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Comic-Besprechung - Raven 1: Nemesis

Geschichten:
Raven 1: Nemesis
Autor / Zeichner / Colorist: Mathieu Lauffray


Story:
Raven ist ein Pirat der hoch hinaus möchte. Doch leider ist der mutige Kämpfer auch ein Pechvogel und gilt bei den Piraten als Unglücksbringer, so dass kaum noch jemand was mit ihm zu tun haben will. Als Raven erfährt das ein Piratenschiff zu einer Insel ausgesandt wird, um dort einen Schatz zu bergen, entschliesst er sich ihnen die Juwelen abzujagen. Dadurch will er verlorenen Respekt  zurückerlangen. Doch die Piraten werden von der berüchtigten, geheimnisvollen und grausamen Lady Darksee angeführt.


Meinung:
Die Piraten kommen zurück. Zumindest im Comic. Nach dem Start der neuen Abenteuer von Der rote Korsar gibt es nun mit Raven eine brandneue Serie um Piraten. Worum es im Kern im Genre der Piratengeschichten allgemein und in Raven im speziellen geht, fasst der Autor Mathieu Lauffray im kurzen Vorwort selber zusammen. In den Geschichten um die Piraten, die zu einer Mythologisierung geführt haben die kaum noch etwas mit der historischen Realität zu tun hat, geht es um einen Traum.

Nicht nur der Traum vom Abenteuer der gerade in den modernen Zeiten rein eskapistisch ist und somit in einer als trist empfundenen Realität eine Fluchtmöglichkeit bietet, sondern auch der Traum der individuellen Selbstverwirklichung. Was dann nicht nur heutzutage wiederzufinden ist, sondern auch in der historischen Realität. Es waren nicht nur Abenteurer die zu Piraten wurden, sondern auch Matrosen und sogar Soldaten die den starren und brutalen Regeln der damaligen Gesellschaftsordnung entkommen wollten. Status und Herkunft zählte bei den Piraten nicht, sondern nur die individuelle Leistung und man hat sich von allen Beschränkungen sozialer Art befreit. Allerdings auch von  moralischen Schranken, was man nicht vergessen sollte. Aber eben diese Aspekte faszinieren bis heute und haben sich eben schon zum größten Teil von der historischen Realität gelöst.

Was auch bei Raven zu finden ist. Der Comic will keinen historischen Abriss liefern, sondern dem oben erwähnten Traum nachkommen. Ein gewisser Einfluss der Filmreihe Pirates of the  Carribean ist nicht abzustreiten. Zwar ist der Titelheld Raven nicht wie ein durchgeknallter Pop-Star gekleidet aber ebenso wie Jack Sparrow in den Filmen zeichnet ihn seine Selbstüberschätzung aus. Raven bemüht sich ständig mehr zu sein als er ist, scheitert aber in jedem Versuch. Was durchaus ironisch zu verstehen ist und auch humoristische Sequenzen ermöglicht. Denn gerade in diesem Scheitern wird ja dem Aspekt der individuellen Selbstverwirklichung Hohn gesprochen. Andererseits löst das eben das Abenteuer aus.

Raven ist ein Pechvogel und nachdem er mal wieder als einziger eine Seeschlacht überlebt hat, wird er von der Piratengemeinde als verflucht ausgestoßen. Man hatte ihn im Grunde nur noch geduldet weil er ein hervorragender Kämpfer ist. Allerdings wird das hier im Auftakt nur behauptet denn man kann sich nach der Lektüre nicht erinnern, dass der Held hier irgendwen mal getötet habe. Nun aber ist der Rum übergelaufen und um sich Respekt zu erringen will Raven der berüchtigten Lady Darksee einen Schatz abjagen.

Die Handlung bedient sich also der Genreelemente am Rande der Klischees. Aber was diesen Band äußerst faszinierend macht ist der Charakter des weiblichen Schurken. Lady Darksee ist faszinierend. Ja, sie ist hübsch und wohlgerundet, aber sie setzt ihre Reize nicht ein. Zudem kontrastiert ihre äußere hübsche Erscheinung mit ihrer Brutalität. Geheimnisvoll wirkt sie, weil bislang keine Informationen zu ihr geliefert werden. Vielleicht wäre es auch besser ihre Herkunft und Geschichte zu verschweigen, da ansonsten dieser Charakter seinen Nimbus verlieren wird. Auch ist die Figur absolut unberechenbar und offenbart vor allem in einer Szene Brutalität mit einem sardonischen Humor wo ihre Tat eine völlig verdrehte Auflösung dessen darstellt was sie vorher vermeintlich freundlich gesagt hat. Während die Großmäuligkeit des Titelhelden bisweilen etwas nervt glänzt der Band eben mit dieser Frauengestalt.
Wobei: glänzen tut der Band nicht wirklich. Die Farben sind durchweg dunkel gehalten was eine düstere Atmosphäre schafft und die Grausamkeit der damaligen Zeit verdeutlicht. Hier ist kein Postkartenidyll gezeichnet und es gibt keine sonnenumspielte Palmenstrände. In der Seitenaufteilung, vor allem bei den doppelseitigen Schlachtpanoramen, merkt man auch den Einfluss des Ateliergefährten Alex Alice der genauso in seiner Serie Das dritte Testament die Seiten komponiert hatte.

Insgesamt liegt hier ein durchaus gelungener Einstieg vor und man kann gespannt sein wohin die Reise noch geht. Lady Darksee folgt man jedenfalls gerne und wieder einmal hat die Gegenspielerin den Helden in punkto Faszination ausgestochen.


Fazit:
Ein gelungener Einstieg. Zwar ist der Held auf Dauer ein wenig nervig, aber es gibt hier die seit langem faszinierendste Schurkin innerhalb von Comics. Die düsteren Zeichnungen umschiffen jedes visuelle Klischee.


Raven 1: Nemesis - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Raven 1: Nemesis

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 16,00

ISBN 10:
3551026459

ISBN 13:
978-3551026453

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • faszinierende Schurkin
  • Action, Spannung, Dramatik
  • düstere Zeichnungen ohne Postkartenidyll
Negativ aufgefallen
  • Held ist manchmal etwas nervig
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
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Rezension vom: 10.03.2021
Kategorie: Alben
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