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Comic-Besprechung - Der Hafen der Geheimnisse 1: Das Monster aus dem Meer

Geschichten:

Der Hafen der Geheimnisse 1: Das Monster aus dem Meer
Autor: Pierre Gabus, Zeichner / Colorist: Romuald Reutimann



Story:

Am Strand von Querqueville wird eines Tages ein Meeresungeheuer gefunden. Das walartige Tier ist der Wissenschaft vollkommen unbekannt und wird zur großen Überraschung für geheim erklärt. Kurz darauf wird dem Geheimdienst eine Akte über eine Rasse von Meeresbewohnern gestohlen. Als die beiden Geheimagenten, ausgestattet mit Superkräften, in das beschauliche Ferienresort einreisen ist es mit der Beschaulichkeit schon bald vorbei.



Meinung:

In diesen Hafen spülen die unterschiedlichsten Wellen hinein. Aber keine kann ihn so richtig prägen. So sitzt der Comic ziemlich zwischen allen Stühlen. Stilistisch ist er eine Mischung aus der ligne claire und der ecole marcinelle und ein bisschen Lewis Trondheim, gerade bei den Figuren, kommt auch noch hinzu.  An sich wäre das jeweils  für sich schon gut aber in diesem Zitatenmischmasch ist eine eigene Handschrift kaum zu erkennen und es geht in den Verweisen unter. Immerhin sind die Zeichnungen sehr dynamisch und atmosphärisch ausgefallen. Aber die Bilder drängen sich nicht in den Vordergrund, sondern stehen ganz im Dienste der Story.  Was schade ist, denn gerade die Story ist die größte Schwäche dieses ersten Bandes von Der Hafen der Geheimnisse.

So werden die Schwächen des Skripts überdeutlich wenn nicht ausgefallene Bildideen diese überdecken können. Zunächst ist es eine Mystery-Story mit einem Meeresungeheuer, was durchaus eines Spirou würdig gewesen wäre. Dann gibt es ein bisschen  007 Action mit Spionen, feindlichen Agenten und einer Geheimdienstchefin die nicht von ungefähr an Judi Dench als M in den 007 Filmen mit Daniel Craig erinnert.  Dann leistet man sich aber die erste Peinlichkeit indem die beiden Agenten mit Superkräften ausgestattet werden was anbiedernd wirkt. Zudem wird in der zweiten Hälfte nichts mehr damit gemacht. Vor allem da die Kräfte nicht sonderlich nützlich zu sein scheinen. Dann gibt es noch mehrere Nebenhandlungen von einer amourös ausgelösten Rekrutierung einer neuen Agentin und deren Bruder der aus Rache in die Kriminalität abzurutschen droht. Und weitere Meeresungeheuer, etc.  In jeder Nebenhandlung wird eine andere Figur in den Fokus gerückt. Jede an sich ist mit ihrer Geschichte durchaus interessant, aber hier geht dadurch der rote Faden komplett verloren. Ironischerweise werden alle Figuren durch die Vielzahl erdrückt und kommen nicht zur Geltung da man immer wieder einige aus dem Blick verliert, ja nahezu vergisst. Dadurch wird der Comic eine reine Reihung von Genreversatzstücken und Charakteren was insgesamt eher an ein Kuriositätenkabinett erinnert als an eine zusammenhängende Geschichte. Da auch kein Hauptcharakter auszumachen ist, gibt es auch nicht wirklich einen Sympathieanker für die Leserschaft. Man mäandert vor sich hin und schätzt zwar die Einzelaspekte aber da es im Auftakt zu viele sind gehen die auch wieder alle verloren und man fragt sich was dieser Aspekt wohl bei Spirou ergeben hätte, diese Konstellation bei Trondheim, wie Tim und Struppi dieses und jenes bewältigt hätten.

Leider versinken die Ideenansätze im dramaturgischen Chaos. Eine ordnende Hand wäre dringend nötig und die Schöpfer sollten sich auch entscheiden was sie eigentlich erzählen möchten: Mystery, ein Coming of Age Drama, eine Superhelden-Agenten-Geschichte, eine Satire, Science-Fiction? So nimmt man doch lieber die Klassiker wieder zur Hand und lässt den Hafen versanden.



Fazit:

Hier wäre weniger mehr gewesen. Der Stoff hätte für mehrere Bände gereicht und so versinkt der Genremix in einem dramaturgischen Chaos. Was angesichts der durchaus interessanten Charaktere besonders schade ist, denn so gehen die in den vielen Nebenhandlungen unter. Enttäuschend.



Der Hafen der Geheimnisse 1: Das Monster aus dem Meer - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Der Hafen der Geheimnisse 1: Das Monster aus dem Meer

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 12,00

ISBN 10:
3551023956

ISBN 13:
‎ 978-3551023957

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Atmosphäre, Setting, Milieu
  • interessante Figuren
Negativ aufgefallen
  • kein roter Faden
  • Genremix verursacht dramaturgisches Chaos
  • zu viele Nebenhandlungen erdrücken Figuren
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Rezension vom: 11.11.2021
Kategorie: Alben
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