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Comic-Besprechung - Bruno Brazil - Neue Abenteuer 2: Black Program 2

Geschichten:
Bruno Brazil - Die neuen Abenteuer 2: Black Program 2
Autor: LF Bollée, Zeichner: Philippe Aymond, Colorist: Didier Ray


Story:
Das Kommando Kaiman ist zwar wieder versammelt, aber zwei der vier überlebenden Mitglieder sind nicht einsatzfähig. Bruno erfährt die ungeheuren Hintergründe desjenigen, den sie unschädlich machen sollen. Der gejagte Wissenschaftler war der erste Mensch der den Mars betreten hat, aber verändert zurück kam. Während Whip und Tony Nomade Recherchen anstellen welche die Situation auch innerhalb des Teams nachhaltig verändern werden, suchen Gaucho und Bruno die Basis des Gejagten. Doch kann man Bruno überhaupt noch trauen?


Meinung:
Es ist schon recht lobenswert das bei den neuen Abenteuern einiger klassischer Helden keine komplette Neuerfindung vorliegt. Im Gegensatz zu den amerikanischen Superhelden wo gerade das komplette Umstülpen des Helden und seines gewohnten Umfelds zu den immer wieder eingeführten (Kauf-)Anreizen führen, oder man ihn direkt umbringt um ihn nur noch abstruser wieder zum Leben zu erwecken, ist das bei den klassischen Abenteuerhelden des frankobelgischen Comic nicht so ohne weiteres möglich. Schließlich würde dann der Kern des Charakters und damit der Serie verloren gehen, was sich nicht nur negativ auf die Verkaufszahlen auswirken würde, sondern auch den Klassikerstatus beschädigen könnte. Manchmal führt das zu unbefriedigenden Kompromissen wie bei den neuen Abenteuern von Der rote Korsar das zwar zeichnerisch modern, aber erzählerisch altmodisch ist und gerade dann zu scheitern droht wenn man es allen recht machen will. Oder es führt zu solchen Glanzlichtern wie bei Rick Master wo gerade die Schwächen der Originalserie und die antiquierten Aspekte ironisch hervorgehoben und modernisiert werden. Man kann natürlich auch einfach so weitermachen wie bisher und den Helden einen Neuanstrich verweigern wie bei Blake und Mortimer.  Alle Möglichkeiten sind legitim.

Bei den neuen Abenteuern von Bruno Brazil findet man interessanterweise eine Mischung von allen Aspekten vor. Die Zeichnungen sind modern aber erzählerisch kann man das Rad von Greg nicht komplett neu erfinden (wie bei Der rote Korsar), inhaltlich wird direkt an die alte Serie angeknüpft (wie bei Blake und Mortimer), aber es werden eben auch die Figuren komplexer und moderner gestaltet (wie bei Rick Master). Es liegt also keine komplette Neuerfindung vor, aber der Reboot ist in mancherlei Hinsicht sehr realistisch. Man knüpft inhaltlich an die alte Serie an, nutzt aber moderne Erzählmittel. Obwohl schon Vance als moderner Zeichner galt und die Darstellung von Actionszenen im Comic revolutionierte. Hier darf man keine solcherlei Revolution erwarten. Aber es ist durchaus härter und etwas düsterer, was auch realistischer ist. Bruno Brazil wurde auch deswegen berühmt und zu einem Klassiker, weil die Helden verletzt werden konnten und schließlich sogar der Großteil des Teams starb. Es ist die größte Stärke der neuen Abenteuer gerade diesen Aspekt aufzugreifen und zu zeigen wie die vier Überlebenden des Kommandos Kaiman damit umzugehen versuchen. Whip etwa ist an den Rollstuhl gefesselt, Tony Nomade kann mit seinem verletzten Bein nicht am Einsatz teilnehmen und vor allem der Titelheld Bruno Brazil leidet nicht nur an Depressionen, sondern auch an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Was in einer sehr eindrucksvollen Szene gut auf den Punkt gebracht wird. Zudem scheint er gegenüber seinen Kameraden ein Geheimnis zu haben was die Lektüre der nächsten Bände noch durchaus spannend machen könnte.

Das ist alles sehr stark und die persönlichen Aspekte lassen auch die Action sehr viel spannender werden. Aber es gibt schon einen Aspekt an dem sich die Geister hier scheiden werden. Es gab in der Serie immer schon leichte Anleihen bei der Science-Fiction, wobei sich das meist auf die Gadgets bezog. Ähnlich wie bei 007. Hier gibt es einen sehr viel deutlicheren Schlenker in die Richtung. Eine definitive Antwort darauf ob nun der Science-Fiction-Anteil richtig ist oder nur in der Wahnfantasie des Schurken spielt (der übrigens zu oft James Bond 007 – Man lebt nur zweimal  gesehen hat) bleibt anhand der Dialoge etwas offen. Aber da die Fantasie bebildert wurde suggeriert es, das eben das Fantastische wirklich vorgekommen ist was den realistischen Anspruch der Serie etwas mildert und einige Fans befremden könnte. Ansonsten ein gelungenes Reboot und sowohl alten wie auch neuen Fans empfohlen.



Fazit:
Ein gelungenes Reboot, was an die alten Abenteuer anknüpft und psychologisch sehr spannend ist. Auch die Action und die Geheimdienstarbeit überzeugen, wohingegen der Ausflug in das Genre der Science-Fiction wohl nicht allen gefallen dürfte.


Bruno Brazil - Neue Abenteuer 2: Black Program 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Bruno Brazil - Neue Abenteuer 2: Black Program 2

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
All Verlag

Preis:
€ 15,80

ISBN 10:
3968040287

ISBN 13:
978-3968040288

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • psychologisch interessant
  • Realismus
  • unerwartete Wendungen
  • keine komplette Neudefinition
Negativ aufgefallen
  • zu starke Anleihen an Science-Fiction
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Rezension vom: 17.05.2021
Kategorie: Alben
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