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Comic-Besprechung - Western Legenden: Sitting Bull

Geschichten:

Western Legenden: Sitting Bull
Autor: Olivier Peru, Zeichner / Colorist: Luca Merli



Story:

1870. