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Comic-Besprechung - Winterwelt 1: Winterwelt 1

Geschichten:
Winterwelt 1: La Nina (Winterworld 1-4)
Autor: Chuck Dixon, Zeichner: Butch Guice, Colorist: Diego Rodriguez


Story:
Scully, Wynn und der Dachs Rah-Rah haben Erdenfeuer verlassen, um Wynns Eltern zu finden, die angeblich noch leben sollen. Auf ihrem Weg bekommen die Gefährten es mit einer Bande marodierender Kannibalen zu tun, kommen aber in einer friedlichen Siedlung unter. Doch unter der heilen Oberfläche lauert Gefahr.


Meinung:
Der deutsche Verlag Cross Cult bringt zeitgleich zwei Bände der Serie Winterwelt auf den Markt. Zum einen sind das der ursprüngliche Run aus den 1980ern und zum anderen die Fortsetzung von 2014, die mit La Nina untertitelt ist. Auch wenn Jahrzehnte zwischen Original und Sequel liegen, so hat man doch eine direkte inhaltliche Fortsetzung zum Original. Scully und Wynn haben die Siedlung verlassen, um die Eltern von Wynn zu finden. Sie befragen andere Reisende ob sie Flugmaschinen gesehen haben und folgen der Spur. Auf der Reise geraten sie in Konflikt mit einem Stamm von Menschenfressern und kommen in eine Siedlung die sie erst freundlich aufnimmt, aber doch unheimliche Pläne mit den Helden hat.

Nichts Neues also in der Winterwelt, denn schon die erste Storyline war recht dünn und die eigentliche Handlung passt auf einen Schneeball geritzt. Es ist immer noch Mad Max im ewigen Eis. Der Held ist ein grummeliger Einzelgänger, der sich widerwillig einen Sidekick gestattet und deutlich aus den 1980ern stammt. Raue Schale, weicher Kern und maulend gesteht er sich selber zu, dass er seine junge Gefährtin mag. Alle Fremden sind böse oder zumindest darf man ihnen nicht trauen. Je freundlicher sie sich geben, desto gefährlicher sind sie.

Zwar gibt es mittlerweile auch ein bisschen Humor wenn sich Scully und Wynn Wortgefechte liefern, aber ansonsten ist es ein typischer Actionstoff, der allein Wert auf seine Effekte legt. Dessen heimlicher Star immer noch der Dachs Rah-Rah ist.

Aber immer noch sind der Grundtenor und der Subtext ziemlich konservativ. Chuck Dixon scheint gegenüber gesellschaftlichen Formen eine gehörige Portion von Skepsis zu haben. Der Fall der Zivilisation führt in einen Rückfall zu archaischen Verhaltensmustern. Der eine hier geschilderte Clan ist zu Kannibalen geworden und anhand seiner Kleidung kann man einen Totemismus feststellen. Auch die, so scheint es, höher entwickelte Kultur mit einer funktionierenden Stadt ist nicht vertrauenswürdig, sondern praktiziert einen archaischen Glauben inklusive Menschenopfer. Alle Aspekte werden nicht weiter ausgearbeitet, obwohl das sehr viel spannender gewesen wäre, aber man entwickelt den Verdacht, das jede Gruppe, die mehr als zwei Personen umfasst, bezweckt das Individuum zu unterdrücken und per se schlecht ist. Das ist sehr typisch USA und sehr reaktionär mit seiner Skepsis gegenüber den Staat und seinen Institutionen und dem Hohelied auf das individuelle Streben nach dem Glück.

Man scheint mittlerweile Winterwelt auf eine längere Laufzeit einzustellen. Dafür spricht, dass es einen notdürftigen Handlungsansatz für eine lange Reise gibt, die Suche nach den Eltern, und zwei Nebencharaktere, die später noch größere Bedeutung bekommen können. Aber für eine fortlaufende Serie braucht man nicht nur eine funktionierende Geschichte, sondern auch eine Vermeidung der typischen Klischees und Handlungsmuster damit sie sich länger auf dem Markt halten kann. Abgesehen vom Setting ist die Serie nämlich reinstes Klischee.

Auch wenn es ketzerisch klingen mag: die Zeichnungen von Butch Guice sind besser als die von Jorge Zaffino, dessen Zeichnungen oftmals davon geprägt waren, das Abgrenzungen verschwammen. Hier wird das vor allem durch die Farbgebung verhindert. Diese macht die Konturen deutlich, aber gerade bei den Actionszenen, die etwas unübersichtlich geworden sind, merkt man das Guice deutlich von Zaffino beeinflusst worden ist oder seinen Stil als Hommage nachahmt. Es ist nett anzusehen, aber zeichnerische Ideen sind hier eher selten.

Insgesamt gesehen ist das kein großer Wurf, dürfte aber vor allem als Winterlektüre ganz unterhaltsam sein.


Fazit:
Auch das Sequel ist eine Ansammlung von Klischees und einer reaktionären Geisteshaltung wie man sie oft in den 1980ern fand. Eine rudimentäre Story wird mit viel Action erzählt. Ein unterhaltsames, aber bitteres Nichts.

Winterwelt 1: Winterwelt 1  - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Winterwelt 1: Winterwelt 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 16,00

ISBN 10:
3864255899

ISBN 13:
9783864255892

120 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Farbgebung
  • Action
  • etwas Humor
Negativ aufgefallen
  • rudimentäre Story
  • reaktionäre Grundhaltung
  • eindimensionale Charaktere
  • zu platte Schilderung der Gesellschaftsformen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 07.08.2015
Kategorie: Alben
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