu der Serie zu stoßen und sich jene Alben auszusuchen, die einem am besten gefallen.



Sukkubus 2: Roxelane - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sukkubus 2: Roxelane

Autor der Besprechung:
Irene Salzmann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 13,80

ISBN 10:
978-3-86869-087-3

ISBN 13:
978-3-86869-087-3

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • sehr schöne, stimmungsvoll kolorierte Zeichnungen
  • spannend-tragische Story
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 19.12.2011
Kategorie: Sukkubus
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