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Comic-Besprechung - Batman: Der letzte Kreuzzug

Geschichten:
Batman: Der letzte Kreuzzug (The Dark Knight Returns: The Last Crusade)
Autor: Frank Miller, Brian Azzarello, Zeichner: John Romita Jr., Inker / Colorist: Peter Steigerwald


Story:
Zwar ist der Joker mal wieder gefasst, aber seine Gang verbreitet weiterhin Terror. Batman und Robin jagen die letzten Mitglieder, was Batman zunehmend schwer fällt. Seine Jahre als Vigilant fordern langsam ihren körperlichen Tribut und seine Zweifel an der Fähigkeit Robins seinen Platz einzunehmen wachsen. Robin agiert zunehmend unberechenbar und brutal. Als der Joker wieder einmal entkommt, droht die Situation zu eskalieren.


Meinung:
Ob man nun wirklich Prequels braucht, wird wohl ewig eine Streitfrage bleiben. Denn bei diesen Vorgeschichten ist immer der Weg das eigentlich Ziel, da der Ausgang letztlich bekannt ist. Schließlich muss es ja in dem Status enden, wo die eigentliche Geschichte erst beginnt. So muss es mit dem Inhalt der Haupterzählung zusammenpassen und oft bleibt die Spannung da etwas auf der Strecke da es im Grunde immer mit einer Anti-Klimax enden muss. Man weiß zum Beispiel, das Anakin Skywalker zu Darth Vader wird.

Mit Batman: Der letzte Kreuzzug liegt die Ausnahme von der Regel vor. Und das ist schon lobenswert an sich. Da der Star-Autor Frank Miller zuletzt oft sehr enttäuschte und eher durch reaktionäre Ideologien denn durch künstlerische Qualitäten auffiel, ist es wohl vor allem dem Einfluss des Co-Autors Brian Azzarello zuzuschreiben, der ihn bei den Skripts unterstützt, dass hier die Story und nicht eine Weltanschauung im Mittelpunkt steht. Und John Romita Jr. mit seinem kantigen aber kraftvollen Stil setzt es zeichnerisch hervorragend um. Nicht nur zitiert er Miller, sondern spielt zudem auch geschickt mit Schatten und setzt sie effektiv ein.

Die Story an sich ist nicht taufrisch, sondern wird nun neu unter dem Black Label veröffentlicht. Ursprünglich erschien sie schon 2016. Man mag sich nun fragen was hinter einer Verlagspolitik sinnvoll sein soll, ältere Geschichten neu unter einem neuen Label zu veröffentlichen. Was wohl eher auf einen Engpass hinweisen soll bei der Entstehung von neuen Storys.  Aber das ändert nichts an der hohen Qualität sowohl dramaturgisch als auch zeichnerisch dieses Prequels. Es bezieht sich direkt auf den großen Meilenstein der amerikanischen Comicgeschichte Der Dunkle Ritter kehrt zurück und beantwortet die Frage warum sich Batman eigentlich zurückzog und viele Jahre später in der epochalen Erzählung als alter Mann wieder sein Kostüm anzog. Es ist nun wenig überraschend, das hier auch ein Rückgriff auf einen anderen Batman-Klassiker Ein Tod in der Familie vorgenommen wird, denn es wird ja schon in Der Dunkle Ritter kehrt zurück deutlich gemacht, dass der Joker Robin ermordet hatte. Dennoch gerät das in all der Härte zu einem Schock und arbeitet auch Tendenzen ein, die damals in der regulären Batman-Serie vorkamen und letztlich zu dem Tod von Jason Todd führten.

Aber das eigentlich spannende an diesem Band und was ihn für Bat-Fans unverzichtbar macht, ist die Tatsache, dass hier erzählt wird wie Bruce Wayne langsam altert und sein Wirken als Batman den körperlichen Verfall beschleunigt. Die Kämpfe als Batman fordern nun ihren Tribut und ohne Schmerzmittel kommt Bruce morgens gar nicht mehr aus dem Bett. Das wirkt sich natürlich auf die Action aus die deswegen ungleich spannender ist, aber es ist vor allem auch psychologisch interessant. Wie geht Batman mit dem Altern um? Kann er überhaupt von seinem Kampf, der auch eine Art Sucht und eine Kompensation ist, überhaupt lassen? Kann er sein Alter akzeptieren? Das führt zu einigen herrlichen Szenen mit Selina Kyle, alias Catwoman. Gerade dieser Aspekt macht es zu einer reifen Erzählung die einen erfrischenden Ansatz liefert. Insgesamt gesehen liegt hier also eine starke kraftvolle Erzählung vor. Grimmig, brutal, aber doch mit einem lakonischen Witz versehen und der Bezug auf zwei große Klassiker kann dem Band wahrlich nicht  schaden. Zugreifen.


Fazit:
Hervorragend. Der Rückgriff auf zwei große Klassiker schmälert zwar  etwas die Spannung der Geschichte, aber sie ist psychologisch äußerst interessant, düster und kraftvoll gezeichnet. Zugreifen.


Batman: Der letzte Kreuzzug - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Batman: Der letzte Kreuzzug

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 15,00

ISBN 10:
3741620424

ISBN 13:
978-3741620423

68 Seiten

Positiv aufgefallen
  • kraftvolle Zeichnungen
  • Verweis auf Klassiker
  • psychologisch sehr spannend
  • packende Action
Negativ aufgefallen
  • Rückgriff auf Klassiker schmälert Spannung etwas
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Rezension vom: 13.10.2020
Kategorie: Batman
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