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Comic-Besprechung - Spider-Man Noir Collection

Geschichten:
Spider-Man Noir Collection (Spider-Man Noir 1-4, Spider-Man Noir: Eyes without a Face 1-4, Edge of Spider-Verse 1, Spider-Verse Team-Up 1, Spider-Geddon: Spider-Man Noir Video Comic 1)
Autor: David Hine, Fabrice Sapolsky, Roger Stern, Zeichner / Inker: Paco Diaz, Carmine Di Giandomenico, Richard Isanove, Bob McLeod, Colorist: June Chung, Andrew Crossley, Carmine Di Giandomenico, Richard Isanove, Andres Mossa


Story:
New York in den 1930ern. Peter Parker ist ein junger Mann, der von der Korruption in der Stadt angeekelt ist und voller Wut steckt. Nicht zuletzt weil sein Onkel Ben von dem Gangsterboss Norman Osborn ermordet worden war. Als Peter den Journalisten Ben Urich kennenlernt, wird er von ihm zum Fotografen ausgebildet. Als bei einer Recherche seltene Spinnen entkommen, wird Peter gebissen und erlangt Kräfte. Dadurch entschliesst er sich, das Verbrechen zu bekämpfen. Doch wem kann er in einer Stadt die in Gewalt und Korruption versinkt, überhaupt trauen?


Meinung:
Der Hardcoverband Spider-Man Noir Collection beinhaltet zwei abgeschlossene Mini-Serien sowie drei US-Hefte welche zwar den Spider-Man Noir in den Mittelpunkt stellen aber Events wie Spider-Verse zuzurechnen sind. Im Negativen zeigt der Band schön auf wie eine gute Idee ausgequetscht wird. Dadurch verliert sie ihr Alleinstellungsmerkmal und wird schließlich durch unsägliche Events auf Beiwerk relativiert was ihr das Besondere nimmt. Ja, dadurch wird das schon fast aufgehoben und damit zunichtegemacht. So stellt sich die Frage warum man alternative Versionen nicht einfach in Ruhe lässt und ihnen das Besondere weiterhin zuspricht? Wie es übrigens auch Old Man Logan oder den Marvel Zombies erging die mittlerweile in der Bedeutungslosigkeit versunken sind. Die Antwort ist schlicht und einfach: es bringt Geld. Zurzeit verkaufen sich bei Marvel, zumindest in den USA, nur noch die Events besonders  gut, weswegen sie inflationär geworden sind. Und wenn ein Einzelkonzept erfolgreich ist, wird es bis auf den letzten Tuschetropfen ausgequetscht. Was zu Lasten der Originalität und Kreativität geht.

Dabei ist die Grundidee von Spider-Man Noir so simpel aber dennoch bestechend. Was wäre wenn Spider-Man schon in den USA der 1930er aktiv gewesen wäre? Das erlaubt auch einen Rückgriff auf die Pulp-Magazine der damaligen Zeit in denen etwa The Shadow auftrat, aber auch der Hardboiled-Krimi eines Dashiell Hammet und Raymond Chandler seinen Anfang nahm. Namhafte Autoren wie die genannten haben ihre Karriere auch in den Magazinen gestartet. Gerade die Pulp-Magazine haben viele Superhelden inspiriert. So kann man etwa Batman Einflüsse von Shadow und Zorro nicht absprechen. Da aber schon damals Helden mit Kräften und Gadgets vorkamen waren sie auch Wegbereiter bis 1939 mit Superman die eigentlichen Superhelden die Bühne betraten. So abwegig ist die Idee also nicht einmal einen Helden in die Zeit zu versetzen.

In diesem Rückgriff werden die hier veröffentlichten Storys auch sehr viel düsterer und härter. Dennoch ist es ein erfrischendes Konzept und man kann Charaktere in einem anderen Licht sehen. Peter Parker ist immer noch ein etwas nerdiger junger Mann der als Fotograf engagiert wird und letztlich von einer Spinne gebissen wird und Kräfte bekommt. Aber das Kostüm ist komplett anders und er scheut auch vor dem Gebrauch vor Schusswaffen zurück. Aber die Gegner sind neu definiert und es wurden alle Sci-Fi-Elemente weggelassen. Auch die Semi-Fortsetzung ist sehr stark und neben der Neu-Definition gerade der Schurken und Nebenfiguren werden auch soziale und politische Themen aufgegriffen. So spielt der Nationalsozialismus, Rassismus, Arbeitslosigkeit, Sozialismus eine große Rolle. Das ist bei Marvel nur in Verbindung mit der Historie möglich. Marvel traut sich das so deutlich im Hier und Jetzt nicht, da man eine potentielle Leserschaft nicht verschrecken will. So geschieht das eher sehr versteckt. Aber wenn es in der Historie angesiedelt ist, so kann man viel eher über Sozialismus schreiben da es mit dem New Deal von Roosevelt verknüpft wird.

Dazu passend merkt man im Anhang auch bei einigen Covern das die Künstler ordentlich Frank Miller zu Sin City-Zeiten studiert haben und zumindest von der Stimmung liegen die auch nicht so weit auseinander. Der ganze Band ist stark und lohnenswert. Trotz der Tie-Ins zu den Events die verdeutlichen das das Konzept von Spider-Man Noir dann nicht mehr funktioniert, da er nicht mehr in seiner Zeit ist. Aber bevor er jeweils auf den letzten Seiten dann zu universellen Abenteuern abgeholt wird, kann Parker noch einige fesselnde Abenteuer erleben mit Neudefinitionen vom Shocker und vor allem Mysterio. Aber die Illusion wird durch die Event-Verbundenheit zerstört. Aber die Panels oder die eine Geschichte kann man auch bei der nächsten Lektüre überspringen und den Rest genießen. Denn der Teil lohnt sich.


Fazit:
Eine bestechende Idee, deren gelungene Umsetzung hier in einem dicken Band versammelt sind. Leider wird auch deutlich wie ein grandioses Konzept  ausgepresst und durch Events verwässert wird. Dennoch empfehlenswert.


Spider-Man Noir Collection - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Spider-Man Noir Collection

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 36,00

ISBN 10:
3741619302

ISBN 13:
978-3741619304

164 Seiten

Positiv aufgefallen
  • gutes Konzept
  • soziale und politische Themen eingebettet
  • Neudefinition Schurken und Nebenfiguren
Negativ aufgefallen
  • Einbettung in Events verwässert Konzept
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Rezension vom: 08.05.2021
Kategorie: Spider-Man
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