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Comic-Besprechung - XXX-Comics 13

Geschichten:

Job Interview
Autor/Zeichner:
Horst Dounichdy-Glokken

Kokopellis Fluch
Autor/Zeichner:
Dan

La Contessa: Das Gemälde
Autor/Zeichner:
Horst Dounichdy-Glokken

Pinky und der Weihnachtsmann
Autor/Zeichner:
Herr Fumpen



Story:
Die Wirtschaft ist im Aufschwung aber trotzdem findet man nicht vom Fleck weg einen Job. Eine Hürde ist nicht nur das manchmal zeitraubende Bewerbungsverfahren, sondern im Anschluss oft das Job Interview, wo nochmals kräftig gesiebt wird. Diese Erfahrung muss auch ein männlicher Bewerber machen, den die weiblichen Interviewerin ordentlich „ausquetschen“. Wer fragt da noch nach Praxiserfahrung und Fachwissen?

Man kann aber auch einen Bummel über den Flohmarkt machen und sich eine seltsame Statue ergattern, die mit einem hervorstechenden Körperteil ausgestattet ist. Wenn man sie dann noch etwas zweckentfremdet, können sich manchmal ganz überraschende Wandlungen eines an sich hölzernen Ausstellungsstückes ergeben.

Vor Wand- und Anwandlungen ist auch die Contessa von Frivuli nicht gefeit und als sie ein Pärchen wegen einer Autopanne bei sich aufnehmen muss, reichen all ihre Verführungskünste erstmal nichts, um sich den Mann gefügig zu machen. Ganz anders dessen Verlobte deren Kunstverständnis plötzlich eine ganz neue Perspektive kennenlernen muss.

Ach ja, Pinky ist diesmal auch wieder dabei!


Meinung:
Es gibt so Tage, da hat man wirklich keine Lust mehr auf Superhelden, Manga oder sonst eines der Mainstreamgewächse, die die Auslagen der Bahnhofsbuchhandlungen und Kioske bevölkern. Genug vom x-ten Gekloppe im engen Spandexkostüm oder hochtrabenden Graphic Novels über das kulturelle Drama der Steinlaus in der Westsahara, oder was den Möchtegernintellektuellen sonst noch in feuilletonistische Rage bringt. Stumpf unterhalten werden möchte man in solchen Momenten, was für XY-gesteuerte meist bedeutet mehr Gewalt (auch wenn heutige Superheldencomics eh voll davon sind) oder mehr Sex (oder beides irgendwie zusammen). Was böte sich für Letztgenanntes besser an, als die Weissblech’schen XXX-Comics?

Aller guten Dinge sind dreizehn. Der trashige, kleine Pornocomic mit der unregelmäßigen Erscheinungsweise kann trotz der geringeren Anzahl an Heftausgaben ein höheres Alter vorweisen, als das Vorzeigeprodukt Horrorschocker aus dem gleichen Verlage. Da sind dreizehn Ausgaben schon einmal etwas, insbesondere, wenn die Qualität seit den letzten Heften ein Schippchen draufgelegt hat. Das liegt zu einem nicht unwesentlichen Teil an dem neuen Geschichtenzyklus der Contessa von Frivuli, die seit Ausgabe 12 den neuen roten Faden der XXX-Comics bildet. Zuvor hatte Prof. Dr. Hilde Hirschfinger mit ihren notgeilen Studentinnen schon für allerlei Amüsement gesorgt, aber die Contessa hat nun einmal einen ganz anderen Stil. Zunächst wird man allerdings in XXX-Comics 13 mit den profanen Wahrheiten des Berufsalltages beziehungsweise der Jobsuche konfrontiert.

Horst Dounichdy-Glokken, der (oder die - aber belassen wir es dabei) vielleicht seinen Namen verbergen kann, aber nicht seinen Stil, greift mit Job Interview ins pralle Leben und zeigt die Besetzungscouch mal unter umgekehrten Vorzeichen, allerdings mit nahezu identischem Ausgang. Da geht es dann auch gleich spritzig zur Sache und eine ganz andere Art von Soft-Skills ist plötzlich notwendig. Sehr zum Vergnügen der Beteiligten und vor allem der Leser. Auch mit den Zeichnungen greift der liebe Horst in die Vollen und liefert mit seiner Darstellung draller Weiblickeit wieder mal ansehnliche erotische Ergüsse ab.

