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Comic-Besprechung - Lucky Luke 99

Geschichten:
Fackeln im Baumwollfeld
Text: Jul
Zeichnungen: Achdé
Farben: Mel


Story:
Der neue Band von Lucky Luke beginnt ganz harmlos. Der Cowboy, der schnelle schießt als sein Schatten möchte endlich einmal Urlaub machen. Doch da ereilt ihn die Nachricht, dass er im tiefen Süden der USA, in Louisiana, eine Baumwollplantage geerbt hat. Für Lucky Luke steht sofort fest, dass er dieses erbe nur annimmt, um die Ländereien unter den Arbeitern zu verteilen. Einmal angekommen muss er aber schnell feststellen, dass die Uhren hier anders ticken. Der Klan, Rassismus und Terror bestimmen auch noch nach dem amerikanischen Bürgerkrieg den Süden des Landes.



Meinung:
Ich glaube, nie war Lucky Luke frecher, direkter und aktueller, als in dem neuen Band. Der Lonesome Cowboy beleuchtet das Amerika kurz nach dem Bürgerkrieg, in dessen Konsequenz die Sklaverei abgeschafft wurde – nicht aber der Rassismus, der tief verwurzelt ist. Das kreative Duo Jul/Achdé liefert eine gelungene Parabel auf die USA im 21. Jahrhundert, auf die USA unter einem Präsidenten Donald Trump und bleibt dabei dem typischen Lucky Luke-Storytelling treu. 
Denn der große Verdienst der Comickünstler ist es dabei, dass es ihnen gelingt, nicht nur auf die gravierenden Probleme der US-amerikanischen Gesellschaft hinzuweisen, sondern dass sie das mit ihren humoristischen Mitteln schaffen. Der Band liefert ein Feuerwerk an spritzigen und guten Ideen und bleibt dem typischen Lucky Luke-Storytelling treu: die Daltons, Reminiszenzen an bekannte Persönlichkeiten und an frühere Abenteuer finden ausreichend Raum und werden gelungen eingesetzt.
Beispielsweise das Auftreten der Daltons. Bereits auf der zweiten Seite prophezeit Joe Dalton, dass sie im kommenden Abenteuer wohl nur „Staffage“ sein werden. Und tatsächlich. Zwar tauchen die Verbrecher immer mal wieder auf im Band und haben absolut komische Momente, aber für den Handlungsverlauf spielen sie keine wirkliche Rolle. Dennoch sind Averells wieder hervorgekramte Sprachkenntnisse, die sich in einem wie selbstverständlich geäußerten „Quakokikeriki“ – wir erinnern uns hier an die Geschichte „Tortillas für die Daltons“ – einfach köstlich. 
Auch das Auftreten von bekannten Persönlichkeiten, seit jeher eine Stilmittel der Comicbände um den Lonesome Cowboy, kommt nicht zu kurz. Luke trifft beispielsweise auf Tom Sayer und Huckleberry Finn, die nach dem Treffen mit dem Cowboy konstatieren, dass sie unbedingt jemanden finden müssen, der ihre Abenteuer erzählt; oder das Auftreten von Oprah Winfrey und Barack Obama.
Am gelungensten ist meiner Meinung nach jedoch das Bloßstellen des alltäglichen Rassismus. Die bösartige und menschenverachtende Naivität, mit der die reichen weißen über die schwarzen Afroamerikaner berichtet erinnerte mich an die gespielten Interviews in dem Film „Mississippi Burning“ von Alan Parker. Hier wie dort herrscht der dumpfe Rassenwahn einer modernen Gesellschaft. 
Es gibt viele Comichelden aus den klassischen Tagen, die es heutzutage mit neuen Teams versuchen. Einmal mehr hat Lucky Luke bewiesen, dass er zu den lebendigsten seiner Zunft gehört. Tradition und Moderne in 48 Seiten verpackt, die einfach Spaß machen.



Fazit:
„Fackeln im Baumwollfeld“ ist das beste Album der Post-Morris-Ära und gehört sicherlich auch zu den intensivsten der ganzen Reihe. Lucky Luke ist im 21. Jahrhundert angekommen. Go ahead, Mr Luke.



Lucky Luke 99 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Lucky Luke 99

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Egmont Comic Collection

Preis:
€ 12

ISBN 13:
978-3-7704-4127-3

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Frech
  • Modernes Thema
  • Parabel
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 10.01.2021
Kategorie: Alben
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