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Comic-Besprechung - Fake Story

Geschichten:

Text: Laurent Galandon
Zeichnungen: Jean-Denis Pendanx



Story:

Am 30. Oktober 1938 strahlte Orson Welles den Krieg der Welten von H. G. Wells auf CBS aus und dokumentierte den Angriff von Außerirdischen auf die Erde. In Laurent Galandons Geschichte tötet ein Mann seine Frau und erschießt seinen Sohn, bevor er Selbstmord begeht, um „dem Massaker der Marsmenschen zu entkommen“. Der ehemalige CBS-Starreporter Douglas Burroughs wird die Ermittlungen leiten. Er will ein Buch daraus machen. Seine Ermittlungen führen nicht nur die ganze Wahrheit zu tage, sondern geben Einblick in das chauvinistische Bürgertum in den USA am Ende der 1930er-Jahre.



Meinung:

Ich bin absoluter H.G. Wells-Fan und habe beispielsweise das sagenumworbene Hörspiel „Krieg der Welten“ von Orson Wells bereits mehrmals gehört. Keine Frage, als es hieß, dass es einen Comicband rund um die Erstaufführung des Hörspiels gab, musste ich zugreifen und ich wurde nicht enttäuscht.
Die atmosphärisch dichten Zeichnung lassen mich eintauchen in das Amerika am Ende der 1930er Jahre ein, zwischen latentem und offenem Rassismus und dem Aufkommen eines neuen Mediums, dem Radios, das mit der schriftlichen Presse in Konkurrenz tritt. Laurent Galandon hat einen echten Thriller abgeliefert. Es ist gute Untersuchung mit komplexen und interessanten Charakteren und vor allem ein Thema, das unsere Gegenwart so sehr berührt. Es geht hier um unser Verhältnis zu den Medien, zur Wahrheit.
„A Fake Story“ führt uns mitten hinein in ein mysteriöses Massaker, das offenbar durch die berühmte CBS-Sendung von Orson Welles am 30. Oktober 1938 verursacht wurde. Der Schauspieler löste eine landesweite Psychose aus, als er live im Radio eine gefälschte Alien-Invasion ankündigte. Aber wie kann eine Fiktion als Realität interpretiert werden? Diese beunruhigende Frage ist der Ausgangspunkt.
Der Plot der Geschichte ist faszinierend: Der Sheriff einer ländlichen Stadt, unterstützt von einem ehemaligen Radiojournalisten, hat nur 72 Stunden Zeit, um seine Ermittlungen abzuschließen, bevor er die Akte dem FBI übergeben muss. Drei Tage, in denen die Wahrheit ans Licht kommen kann oder für immer begraben wird!
Galandon entwirft ein cleveres, rasantes Szenario, das Fälschungen zum Leben erweckt. Seine Geschichte prangert gekonnt alle Manipulationen, Illusionen oder Verstellungen an, die uns dazu bringen, die Realität der Tatsachen zu verdrehen. Und diese Abweichungen sind im Zeitalter der Fake News und der Vorverurteilungen in den sozialen Netzwerken besonders deutlich zu spüren. Der Autor wollte sich jedoch nicht mit der Anekdote des Welles-Hörspiels, einer der ersten Fälschungen in der Geschichte der Medien, zufriedengeben und fügt eine soziale und polizeiliche Dimension hinzu.
Der Leser wird sehr schnell in die Lage des Ermittlers versetzt und immer wieder aufgefordert, seine Eindrücke zu überprüfen, Episoden miteinander zu verbinden und schließlich erneut zu lesen, um die Teile des Puzzles zusammenzusetzen. Die Eröffnungssequenz ist sehr repräsentativ für den Rest der Erzählung. Es gibt eine Art Prolog von sechs Seiten, in dem Personen und Orte gezeigt werden, zwischen denen keine offensichtliche Verbindung besteht, außer der Anwesenheit von Radios, die das Programm von Orson Welles ausstrahlen, dessen Text vollständig wiedergegeben ist. Im Nachhinein versteht der Leser jedoch, dass diese Panels bruchstückhaft wiedergeben, was in jener Nacht wirklich geschah.
Der grafische Teil ist tadellos von Jean-Denis Pendanx. Der Mann hat Talent und das Ergebnis ist einfach großartig! Seine perfekt dokumentierte Arbeit, seine Liebe zum Detail und seine gut gezeichneten Charaktere schaffen sofort eine fesselnde Atmosphäre im Amerika der Vorkriegszeit. Die herbstlichen Farben sind ein großes Plus und verleihen dem Ganzen einen sehr angenehmen Vintage-Charakter.



Fazit:

Ein spannendes Album, das beim Leser einen Nachhall hinterlässt. Acht von zehn Marsianern.



Fake Story - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Fake Story

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Schreiber und Leser

Preis:
€ 19,80

ISBN 13:
978-3-96582-069-2

90 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Vintage-Artwork
  • Hintersinnig
  • Sittengemälde
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 09.10.2021
Kategorie: Alben
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