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Comic-Besprechung - Vampirella 1

Geschichten:
US-Vampirella 1-7
Autor:
Eric Trautmann
Zeichner: Wagner Reis, Walter Geovani
Farben: Inlight Studios, Ivan Nunes

Story:
Vampirella bekommt Infos über einen Vampirclub mitten in Seattle. Als sie sich dort drin etwas umguckt, wird sie sofort von den anwesenden Untoten angegriffen, welche unter der Kontrolle der Vampirprinzessin Le Fanu stehen. Der ehemalige Schützling von Dracula versucht die Macht an sich zu reißen, um dem Dämon Yag-Ath Vermellus zu dienen. Doch weder Vlad, noch Vampirella gefällt dieser Plan.

Meinung:
Vampirella kehrt nach Deutschland zurück! Nachdem der alte Splitter Verlag und mg-Publishing die Serie Mitte - Ende der 90iger in einer eigenen Heftreihe und diversen Crossovern präsentierten, war es nach dem Zusammenbruch des Heftchenmarktes ziemlich still geworden um die Schönheit von Draculon.

Nun holt Panini Vampirella zurück auf den deutschen Comicmarkt. Die hier präsentierte Serie erscheint seit November 2010 bei Dynamite Entertainment in den Staaten. Vampirella nimmt den Part der Vampirjägerin ein, ganz im Sinne ihres verstorbenen Liebhabers van Helsing. Vollkommen skrupellos und mit mächtig viel Waffengewalt geht sie gegen ihre Gegner vor. Zudem bekommt sie ab dem ersten Kampf gegen Le Fanu noch einen Sidekick an die Seite gestellt, der sie im weiteren Verlauf der Serie begleiten wird.

Und genau hier fängt das Dilemma an. Vampirella mit menschlicher Partnerin, welche sie immer nur ganz cool "V" ruft und zudem im Kampf gegen den Dämon sogar zu Dracula frech wird. Das ist schon gewöhnungsbedürftig, angesichts der eigentlich immer ziemlich zeitlosen Vampirella. Autor Eric Trautmann führt damit quasi eine Erneuerung des Charakters durch, zwar mit Rücksicht auf ihren langen Werdegang, aber ohne Skrupel genau diesen weit hinter sich zu lassen. Umgesetzt auf die Handlung wird dieser Wechsel am Beispiel Drakulon erkennbar. Der Herkunftsort von Vampirella dient in der neuen Storyline lediglich als Traumbasis. Inwieweit Drakulon wirklich existiert, gibt Trautmann nicht bekannt. Stattdessen erweckt der Einbezug des Planeten mit Flüssen aus Blut den Eindruck, alte Fans anzulocken, ohne neue Leser mit der alten etwas komplizierten Origin zu verschrecken.

Folglich fehlt es der Storyline bislang an Glaubwürdigkeit. Nicht nur, dass eine jugendliche Begleiterin bei Vampirella eigentlich vollkommen fehl am Platz ist, so ist auch das Verhalten von Dracula unverständlich. Der oberste Blutsauger kämpft gegen die Vampirhorden und kann sich kaum wehren. Von jahrhundertelanger Kampferfahrung und mystischer Überlegenheit keine Spur. Aber auch die Hauptdarstellerin sieht hierbei etwas blass aus.

Folglich führt Trautmann die neue Serie in den typischen Superhelden-Ablauf "Erst schlagen, dann fragen!". Von Mystik, geheimnisvoller Herkunft und wirklich interessanten Gegnern keine Spur. Stattdessen werden ein x-beliebiger Dämon auf die Bildfläche gezerrt und Horden gesichtsloser Gegner Vampirella in den Weg gestellt. Das Ergebnis liest sich wie all die anderen Comics, die nur auf Action, statt Inhalt setzen. Schade eigentlich, denn genau bei Vampirella hatten sich beide Merkmale eigentlich immer die Waage gehalten. Doch was bringt es alte Zeiten hinterher zu trauern, wenn Vampi nun mit ihren Krallen Gegner halbiert, sich mit Innereien bedeckt und versucht, eine Vampirprinzessin mit einer Handgranate auszuschalten. Logik sieht anders aus!

Die Zeichner Wagner Reis und Walter Geovani setzen dieses Gemetzel in einem Mix aus klein- und großformatigen Panels um, wobei sie mit Details nicht sparsam sind. Stellenweise führt das zwar dazu, dass der Leser kaum erkennt, wer denn nun wen wohin und wie getreten hat, aber angesichts der zahlreichen Kampfhandlungen ist das irgendwann auch nebensächlich. Ziemlich eindrucksvoll wird hingegen die Gegnerin Le Fanu mit ihren kraken-ähnlichen Auswüchsen dargestellt. Gerade der fortschreitende Zerfall und die dämonischen Veränderungen wurden von Wagner Reis glaubhaft umgesetzt.

Ärgerlich ist hingegen die Platzierung der Textboxen am äußersten Rand der Seiten. Was bei den US-Heften noch funktionieren mag, sieht bei der Zusammenfassung in Paperbacks mit Klebebindung schon ganz anders aus. Denn die Kästen sind so weit in der Mitte angeordnet, dass sie kaum lesbar sind, es sei denn der Leser breitet den Comicband jedes Mal völlig auf, was bei der Klebebindung nicht unendlich oft möglich ist.

Der Comicteil wird durch eine Covergalerie ergänzt, wo besonders die Zeichnungen von Alex Ross hervorstechen. Gerade sein Vermerk "In Memory of Frank" (Frazetta) erinnert dann doch wieder an die seligen alten Vampirella-Ausgaben. Warum Panini nun diese stubsnäsige Babe-Version von Vampirella aufs Cover gepackt hat, bleibt angesichts des herausragenden Artworks im Anhang fraglich.

Fazit:
Die erste Ausgabe des Vampirella-Neustarts enttäuscht leider auf ganzer Linie. Die einfallslose Story mit altbekanntem Verlauf ignoriert den gesamten Mythos um die blutsaugende Schönheit. Platte bluttriefende Action steht hier im Vordergrund, von Einfallsreichtum und einem Bezug zur Origin leider keine Spur. Verstärkt wird dieser Eindruck von einem durchwachsenden Artwork mit schwierigem Lesefluss. Alte Fans werden sicherlich enttäuscht sein. Neue Leser, die bislang noch nichts von Vampirella kennen, dürften hingegen am actionlastigen Gesamtbild gefallen finden.

Vampirella 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Vampirella 1

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,95

ISBN 10:
3862013065

ISBN 13:
978-3862013067

172 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Covergalerie, u.a. mit Zeichnungen von Alex Ross
Negativ aufgefallen
  • einfallslose, größtenteils unlogische Story
  • Autor setzt nur auf Action, kaum Inhalte
  • problematisches Layout
  • Coverwahl
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 12.09.2012
Kategorie: Vampirella
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