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Comic-Besprechung - Karmela Krimm 1: Ramadan Blues

Geschichten:

Karmela Krimm 1: Ramadan Blues
Autor: Lewis Trondheim, Zeichner: Franck Biancarelli, Colorist: Walter



Story:

Karmela Krimm war einst eine bekannte und erfolgreiche Polizistin bis ein schiefgelaufener Einsatz ihr den Job kostete. Seitdem arbeitet sie als Privatdetektivin in Marseille. Zur Zeit ist ihre größte Herausforderung ihre minderjährige Praktikantin die zudem die Tochter ihrer ehemaligen Kollegin bei der Polizei ist. Als sie den Mord an einem Fußball-Funktionär aufklären soll, sträubt sie sich dagegen da sie ahnt mit dem organisierten Verbrechen konfrontiert zu werden. Doch das Geld und ein ihr zur Seite gestellter Leibwächter können sie überzeugen. Gefährlich wird die Ermittlung dennoch.



Meinung:

Der Verlag Schreiber und Leser ist immer eine gute Anlaufstelle für Leser*innen welche gute Krimis auch als Comics lesen wollen. Zwar gibt es im Verlagsprogramm auch viele Adaptionen von Romanen, aber ebenso originäre Stoffe die direkt als Comic geplant und umgesetzt wurden.
Karmela Krimm ist so einer.

Der Titel sagt einem erstmal nichts, aber Karmela Krimm ist der Name der Hauptfigur die somit der Comicreihe ihren Titel verpasst. Dabei steht zumindest der erste Band ganz in der Tradition der Hard-Boiled-Schule. Das ist eigentlich schon zwangsläufig der Fall wenn es um einen Privatdetektiv geht. Ein neuer Private Investigator steht immer im Schatten der berühmten Vorläufer eines Philip Marlowe von Raymond Chandler und eines Sam Spade von Dashiell Hammet. Aber Karmela Krimm ist eine Ausnahme. Nicht nur weil sie eine Frau ist, was in dem Subgenre immer noch selten ist (hier kann sie sich übrigens mit Dex aus Stumptown die Hand reichen), sondern auch weil sie einen Immigrantenhintergrund hat. Man hätte eigentlich von einer Atmosphäre des Noir ausgehen können. Der Begriff ist eine Erfindung von französischen Filmkritikern welche so die Schwarze Serie Hollywoods bezeichnete und der französische Kriminalfilm griff dieses auf. Bei einem frankobelgischen Comic hätte man also eigentlich aufgrund der langen Tradition einen Film Noir in Comicform erwarten können. Aber der Standort Marseille verhindert graue, trübe Regentage und zeichnerisch ist es meist hell mit starken sonnigen Farben welche keine düstere Atmosphäre aufkommen lässt und auch inhaltliche Strukturen des Film Noir sind hier nicht zu finden. Meist geht es um einen Protagonisten der, oft unschuldig, in einen Fall gezogen wird und jeder Versuch sich zu befreien, einen noch tiefer hineinreißt. Da Karmela Krimm als Außenstehende auf einen Fall blickt, ist das nicht gegeben.

Viel eher ist sie dem Hard-Boiled-Bereich zuzurechnen. Action kommt zwar vor, steht aber nie im Vordergrund. Aber Karmela weiß sich zu wehren und setzt auch durchaus ihre Fäuste ein, wobei sie im Gegensatz zu amerikanischen Detektiven meist darauf achtet das Gesetz zu achten. Aber die Kaltschnäuzigkeit, die flotten Sprüche kann sie auch von den kriminalistischen Ahnen geerbt haben. Manche Klischees werden hier umschifft: der Auftraggeber spielt ausnahmsweise kein doppeltes Spiel und es gibt auch keine erotische Versuchung für die Heldin. Karmela soll einen Mord aufklären, was sie nur widerwillig macht da sie ahnt, dass sie mit mafiösen Strukturen konfrontiert werden wird. Aber sie braucht nun einmal das Geld.

Auch wenn die Handlung im sonnigen Marseille spielt, so liegt hier keine Postkartenidylle vor, sondern auch die Schattenseiten werden gezeigt. Die Stadt ist berüchtigt für den Drogenhandel da der Mittelmeerhafen ein großer Umschlagplatz ist. Im Comic stößt man immer wieder auf Drogen und das sorgt für eine spannungsgeladene Atmosphäre. Der Kriminalfall ist durchaus spannend und gelungen. Der Leser wird nicht bewusst im Dunkeln gehalten, sondern weiß meist genauso viel wie die Protagonisten der man folgt. Nur als Karmela sagt, dass sie den Täter nun kenne, stutzt man weil man ihren Gedanken nicht folgen kann.

Aber der eigentliche Reiz des Comics liegt nicht unbedingt in der Krimihandlung, sondern in den Charakteren. Karmela ist frech und man weiß nicht viel über sie. Begleitet wird sie von einer minderjährigen Praktikantin und einem Partner den sie von ihrer  Auftraggeberin vorgesetzt bekommen hat. Mit dem liefert sie sich wunderbare Wortgefechte und ausnahmsweise ist ein praktizierender Moslem auch ein Held eines Krimis. Die Ermittlungen geraten nicht in den Hintergrund, erlangen aber durch die drei Figuren eine mitreißende Dynamik welche zum mehrfachen Lesen reizt.

Zwar wirken die gefälligen, glatten Zeichnungen in den Actionszenen etwas steif, versetzen einen aber gut in das Setting und der realistische Stil erlaubt es einen sich gut hineinzufinden. Ein guter Krimi mit interessanten Charakteren.



Fazit:

Ein guter, solider Krimi der seinen großen Reiz vor allem aus den Charakteren bezieht.



Karmela Krimm 1: Ramadan Blues - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Karmela Krimm 1: Ramadan Blues

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Schreiber und Leser

Preis:
€ 14,95

ISBN 10:
3965820680

ISBN 13:
‎ 978-3965820685

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • interessante Charaktere
  • Dialoge
  • Setting
Negativ aufgefallen
  • in Actionszenen etwas steif
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 07.10.2021
Kategorie: Alben
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