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Comic-Besprechung - X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Geschichten:
The Uncanny X-Men 138 - 143
Autor:
Chris Claremont, John Byrne
Zeichner: John Byrne
Farben: Terry Austin

Story:
Es ist viel passiert im Lande der X-Men. Jean Grey vertrug sich nicht allzu gut mit ihrer zweiten Persönlichkeit Dark Phoenix und segnete das Zeitliche. Cyclops, voller Gram und Trauer, sieht seine Zeit bei dem Team plötzlich in einem anderen Licht. Ruhe und Klarheit sind in dem Team jedoch Mangelware, weshalb sein Ausstieg schon eine ausgemachte Sache ist. Und während Wolverine in Kanada weiße Monster jagt und Kitty Pride ihren ersten Auftritt hat, rumort es in der Zukunft gewaltig. Die Sentinels haben nicht nur erfolgreich Jagd auf die Mutanten gemacht, sondern anscheinend jedem mit irgendwie gearteten Fähigkeiten den Garaus gemacht. Darunter anscheinend auch die Team-Mitglieder mit Zeitreisefähigkeiten, weshalb sich eine sichtlich gealterte Kity quasi per Seelenzeitwanderung durch die Jahre zurück arbeiten muss, um die Katastrophe zu verhindern, bevor sie begann. Wäre dann schlecht, wenn sie im nächsten Abenteuer dann einem Dämon zum Opfer fallen würde.


Meinung:
Pünktlich zum neuen Kinofilm mit den X-Men brachte Panini die Vorlage zu Zukunft ist Vergangenheit auf den Markt. Die Geschichte, die bereits 30 Jahre hinter sich hat, ist aber gar nicht mal aus diesem Grunde so interessant. Der Film wird sich hier sicherlich erhebliche Freiheiten gelassen haben. Diejenigen, die im Kino waren und nicht auf die DVD- und Blu Ray-Veröffentlichung warten, werden dies sicherlich besser beurteilen. Unfreiwillig amüsant ist eher, dass Zukunft ist Vergangenheit einerseits im Grunde bloß ein Drittel des Comic ausmacht, wo man heute vermutlich ein Mega-Event daraus machen würde, mit unzähligen Tie-Ins und Plänen für die Lesereihenfolge. Man kann es sich richtig vorstellen. Kaum zu glauben, dass man so eine Geschichte heute in zwei Heften verbraten könnte.

Andererseits kann man an X-Men: Zukunft ist Vergangenheit sehr gut die Entwicklung des Erzählens nachvollziehen. Unglaublich, wieviel Exposition, Wiederholungen und Monologe über das eigene Empfinden in den Heften verbraten wurden. Jede Gefühlsregung der Protagonisten wird auf die eine oder andere Weise kommuniziert und manchmal gar in den Kontext zur eigenen Lebensgeschichte gestellt. Allein im ersten Kapitel, wo Cyclops über die Vergangenheit sinniert, wird kurzerhand die gesamte nähere X-Men-Geschichte in Revue präsentiert. Das macht das Lesen heute sehr langatmig (gerade wenn man sehnlichst den Beginn von Zukunft ist Vergangenheit erwartet, der aber noch zwei weitere Kapitel auf sich warten lässt.

Bis dahin ist erstmal Rekonvaleszenz angesagt. Zu Beginn ist nämlich eine der tragischsten Episoden der X-Men vorbei gegangen, die Dark Phoenix Saga, die etwa von Uncanny X-Men 129 bis 137/138 lief (soviel zu den zwei Kapiteln Zukunft ist Vergangenheit). An deren Ende kam Jean Grey ums Leben und es ist ihre Beerdigung, die der Leser gleich in Kapitel 1 serviert bekommt. Kein Wunder also, dass wir einem grüblerischen und in sich gekehrten Cyclops begegnen, der zum Schluss sagt: Spider-Man no more ... ähh, natürlich Cyclops no more! Die X-Men sind nun mal nicht die Avengers und sei es die unglaubliche Spinne oder eben Cyclops, hier zählt so ein Weggang noch etwas.

Gleichzeitig markiert er etwas, was man bei den lustigen Wachen des Buckingham Palace als "change of guard" bezeichnen würde. Der Bruch mit der alten Riege ist nun endgültig vollzogen und keines der Original-Mitglieder ist weiterhin im Team. Stattdessen sind es so Neulinge (!) wie Wolverine, Storm, Nightcrawler, Colossus oder Banshee, die die Mutanten künftig vor den allerschlimmsten Auswüchsen und Gefahren schützen sollen.

