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Comic-Besprechung - Fear Agent 2

Geschichten:

Fear Agent 2 (Fear Agent 12-15, 17-21)
Autor: Rick Remender, Zeichner: Tony Moore, Jerome Opena, Kieron Dwyer, Inker: Ande Parks, Rick Remender, Jerome Opena, Colorist: Lee Loughridge, Michelle Madsen



Story:

Einst war der Trucker Heath ein glücklicher Mann der mit Frau und Sohn auf einer Farm in den Südstaaten der USA lebte. Als eines Tages zwei Armeen von Aliens ihren Krieg auf der Erde austrugen, gerieten die Menschen zwischen die Fronten und die menschliche Zivilisation drohte unterzugehen. Heath schloß sich dem Widerstand an und traf eine folgenschwere Entscheidung die ihn noch heute verfolgt.



Meinung:

Wer den ersten dicken Band von Fear Agent gelesen hat, der weiß das in dieser klassisch anmutenden Hommage an alte Pulps sowohl Science-Fiction Elemente als auch Zutaten klassischer Abenteuergeschichten vorkommt. So erinnert man sich unwillkürlich an klassische Helden wie John Carter und meint immer wieder, dass es ein Reboot alter Pulps wäre. Allerdings waren damals die Helden zwar oftmals naiver aber lange nicht so nervig wie der Held Heath. Die Mischung aus Selbstmitleid, kindlichem Trotzgebaren und Dauersuff machte ihn sehr nervig und stellenweise nicht sonderlich sympathisch. Ja, manchmal sogar schwer zu ertragen und das kann einer Serie den Todesstoß versetzen wenn man den Helden nicht ausstehen kann. Aber das Flair, die Action und Atmosphäre hielt einen bei der Lektüre.

Und es ist gut, das man dabei blieb, denn der zweite Band, ebenso dick, ist deutlich besser als der erste. Was vor allem daran liegt, das die erste Hälfte eine lange Rückblende ist und die Geschehnisse zeigen  wie Heathrow zu dem wurde der er ist. Man lernt ihn als liebenden Ehemann und Vater kennen, der eher der unteren Arbeiterklasse zuzuordnen ist. Ein hemdsärmeliger Typ von dem man den Eindruck hat, dass man, wenn man seinen Respekt und seine Freundschaft errungen hat, sich hundertprozentig auf ihn verlassen kann. Ein treuer Kumpel also. Auf wenigen Seiten  wird er skizziert und man hält sich gar nicht lange dabei auf, da dann die Alien-Invasion beginnt. Das ist nicht nur voller Action, sondern auch hoch dramatisch. Es werden zwar einige  große Handlungssprünge in Kauf genommen, so etwa erfährt man nie wie sich der Widerstand formierte und wie Heath einer der Anführer wurde, aber zum Glück wird hier auf den Witz verzichtet der schon im ersten Band platt und infantil wirkte. Am Ende der ersten Hälfte wird dann auch deutlich welch enorme Last und Schuld Heath auf seinen Schultern tragen muss. Was nicht nur seinen späteren Suff erklärt, sondern auch aufzeigt wie sehr Missverständnisse und mangelnde Kommunikation sowie Vorurteile Katastrophen auslösen kann.

So gewinnen die charakterlichen Konstellationen in der zweiten Hälfte des Buches, die dann in der erzählerischen Jetzt-Zeit spielen, an Schärfe und Tiefe. Man hat mehr Verständnis für alle Figuren wodurch auch die klassischen Schemata von Gut und Böse aufgelöst werden. Allerdings bleibt man hier dem eingeführten Helden treu und er wird wieder nerviger. Man kann ihn zwar besser verstehen, aber das macht ihn nicht sympathischer. Vor allem gibt es auch hier wieder große inhaltliche Sprünge was noch dadurch auf die Spitze getrieben wird, dass ein äußerst platter Deus-Ex-Machina Effekt eingebaut wird. Man sieht Heath in einer ausweglosen Situation und dann wie er bei Verbündeten ist. Wie er gerettet wurde und wie das vonstattenging, wird schlicht und einfach verschwiegen. Das wusste der Autor wohl selber nicht. Dreist.

Ansonsten ist auch die zweite Hälfte äußerst temporeich mit ironischen Verweisen auf alte Piratengeschichten und auch Sozialkritik an religiösem Fanatismus wird sehr geschickt mit eingebaut. Dennoch werden die Charaktere nie aus dem Blick gelassen und blinde Rache stürzt alle ins Verderben. Es steckt also mehr drin als man vermuten dürfte und die fantasievollen, detailreichen Zeichnungen die bei der Mimik aber gerne mehr wie Cartoons wirken, ziehen einen gut in die Welt hinein. Trotz einiger Fehler ist hier aber doch eine Empfehlung auszusprechen weil die Serie sich doch deutlich mausert und nun mehr und tiefere Ebenen unterbringen kann.



Fazit:

Besser als der erste Band da eine lange Rückblende den Helden sympathischer macht. Leider kommen viele Handlungssprünge vor und ein dreister Deus-ex-Machina-Effekt. Aber die Charaktere gewinnen an Tiefe und das macht die Handlung dramatischer. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.



Fear Agent 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Fear Agent 2

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 26

ISBN 10:
3966583070

ISBN 13:
978-3966583077

250 Seiten

Positiv aufgefallen
  • charakterliche Schärfe
  • Aufhebung Gut-Böse-Schema
  • fantasievolle Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • nerviger Held
  • große Handlungssprünge
  • dreister Deus-ex-Machina-Effekt
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Rezension vom: 03.07.2021
Kategorie: Hefte
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