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Comic-Besprechung - Die Geschichte von Francine R. - Widerstand und Deportation

Geschichten:
Text: Boris Golzio
Zeichnungen: Boris Golzio


Story:
Francine R. wird zusammen mit ihrer Schwester am 6. April 1944 in Pouilly-sous-Charlieu an der Loire von der Gestapo wegen der Widerstandsaktivitäten ihres Bruders Joannès verhaftet. Von dort fuhren sie in einem Frauenkonvoi ab und wurden dann getrennt: Ihre Schwester kam in ein Arbeitslager in Hannover, Francine in das Lager Wattenstedt in der Rüstungsfabrik Herman Göring. Während ihrer gesamten Reise blieb ihr nichts erspart: Schläge, sobald sie von der Gestapo verhaftet wurde, ständige Demütigungen, Zugfahrten im Viehwaggon, Begrüßung durch Wolfshunde auf dem Bahnsteig des KZ-Bahnhofs, medizinische Experimente, Entkleiden der Toten, Plündern der Lebenden, Zwangsarbeit.



Meinung:
Beim Lesen des Bandes habe ich sie ständig im Hintergrund gehört: die ewig Nörgler in ihrem Zynismus und in ihrer satten Selbstzufriedenheit. „So langsam reicht es mit diesem Thema!“ oder „Ich habe damit nichts zu tun!“. Solange diese oder ähnliche Sätze bei der Lektüre von Augenzeugenberichten nur gedacht werden, ist die Lektüre von Geschichten wie „Die Geschichte von Francine R. - Widerstand und Deportation“ geboten und notwendig. 
Francine hat Boris Golzio die schrecklichsten Jahre ihres Lebens in einem langen Interview detailliert geschildert. Der Autor und Zeichner, der diesen Stoff schon lange in den Händen hält, hat sich nun entschlossen, ihn in eine Comic-Geschichte umzusetzen, deren Zeichnungen so neutral und naiv wie möglich sind, um den täglichen Horror der Juden in der nationalsozialistischen Diktatur erträglich zu machen. Golzio erreicht aber noch mehr. Denn ihm gelingt es seine Bilder als reine Informationsübermittler zu verwenden. Kein Strich zu viel. Purer Ausdruck, um vom Inhalt so wenig wie irgend möglich abzulenken.
Francine erzählt Golzio ihre Geschichte, wobei der Text nur von Francines Stimme verfasst ist. Sie gibt ihren Leidensweg wieder, der schon lange vor April 1944, dem Zeitpunkt ihrer Verhaftung durch die Gestapo, begann in ihrer eigenen rohen Sprache, die aus Zögern, Wiederholungen und Zittern besteht. Alles steht bei Golzio unter dem Aspekt der Wahrhaftigkeit, der Authentizität, um die Wahrheit der Worte Francines zu respektieren und das Leben dieser Frau so gut wie möglich zu schildern. Eine Widerstandskämpferin, deportiert, unter Tausenden von anderen, aber dessen jede Stimme, jedes Wort einzigartig ist und vor dem Vergessen bewahrt werden muss. Dazu dient der Band.
Dem französischen Künstler gelingt es so die ständige Hoffnung, aus dieser Hölle lebend herauszukommen, die Sabotage der Arbeit, die Ergriffenheit bei der Befreiung des Lagers, die erste Nacht in einem richtigen Bett, der 14. Juli der Befreiung in Paris eindrucksvoll und aus einem ganz persönlichen Blickwinkel zu beschreiben. 
Ich weiß, dass sich bei „Die Geschichte von Francine R. - Widerstand und Deportation“ ein Vergleich aufdrängt zu „Maus“ von Art Spiegelmann. Ich lehne solche vergleiche ab. Golzio liefert ein weiteres Puzzelteil, um die Zusammenhänge zu verstehen. Punkt. That´s it. Vielleicht wurde diese Geschichte schon tausend Mal gehört, aber es gibt allein unter den Juden sechs Millionen Einzelschicksale – und sie alle haben es verdient gehört zu werden. Eine Lektüre für die Schule.



Fazit:
Ein beklemmend eindrucksvoller Augenzeugenbericht, der Schülern wie jedem empathischen Menschen ans Herz gelegt werden kann. Acht von zehn weiße Tauben.



Die Geschichte von Francine R. - Widerstand und Deportation - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Geschichte von Francine R. - Widerstand und Deportation

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Avant Verlag

Preis:
€ 24

ISBN 13:
978-3-96445-047-0

136 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Augenzeugenbericht
  • Beklemmend
  • Realistisch
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 06.05.2021
Kategorie: Alben
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