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Comic-Besprechung - Stumptown 1: Der Fall des Mädchens, das sein Shampoo mitnahm (aber seinen Mini zurückliess)

Geschichten:

Stumptown 1: Der Fall des Mädchens, das sein Shampoo mitnahm (aber seinen Mini zurückliess)
Autor: Greg Rucka, Zeichner: Matthew Southworth, Colorist: Lee Loughridge, Rico Renzi, Matthew Southworth



Story:

Dex Parios ist Privatdetektivin in Portland. Als sie eines Abends hohe Spielschulden anhäuft, sieht sie sich gezwungen die Enkelin der Casino-Besitzerin zu suchen, um so die Schulden abzuarbeiten. Doch scheint das Mädchen nicht mit einem Jungen durchgebrannt, sondern vielmehr auf der Flucht zu sein. So bringt die Suche auch Dex in Lebensgefahr.



Meinung:

Die Serie Stumptown ist bereits von 2009 und damit hat der Splitter-Verlag einen kleinen Schatz gehoben. Es ist immer wieder erstaunlich, dass einige Serien namhafter Autoren erst spät ihren Weg nach Deutschland finden. So kann man hoffen das immer noch einige lohnenswerte Reihen ihrer Entdeckung harren. Greg Rucka ist als Autor wahrlich kein Unbekannter. Vielleicht ist seine Tätigkeit im Superheldenbereich ein Grund dafür warum der Blick auf andere seiner Werke verstellt wird. Dabei hat Rucka im Superheldensegment genau das weiter verfolgt, was er auch in seinen Independentserien gemacht hat: Krimis mit starken Frauenfiguren.

Queen and Country kann man schon als Mittelweg sehen mit viel Action, aber Reihen wie Gotham Central spielen zwar im Batman-Kosmos, ist aber eine reine Krimiserie. Stumptown kann man da als Vorläufer sehen, obwohl auch diese auf großen Schultern steht. Aber das ist kein Wunder wenn es um einen Privatdetektiv geht. Schließlich fallen da einem sofort die Klassiker ein wie etwa Hercule Poirot oder auch die Vertreter der Hardboiled Schule wie Marlowe, Spade oder auch Mike Hammer.  Dabei folgt Stumptown eher dem Noir als der Hardboiled-Schule. Vielleicht ist das auch ein Grund warum trotz des  guten Rufes des Autors die Serie erst jetzt hierzulande erscheint. Denn Action ist hier nicht das vorrangige Ziel, was Fans seiner Superheldengeschichten enttäuschen dürfte. 

Vielmehr ist Stumptown eine klassische Privatdetektivgeschichte und nicht zuletzt zeichnerisch an den Film Noir angelehnt. So ist die Farbgebung sehr zurückhaltend und meist dunkel erdig gehalten in der blau-schwarz-Töne dominieren. Die Zeichnungen sind sehr realistisch und besitzen keinerlei Verfremdungseffekte, sondern erschaffen das Setting naturalistisch und stellen die Figuren und ihre Handlungen in den Vordergrund. Hier gibt es aber bei der Figurengestaltung einige Schwächen und die Gesichtszüge hat man nicht immer im Griff. So wechselt das Aussehen einer Figur auf einer Seite mehrfach und man ist etwas irritiert wer denn nun gerade spricht. Aber anhand der Kleidung ist sie identifizierbar. Hier täte mehr Vielfalt gut. Aber die gut eingefangene Atmosphäre und das Setting machen das wett.

Für Rucka typisch und für das Subgenre des Privatdetektivs untypisch ist die Tatsache, dass eine Heldin die Hauptfigur ist. Mit seltenen Ausnahmen sind Privatdetektive männlich und so liegt hier eine schöne Abwechslung vor und man kauft dem Charakter das auch gut ab. Die Frauenfigur ist stark und kann sich durchsetzen, setzt dabei aber nicht ihre weiblichen Reize ein, sondern eher ihre Dreistigkeit und ihren Mut. Auch wenn sie dann manches Mal etwas einstecken muss. Mit den Geldsorgen liegt hier zwar ein Klischee vor, aber der Hintergrund der Figur ist interessant. So muss sie sich etwa um ihren behinderten Bruder kümmern. Lobenswerterweise wird hier keine Liebesgeschichte aufgestülpt und ein weiteres Klischee, das der Auftraggeber in den Fall verwickelt ist und den Detektiv anlog oder benutzen wollte, wird gut umgeschifft. Dabei ist hier die Durchsetzung nicht gegen eine patriarchalische Gesellschaft zu verstehen. Denn es kommen mehrere starke Frauenfiguren vor die nicht die üblichen Damsels in distress darstellen. Jede Figur bekommt Andeutungen bezüglich des Hintergrundes, um sie komplex erscheinen zu lassen und der Kriminalfall ist durchaus logisch.

Zwar liegt hier kein Meisterwerk vor da doch das gewisse Etwas, das Aha-Erlebnis fehlt, aber eine sehr gute Lektüre ist es allemal und für Krimifreunde welche die Tradition des Noir und Hardboiled mögen und gute Charaktere zu schätzen wissen, sollten zugreifen.



Fazit:

Ein solider Krimi der logisch ist und eine erfrischende starke Heldin besitzt, aber gerade bei den Figurenzeichnungen etwas schwächelt. Dennoch ist er aufgrund der Charaktere einen häufigeren Blick wert.



Stumptown 1: Der Fall des Mädchens, das sein Shampoo mitnahm (aber seinen Mini zurückliess) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Stumptown 1: Der Fall des Mädchens, das sein Shampoo mitnahm (aber seinen Mini zurückliess)

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 24

ISBN 10:
3967920267

ISBN 13:
‎ 978-3967920260

160 Seiten

Positiv aufgefallen
  • interessante Charaktere
  • Noir-Feeling
  • logischer Kriminalfall
Negativ aufgefallen
  • Schwächen in den Zeichnungen der Gesichter
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Rezension vom: 01.10.2021
Kategorie: Alben
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