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Comic-Besprechung - Der Winter des Zeichners

Geschichten:
Text: Paco Roca
Zeichnungen: Paco Roca


Story:
Spanien 1957 unter der Herrschaft Francos. Der dominierende Comicverlag unter der faschistischen Herrschaft Bruguera. Der Inhabergeführte Verlag trotz allen Drangsalierungen des Systems und liefert das, was seine Leser fordern: Comics in Massenproduktion. Eine Handvoll Zeichner entschließt sich dazu, ihr Glück herauszufordern. Sie gründen ihre eigene Comiczeitschrift und erhoffen sich so Freiheit und Unabhängigkeit. 



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
„Der Winter des Zeichners“ von Paco Roca ist die Neuauflage des erstmals 2012 bei Reprodukt erschienenen Bandes. Sehr schön, dass sich der Verlag dazu entschieden hat, denn bei der Erstveröffentlichung habe ich den Comic glatt übersehen – ein fast unverzeihlicher Fehler!
In „Der Winter des Zeichners“ gibt Roca einen liebenswerten Rückblick auf das Leben des Verlags Bruguera, mit der Franco-Diktatur als Hintergrund und mit dem Weggang einiger seiner besten Zeichner im Jahr 1957, um „Tío Vivo“ zu gründen, die Zeitschrift, in der diese Comic-Profis die gesamte kreative Kontrolle über ihre Figuren haben wollten, ein Abenteuer, das mit einem Misserfolg endete. Damit wendet sich Roca einem immer noch aktuellen Problem zu: Zeichner und die Rechte an ihren Figuren. 
Im Spanien des Jahres 1957 waren Comic-Zeichner keine Künstler, sie waren Arbeiter. Sie wurden pro Seite bezahlt. Viele arbeiteten im Akkord, nach festgelegten und unverrückbaren Mustern. Sie gaben ihre Originale und ihre Urheberrechte im Austausch für das Geld auf, das ihnen gezahlt wurde. Doch 1957 geschah etwas, das die Monotonie durchbrach und Hoffnung säte. Fünf außergewöhnliche Karikaturisten, berühmt für ihre Figuren, wagten es, zu rebellieren. Freilich sind dem deutschen Leser die Figuren in der Regel nicht bekannt. Lediglich Francisco Ibáñez, der zwar nicht zu den Revolutionären gehörte, aber in der Geschichte immerhin zu einer Gastrolle kommt, dürfte durch „Clever und Smart“ nicht nur einen eingefleischten Gemeinde bekannt sein.
Aber – und das ist für mich das eigentlich Schöne an dieser Geschichte – der spanische Hintergrund ist nicht das Wichtigste in dem Band von Roca. Es geht dem Zeichner und Szenaristen um Träume und um Freundschaft. Beides verpackt er in einer sehr emotionalen Geschichte. Sicher schwingt die spanische Geschichte, der Bürgerkrieg, der Untergang der Republik, der Sieg der Faschisten immer wieder durch, denn einige der Zeichner waren in der Republik ausgebildet worden, alle hatten den Bürgerkrieg hautnah miterlebt, es gab sogar einige, die auf der Verliererseite gekämpft hatten. Sie waren in einer Umgebung geformt worden, die auf Hoffnung basierte. Hoffnung, die sie nun auf ihren Traum einer unabhängigen Comiczeitschrift projizierten
Man merkt Roca an, mit wieviel Rechercheaufwand er seinen Comic begleiten musste. Und man merkt dem band an, dass es eine Herzensangelegenheit für ihn war. In einem Interview erklärt er: „Die Comics des Bruguera-Verlags waren es, die mich dazu brachten, Comics zu lieben, und wie viele meiner Generation, sowohl davor als auch danach, wuchs ich mit all ihren Figuren auf“. Diese Liebe zum Medium merkt man jeder Seite, jedem Panel an.
Rocas Artwort ist von einer bestechenden Atmosphäre. Die Kolorierung schafft Tiefe und der Betrachter lässt sich nur zu gerne in die Geschichte hineinziehen. Dazu trägt auch die Erzählweise Rocas bei. Er lässt sich Zeit. Hält über mehrere Panels seine Einstellung und lässt die Personen über Dialoge agieren. So gewinnen auch sie Tiefe und Glaubwürdigkeit.



Fazit:
„Der Winter des Zeichners“ liefert ein vortreffliches Gesellschaftsbild. Einerseits des frühen Franco-Staates und andererseits des Arbeitsalltages von Comicschaffenden in den 1950er- und 1960er-Jahren. Neun von zehn Comichefte.



Der Winter des Zeichners - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Der Winter des Zeichners

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Reprodukt

Preis:
€ 20

ISBN 13:
978-3-95640-268-5

128 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Artwork
  • Glaubwürdig
  • Sittengemälde
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 08.04.2021
Kategorie: Alben
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