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Comic-Besprechung - Der Krieg der Sambres: Maxime und Constance 1

Geschichten:
Der Krieg der Sambres: Maxime und Constance 1
Autor: Yslaire, Zeichner / Colorist: Marc-Antoine Boidin


Story:
Die Gräfin Charlotte de Sambre hatte den cholerischen Grafen von Dantz geheiratet. Allerdings hat sie nicht nur eine eigene Tochter, Josepha, sondern auch den Sohn ihrer Mutter, Maxime, adoptiert. Dieses wilde Kind ist allerdings unter skandalösen Umständen gezeugt und geboren worden. Als die Gräfin eines Tages stirbt kann der Graf Dantz seinen Hass auf Maxime nicht mehr zurückhalten. Doch die Privilegien des Adels und damit deren Rechtlosigkeit geraten zunehmend in Kritik.


Meinung:
Vielleicht sollte man manches im Ungefähren lassen. So machte es schließlich die Serie Sambre vor. Vieles war nur angedeutet, ungewiss und das was im Schatten der Vergangenheit lag, was die Familie der Sambres nun zu zerstören drohte, gab dem Drama der Liebesgeschichte etwas wuchtiges und dieses Ungefähre, kaum Greifbare erhöhte noch die Tragik da man mit dem Pärchen mitfieberte. Man gönnte ihnen alles Gute, eben weil es so unklar war, was deren Leben zu zerstören drohte und wie sie dem entgegen treten könnten.

Wenn nun die Vorgeschichte von diesem, nachträglich als ersten Zyklus deklarierten, Klassiker erzählt wird, mit all dem Drama was teilweise Generationen zurückliegt, so erscheint die Ur-Geschichte nur noch als folgerichtig und deterministisch. Also als ob sie nie eine Chance gehabt hätten all dem zu entkommen und zum Scheitern und Leiden schon vor der Geburt verurteilt worden zu sein. Das nimmt dem Ungefähren den melancholischen Zauber, schmälert die Fantasie und raubt etwas vom Nimbus des Klassikers. Man kann also dem ganzen Konzept, eine ausufernde Familiengeschichte zu erzählen und damit einen Kosmos zu erschaffen, sehr misstrauisch gegenüber stehen.

Wem es aber gelingt, den nun vorliegenden Band über Maxime und Constance aus dem Geflecht hinaus zu lösen und als etwas einzelnes, als etwas Eigenständiges zu betrachten, wird durchaus belohnt. Der Beginn macht es mit dieser Aufgabe zurechtzukommen aber etwas schwer, da er sich auf einen anderen Zyklus bezieht und man eine gewisse Zeit braucht all die Namen und den Verflechtungen der Charaktere auf die Spur zu kommen. Überwindet man die Verwirrung und hat die Verhältnisse untereinander endlich durchschaut, wird es schon wieder unwichtig, da nun die eigentliche Handlung in Gang tritt. Es kann sein, dass die dem Konzept gegenüber misstrauischen Leserinnen und Leser nun schon aufgegeben haben.

Aber es ergibt sich hier noch ein sehr dramatischer Band der am Vorabend der Französischen Revolution spielt. Die französische Königin Marie-Antoinette hat hier höchst selbst ihre Auftritte. Was sie zwar sympathisch macht weil sie auch ihre Tragik besitzt, andererseits aber auch wenig schmeichelhafte Charakterzüge offenbart. Was jeden Charakter betrifft, denn fast alle sind vielschichtig aufgebaut und haben ihre Vorzüge wie auch Abscheulichkeiten. Es geht um die Dekadenz des Adels, sexuellen und psychischen Missbrauch, Mord und moralische wie emotionale Verrohung. Es gibt dabei keinen Anker. Weder für die Leserschaft welche nicht weiß wem sie nun die Sympathien schenken soll, noch für die Figuren die sich nach einem Halt sehnen, aber immer wieder dafür die falschen Personen wählen und somit das Drama vertiefen. Die psychischen Folgen vom Missbrauch sind hier auch glaubhaft geschildert ohne explizit zu werden und die Andeutungen sind umso schrecklicher da man zum Glück auf eindeutige Szenen verzichtet.

Zeichnerisch schwelgt man im Setting und Dekor ohne die Charaktere zu vernachlässigen. So ergibt sich ein faszinierender, aber auch erschütternder Einzelband dessen Grundkonzept man zwar ablehnen kann, der aber kaum jemanden unberührt lassen wird.


Fazit:
Man kann dem Konzept der Serie kritisch gegenüberstehen, aber wenn man sich in der ausufernden Saga zurechtfindet, wird man hier mit einem dramatischen und erschütternden Band belohnt.


Der Krieg der Sambres: Maxime und Constance 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Der Krieg der Sambres: Maxime und Constance 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Finix Comics

Preis:
€ 22,80

ISBN 10:
3948057060

ISBN 13:
978-3948057060

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • symbolische Aufarbeitung Niedergang Adel
  • erschütternd
Negativ aufgefallen
  • Konzept der Reihe
  • zu ausufernd
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Rezension vom: 21.04.2020
Kategorie: Sambre
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