Die zweite Geschichte ist – nun ja – etwas hölzern, ein wenig steril. Wirkliche Leidenschaft will sich nicht einstellen und auch der Voyeurist geht recht unbefriedigt aus der Sache. Eine ernüchternde Rückkehr in die Realtität nach dem prickelnden Job Interview. Unter Kokopellis Fluch konnte man sich ja zuerst nichts vorstellen und hoffte vielleicht auf eine Geschichte, die etwas die triebgesteuerte Phantasie ankurbelt. Viel eingefallen ist dem Macher dem Augenschein nach ebenfalls nicht, was man an dem mehr als wackeligen Ende ersehen kann, welches so gar keinen Sinn macht und den runden Fluss der Zufriedenheit, den selbst eine trashige Pornogeschichte erfüllen muss, nicht herstellen kann. Die Zeichnungen sind das größte Manko und der Hauptgrund für die erste Einschätzung. Trotz des manchmal kruden Charmes der Zeichnungen von Levin Kurio haben die manchmal mehr Lust verströmt, als die zwar etwas ausgereifteren, dennoch wenig stimulierenden Darstellungen des Künstlers von Kokopellis Fluch. An den entscheidenden Stellen fehlt einfach die Mühe.

Aber dieses Tief ist schnell überblättert und der Leser befindet sich bald in gehobeneren, sprich adligeren Gefilden. Flavia di Carnale, die Contessa von Frivuli gibt sich wieder ein Stelldichein, nachdem sie in der letzten Ausgabe von XXX-Comics ihre Premiere feierte. Die hat diesmal mit einem etwas ungewohnten Problem zu kämpfen, einem Mann der sich von ihr partout nicht ins Bett geleiten lassen möchte. Woher die plötzliche Anwandlung von Keuschheit beim männlichen Geschlecht? Es ist die Leidenschaft zu Maria Fidanzata für die sich der Verlobte aufspart. Die hat jedoch mit ihrem Interesse für die Kunst plötzlich ein ganz neues Lustobjekt bekommen und ein seltsames Gemälde mit Gemächt bereitet ihr die schönsten Freuden. Aber ist es denn Betrug, wenn man es mit einem Kunstwerk treibt? Horst Dounichdy-Glokken scheint jedenfalls zu wissen, was er da treibt und führt die Abenteuer der Contessa gekonnt weiter.

Den Abschluss bildet Pinky. Ja, sie ist wieder da und verführt diesmal nicht Eingeborene oder Piraten, sondern – in ein paar Wochen ist ja schon Weihnachten – den Weihnachtsmann, der jetzt anscheinend einen Kutscher besitzt. Ein-Euro-Jobber? Zeitarbeit? Wer weiß? Wen aber plötzlich solche Fragen quälen, der merkt schon, dass Pinky ihre Rückkehr nicht in alter Stärke begeht und ihre unverkrampfte Hilfe für den geplagten Weihnachtsmann sich im Grunde auf einer Seite schnell erschöpft. Der Trick mit dem Aufwärmen durch stärkere Durchblutung in einem ganz bestimmten Körperteil ist auch einfach schon zu alt und wurde schon zu oft durchgenudelt. Da hat Pinky doch bestimmt ganz andere Schweinereien drauf. Muss sie auch bringen, wenn sie an die alte Frische anknüpfen möchte.

XXX-Comics, ein kleiner Trashporno mit seinen Höhen und leider auch kleinen Tiefen. Horst Dounichdy-Glokken rettet mit seinen Geschichten absolut den Tag und das Lesevergnügen und würde es die Mischung nicht versauen, würde man sich ein ganzes Heft mit ihm wünschen. Aber Abwechslung muss sein und so muss XXX-Comics in den kommenden Ausgaben wieder mehr an den übrigen Geschichten feilen, damit einen ein Rundum-Sorglospaket am Kiosk erwartet. Auch Triebgesteuerte möchten gut unterhalten werden.

Ein kleines Trostpflaster gibt es zumindest in Form eines Bella-Star Pin-Ups, die ja gerade in WWC etwas keuscher unterwegs ist. Und schräge Werbung gibt es obendrauf. Baron Pornos nächtliche Freuden aus der Frits Fronz Collection?? Meisterwerke des österreichischen Schmuddelkinos?? Manchmal fragt man sich da, ob man wirklich zur Zielgruppe gehört. Die Ösis aber auch.


Fazit:
Trashig-pornöse Unterhaltung vielleicht nicht zum Nulltarif, aber definitiv in bewährter Qualität - natürlich nur für Erwachsene. XXX-Comics hat seinen heimlichen Star gefunden, der auch eindeutig das Heft dominiert. Sehr zu dessen Nutzen, denn die anderen beiden Geschichten bringen das Blut nicht so ganz in Wallung, auch wenn alte Bekannte mitmischen. Und die Contessa di Frivuli ist eine würdige Nachfolgerin für Prof. Dr. Hirschfinger. Was will die Libido mehr?


XXX-Comics 13 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

XXX-Comics 13

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Weissblech Comics

Preis:
€ 6,80

ISBN 10:
4-341716-606800

36 Seiten

Positiv aufgefallen
  • wieder trashig-pornöse Unterhaltung
  • Horst Dounichdy-Glokken dominiert die 13. Ausgabe
  • Contessa di Frivuli
Negativ aufgefallen
  • Kokopelli - der Titel ist auch schon das Interessanteste
  • Pinky nicht in alter Form
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 10.11.2012
Kategorie: XXX Comics
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