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Comic-Besprechung - Batman: Die Nächte von Gotham

Geschichten:
Batman: Die Nächte von Gotham (Batman: Gotham Nights 1-8)
Autor: Brad Meltzer, Sal Giunta, Larry Hama, Michael Grey, Mark Russell, Steve Orlando, Andrea Shea, Zeichner: Jim Lee, Mirko Colak, Ryan Benjamin, Viktor Bogdanovic, Tom Lyle, Neil Edwards, Inker: Scott Williams, Mirko Colak. Richard Friend, Jonathan Glapion, Tom Lyle, Scott Hanna, Colorist: John Kalisz, Alex Sinclair, Ivan Plascencia, Jeromy Cox


Story:
Sobald es Nacht wird in Gotham, kommen nicht nur die Verbrecher aus den Löchern, sondern auch der Dunkle Ritter und seine Gehilfen. So bekommen sie es nicht nur mit der Clowngang und Terroristen zu tun, sondern auch mit Superschurken wie Clayface, Poison Ivy, dem Joker und Killer Moth. Aber es ist nicht immer alles so wie es auf den ersten Blick zu sein scheint.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Das Paperback Batman: Die Nächte von Gotham beinhaltet zehn in sich abgeschlossene Kurzgeschichten die außerhalb der Kontinuität stehen. Somit sind sie besonders freundlich zu Gelegenheitsleser*innen und  Neueinsteiger*innen. Man braucht schließlich kein Vorwissen und muss sich nicht in einen langen Handlungsstrang einfinden. Man lehnt sich einfach zurück und genießt die Geschichten. Diese sind zunächst als Webcomic erschienen und wurden erst dann als Hefte veröffentlicht, wobei hier mit der gleichen Aussprache der Wörter „Night“ und „Knight“ im englischen gespielt wird. Das eine bedeutet Nacht, das andere Ritter und beides können als Synonyme für Batman gelten. Jedenfalls merkt man den Ursprung als Webcomics nicht an. Diese sind oftmals gerade in den Hintergründen sehr reduziert gehalten da Details oft untergehen und je nachdem wie aufwändig die Zeichnungen sind, sich auch die Ladedaten erhöhen. Hier ist davon nichts zu merken. Fast ausnahmslos sind die Zeichnungen realistisch und detailreich. Ausnahmslos sind sie auch angenehm und vermögen zu überzeugen.

Ganz so durchgehend ist die Qualität bei den Storys allerdings nicht. Wie zu erwarten gibt es bei einer Art Anthologie, jede Kurzgeschichte stammt von einem anderen Kreativteam, auch Ausrutscher und nicht alle Geschichten können überzeugen.

Das trifft bereits auf die allererste zu die einem schon die Lektüre verübeln kann. Zeichnerisch stammt die von Jim Lee, einem Superstar, und an der graphischen Umsetzung gibt es absolut nichts auszusetzen. So kraftvoll, dynamisch und spannend kommen die Bilder daher. Aber man hätte den Ton abschalten sollen. Denn der Text behandelt eine Rede anlässlich einer Verleihung einer Medaille an einen Soldaten und stellt somit den fiktiven Helden Batman gegen einen Helden der Realität, einem tatsächlich lebenden Soldaten. Was allerdings in einen Patriotismus abrutscht der zumindest hiesigen Leser*innen übel aufstoßen kann. Und ob man Soldaten per se als Helden ansehen mag, ist auch fragwürdig. Direkt darauf folgt eine weitere kleine Soldatengeschichte um Kathy Kane, der späteren Batwoman, und einem Einsatz als sie noch Kadett war. Die Geschichte ist gut, aber belanglos, kann aber in einer schönen Splashpage auf das spätere Schicksal der Heldin vorgreifen.

Etwas unglücklich ist es schon gerade zwei der schwächsten Geschichten direkt am Anfang des Bandes zu haben, aber man orientiert sich halt an der Nummerierung der US-Veröffentlichung. Man wird aber mit einer Detektivgeschichte belohnt wie man sie mittlerweile viel zu selten im Batman-Universum liest. Besonders psychologisch ist diese Geschichte um Clayface interessant. Wie auch die direkt darauf folgende mit Poison Ivy deren Motive edel sind, aber nicht ihre Mittel und beide bringen Batman in eine gewisse Erklärungsnot. Aber es geht hier nicht nur um Superschurken, sondern auch um Wirtschaftsverbrechen und so nimmt Batman durchaus Kollegen von seinem Alter Ego Bruce Wayne aufs Korn. Eigentlich nicht seine Stammklientel, aber der Joker spielt auch noch eine gänzlich unerwartete Rolle. Wie auch später der Joker gar nicht mehr selber sein Chaos verbreiten muss, sondern die sozialen Medien dazu nutzt. Man sieht: auch Sozialkritik findet hier seinen Weg in den Band. Wenn der Joker als Anwalt agiert, dann zeigt das auf ein verdrehtes Rechtssystem hin und die Kritik an der Aufmerksamkeit um jeden Preis in den sozialen Medien ist überdeutlich.

In der Geschichte in der auch Harley Quinn einen Auftritt hat, steht die Action im Vordergrund, hat aber auch einen gewissen Witz. In einer anderen Geschichte, die durchaus tragisch ist, steht wieder die Psychologie eines Schurken im Mittelpunkt: nach langer Zeit begegnet man wieder Killer Moth. Man sieht also: es gibt Action, ein bisschen Witz, Sozialkritik, gute psychologische Profile was einem die ersten zwei schwachen Geschichten vergessen lassen kann. Wenn nicht die letzten beiden Geschichten wieder Ausrutscher wären. Die Story um Nightwing ist zwar interessant, aber letztlich viel zu platt geraten weswegen sie belanglos ist, was auch das Solo-Abenteuer von Signal betrifft. Letztere ist ungeheuer naiv und damit ärgerlich. Als ob man rein durch eine Moralpredigt jemanden dazu bringen könnte aus einer Gang auszutreten. Klappt natürlich nicht, auch nicht in einem Comic. Obwohl es also einige Ausrutscher nach unten gibt, sind die guten Geschichten in der Überzahl, weswegen der Band also sehr empfehlenswert ist.


Fazit:
Trotz einiger Ausrutscher überwiegen hier die sehr guten Geschichten, weswegen sich die Anschaffung auch für Gelegenheitsleser lohnt. Actionreich und psychologisch interessant mit einem Hauch Sozialkritik.


Batman: Die Nächte von Gotham - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Batman: Die Nächte von Gotham

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 18,00

ISBN 10:
3741622389

ISBN 13:
978-3741622380

156 Seiten

Positiv aufgefallen
  • psychologisch interessant
  • Anflüge Sozialkritik
  • detaillierte Zeichnungen
  • Wieder Detektivarbeit
Negativ aufgefallen
  • teilweise unangenehm patriotisch und platt
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Rezension vom: 17.04.2021
Kategorie: Batman
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