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Comic-Besprechung - Breathtaker

Geschichten:
Breathtaker: Liebe Tod Sex Macht (Breathtaker 1-4)
Autor: Mark Wheatley, Zeichner: Marc Hempel, Colorist: Mark Wheatley, Kathryn Mix


Story:
Chase Darrow ist eine schöne junge Frau deren Superkraft es ist, dass sich Männer in sie verlieben. Ob sie es wollen oder nicht. Aber die Gabe ist auch ein Fluch, denn jeder Kuss von Chase raubt den Männern die Lebenskraft und lässt sie altern bis sie letztlich sterben. Nach dem Tod des letzten Geliebten wird der Superheld The Man auf Chase aufmerksam. Da er von einem Fehltritt ablenken will, setzt er alles daran die Frau, welche den Codenamen Breathtaker bekommt, dingfest zu machen. Die Jagd beginnt.


Meinung:
Die vierteilige Mini-Serie Breathtaker liegt in diesem dicken Band komplett vor.  Zusätzlich gibt es noch Nachworte vom Autor und vom Zeichner, Skizzen, sowie ein zusätzliches Kapitel welches vor einigen Jahren als ein kleiner Scherz veröffentlicht worden war und die Metaebene noch mal verstärkte.

Die in der Geschichte vorhandenen Meta-Ebenen sind auch ein Grund dafür warum die Serie heutzutage als Klassiker gilt. Aber wohl vor allem in den USA denn hierzulande dürfte sie nur wenigen Eingeweihten etwas sagen. Der Klassikerstatus liegt nicht nur am Alter. Denn ersonnen wurde Breathtaker schon 1990 und es ist mehr als erstaunlich, dass erst jetzt eine deutsche Erstveröffentlichung vorliegt. Da hatten wohl einige Verlage geschlafen und der Cross Cult Verlag einen kleinen Schatz gehoben. Vielleicht war es manchen aber auch nicht glatt genug. Gerade in den 1990ern muss die Serie wie ein Fremdkörper gewirkt haben. Nicht nur hat sie einen persiflierenden Ton gerade gegenüber den Superhelden die damals in grimmigen waffenstarrenden muskelbepackten Helden ertranken. Und die Frauen solche Busen hatten das man befürchten musste dass die Taillen brechen. Breathtaker schwamm deutlich gegen den Strom. Zudem sind die Panelführungen sehr innovativ, spielen mit den Grenzen, Überblendungen, Seitenaufbau, Perspektiven was dem Mainstreampublikum wohl eher nicht behagte. Aber gerade diese Gründe  führten gerade innerhalb der Gemeinde der Comicschaffenden zu großer Aufmerksamkeit. Und es ist ja auch nicht gerade so, dass die Mini-Serie in einem Kleinverlag verschwunden wäre. Stattdessen kam das erste Heft bei DC heraus, aber nachdem der Herausgeber gehen musste, drohte das Aus für die Serie bis man bei dem DC Imprint Vertigo veröffentlicht wurde. Das allein ist schon eine Qualitätsauszeichnung.

Eine Veröffentlichung war so auch nur bei DC möglich, denn der persiflierende Ton richtet sich ja gerade gegen die Muskelprotze des Image-Verlages oder der Teams die damals bei Marvel veröffentlicht wurden. Etwa wenn die eh schon mit Kräften versehenen Mutanten nun noch Waffen trugen deren Volumen allein schon die Muskelberge brauchte um sie überhaupt tragen zu können. Der Anti-Held dieser Geschichte ist ein muskelbepackter Koloss der die Heldin jagt. Es ist schon der Trend zur Satire ersichtlich, dass sein Name The Man ist. Abgekürzt lautet der nämlich schlicht TM, was ja auch Trademark bedeutet. Also das eingetragene Markenzeichen etwa für Heldennamen. The Man ist auch weniger damit beschäftigt Schurken zu jagen, sondern sich um sein Image und die Vermarktung zu kümmern. Die für ihn anspruchsvollsten Kämpfe sind die Bürokraten und Finanzmanager. So schätzt er Breathtaker allein schon deswegen weil sie ihn fordert und er eine Seelenverwandte erkennt die ebenso an den Kräften und der damit verbundenen Einsamkeit leidet. Wirkt The Man anfangs wie eine Schablone und äußerst unsympathisch, werden nach und nach Schichten enthüllt und er gewinnt an Charakter was ihn zumindest tragisch erscheinen lässt.

Was auch die Heldin betrifft. Oder die Böse, je nach Sichtweise. Sie leidet unter ihrer Fähigkeit, ist dadurch traumatisiert und versucht ihr Leben zu leben ohne ihrer Sucht nach Liebe nachzugehen und anderen zu schaden. Obwohl jeder der sie sieht sich in sie verliebt, ist sie zutiefst einsam. Bei allen Hauptfiguren werden Schichten entfernt und eine deutliche Charakterisierung vorgenommen. Das ist äußerst spannend und ganz im Gegensatz zum damaligen amerikanischen Mainstream. Auch die alles andere als glatten, sondern vielmehr kantigen Zeichnungen haben eher einen avantgardistischen Charakter, aber die nie zur Ruhe kommenden Zeichnungen geben somit auch wieder einen Kommentar zu der psychologischen Verfassung der Hauptfiguren wider. Manche kleineren Aspekte wirken heute zwar etwas veraltet, aber dennoch kann man den Klassikerstatus durchaus nachvollziehen und warum gerade Comickünstler diese Serie sehr schätzten. Man sollte also mehr als einen Blick riskieren und kann bei jeder Lektüre immer etwas mehr entdecken.


Fazit:
Eine deutsche Erstveröffentlichung eines Klassikers dem man manchmal sein Alter ansieht, dessen Charakterisierungen und Meta-Ebenen aber immer noch zu faszinieren wissen. Zudem sind die Zeichnungen schon beinahe avantgardistisch und wissen auf Dauer zu überzeugen.


Breathtaker - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Breathtaker

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 30

ISBN 10:
3966582562

ISBN 13:
978-3966582568

250 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Charakterisierung
  • Meta-Ebenen
  • persiflierender Ton
  • Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • Figuren etwas kantig
  • manches wirkt veraltet
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Rezension vom: 06.04.2021
Kategorie: Hefte
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