Der hat dann auch gleich im dritten, ebenfalls von Zukunft ist Vergangenheit gänzlich unabhängigen, Kapitel ein Abenteuer mit seinen alten Kollegen aus Kanada zu tun. Ein Monster durchstreift die Wälder des Landes und tötet unschuldige Camper. Da kann es sich nur um das kanadische Gegenstück zu Big Foot handeln, dem etwas magischer angehauchten Wendigo. Okay, okay, der gute Wendigo könnte eventuell auch in Nordamerika verbreitet sein. Zumindest hat Wolverine eine Rechnung offen. Zuletzt trat er dem Biest mit seinem originalen gelben Kostüm - mit den lustigen angedeuteten Schnurrbarthaaren auf der Maske - und zusammen mit dem Hulk gegenüber. Ein Treffen, welches sicherlich nicht zufriedenstellend für den etwas kurz geratenen Wildfang X ausging.

Endlich kommt man im Anschluss zu dem eigentlichen Kaufgrund, Zukunft ist Vergangenheit. Zwei Kapitel  in einer Welt, die zwar dystopisch anmutet, anscheinend mit einer kleinen Seelenwanderung des neuen Mitgliedes Kitty Pride ins Lot gebracht werden kann. Mit späteren schrecklichen Zukünften, von denen gerade die X-Men welche im Übermaß zu besitzen scheinen, lässt sich Zukunft ist Vergangenheit nicht vergleichen, allein  schon weil der Raum zur Entwicklung der Geschichte begrenzt ist und diese nunmal anno 1980/81 entstand und die Messlatte hierfür nicht allzu hoch war. Oder schöner gesagt, es wurde der Fantasie des Lesers einfach mehr Raum gelassen, wo heute wahrscheinlich gar die Abenteuer von Squirrel Girl in der Zukunft ist Vergangenheit als Spin-Off laufen würden. Gut sieht es für die Mutanten jedenfalls, da spricht bereits das wirkungsvolle Cover des Comic eine sehr deutliche und offensichtliche Sprache

Den Abschluss macht ein Weihnachtsabenteuer mit Kitty Pride, die in einer verlassenen X-Mansion auf sich allein gestellt ist. Erst mag man denken hier würden ihr die Brood einen Besuch abstatten, aber es handelt sich anscheinend um einen obskuren alten Gegner von Storm, die N'Garai. Man könnte ins Gähnen kommen, bis man realisiert, dass man hier nicht die erfahrene Kitty in Aktion sieht, sondern den Grünschnabel Sprite, der gerade erst an Xaviers Pforten geklopft hat.

Nicht nur Science Fiction altert schnell, sondern auch klassische Geschichten. Zukunft ist Vergangenheit mag ein Meilenstein sein, zeitlos ist er dabei jedoch nicht. Man darf dabei nie vergessen, dass hier zwei der großen Talente der Zeit an den X-Men abeiteten. Chris Claremont, der später zusammen mit Jim Lee einen enorm erfolgreichen Neustart der X-Men angehen sollte, und John Byrne, dessen Schaffenskraft in den letzten Jahren etwas nachgelassen haben mag, der aber so manche Comic-Ikone entscheidend mit gestaltete. Die offensichtlichste dabei Superman. Das alles sollte aber zum Teil später folgen, doch bereits bei den X-Men trainierten die beiden ihre kreativen Muskeln und kreierten einige der prägenden X-Men-Momente.

Eines muss man abschließend noch sagen. Zukunft ist Vergangenheit würde heutzutage nicht als Dystopie, sondern als kurze Ruhepause zwischen zwei dramatischen Handlungsbögen gelten. Selbst Standardabenteuer sind heute um einiges düsterer, brutaler und auch depressiver. Schön zu sehen, dass es auch mal anders ging und trotzdem Szenen und Geschichten geschaffen wurden, die Lesern bis heute im Gedächtnis sind.


Fazit:
Als Information für den Kinofilm wird sich X-Men: Zukunft ist Vergangenheit eher weniger eignen und diejenigen, die über den Film den Comic entdecken, wohl abschrecken. Dagegen ist es ein nostalgischer Rückblick auf eine Zeit, in denen die X-Men ihre erzählerische Unschuld noch nicht verloren hatten und große Macher das Bild der X-Men entscheidend formten. Denn bei aller Kritik, ohne diese Abenteuer hätten wir nicht die X-Men, wie wir sie heute kennen. Rosarote Brille auf und hineingeschaut.



X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,99

ISBN 13:
978-3-86201-925-0

140 Seiten

Positiv aufgefallen
  • ein Klassiker der X-Men
  • da waren Dystopien noch frisch
Negativ aufgefallen
  • leider kein ZEITLOSER Klassiker
  • nur zwei Kapitel düstere Zukunft
  • betagte Erzählweise
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Rezension vom: 25.08.2014
Kategorie: X-Men
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