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Comic-Besprechung - Beate und Serge Klasfeld – Die Nazijäger

Geschichten:

Text: Pascal Bresson 
Zeichnungen: Sylvain Dorange 



Story:

„Wenn die Deutschen uns verhaften, werde ich überleben, weil ich stark bin, aber du nicht.“ Diese Worte, gesprochen 1943 von seinem Vater, der in Auschwitz ermordet wurde, wird Serge Klarsfeld nie vergessen. Nach dem Krieg heiratete er Beate, eine junge deutsche Frau, die in Paris lebte. Gemeinsam versprachen sie, den Ausschluss aller ehemaligen Nazis aus dem deutschen politischen Leben zu erwirken und dann den Prozess und die Verurteilung der Nazi-Haupttäter zu erwirken. Aufmerksam wurde die deutsche Öffentlichkeit auf ihre Arbeit, als es Beate Klarsfeld gelang 1968 dem damaligen Bundeskanzler Kiesinger vor aller Augen eine Ohrfeige zu geben. Ein Skandal! Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf denen, die in Frankreich aktiv gewesen waren. Flugblattverteilungen, Demonstrationen, Entführungsversuche, die "Klarsfeld-Methode" beweist ihre Hartnäckigkeit, um die ehemaligen Kriegsverbrecher aufzuscheuchen, die friedlich und völlig ungestraft leben, während sie während des Krieges offizielle Positionen innehatten.



Meinung:

Ganz tief in meinem Kopf hatte ich die Information vergraben, dass unser alter Bundeskanzler Kiesinger eine Ohrfeige bekam. Ich wusste auch noch, dass er für Goebbels das Radioprogramm leitete. Mehr nicht. Durch den Band „Beate und Serge Klasfeld – Die Nazijäger“ habe ich nun endlich die Hintergründe entdeckt – auf spannende und fesselnde Weise.
Das Szenario des Bandes basiert auf den Lebenserinnerungen von Serge Klarsfeld. Der Plot ist faszinierend und eindrucksvoll. Ich habe mich mehrmals dabei ertappt, wie ich am liebsten laut „Das darf doch wohl nicht wahr sein!“ ausgerufen hätte. Mir war bewusst, dass es viele Personen in der Bundesrepublik gab, die auch unter der NSDAP Karriere gemacht haben. Das ganze Ausmaß war mir neu und wird faszinierend dargestellt. Ich habe große Bewunderung für die Kampfeslust und den Mut von Beate und Serge gewonnen. Welche Genugtuung ist es zu sehen, dass ihr Kampf mit einer Verurteilung endet. Erwähnt werden muss in jedem Fall auch die Arbeit von Pascal Bresson, der auf brillante Weise ein an Wendungen so reiches Leben auf wenigen Seiten verdichtet hat.
Und das ist die entscheidende Frage: kann es gelingen ein so kampfvolles Leben auf gut 200 Comicseiten darzustellen. Geht nicht viel zu viel verloren? Ich würde diese Frage bei mir mit ja beantworten. Der Band macht neugierig mehr zu entdecken. Immer wenn ich dann wollte, dass es tiefer in die Materie geht, kommt der Schwenk zur nächsten Szene. Bresson schafft es schon, durch einen sehr hohen Textanteil ein detailliertes Bild zu entwerfen. Aber gerade in Anbetracht der Komplexität der beider Leben, er französischer Jude, sie Deutsche, müssen wichtige Details wegfallen. Beispielsweise Horst Mahler, der sie wegen der ohrfeige vertritt. Kurze Zeit später war er Anwalt der RAF. Heutzutage ist er Anwalt für Rechtsextreme. Aspekte, die in einem 200-Seiten-Comic nicht beleuchtet werden können.
Aus ästhetischer Sicht fand ich die Linienführung anfangs etwas abrupt. Die Zeichnungen erinnern an die gezeichnete Reklame in der 1950er und 1960er Jahren. Das HB-Männchen schien öfters Pate gestanden zu haben. Das ist aber gut, denn so wird dem Betrachter der Einstieg in die anderen Jahrzehnte leicht gemacht. Hinzu kommen die Brauntöne, die dem Ganzen eine besondere Atmosphäre geben.



Fazit:

Eine faszinierende Geschichte. Empfehlenswert als Einstieg und für Schulklassen. Sieben von zehn Ohrfeigen.



Beate und Serge Klasfeld – Die Nazijäger - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Beate und Serge Klasfeld – Die Nazijäger

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 3551793476

ISBN 13:
978-3-551-79347-8

208 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Ein Stück bundesrepublikanische Geschichte
  • 60er-Jahre Artwork
  • Authentizität
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 10.06.2021
Kategorie: Alben
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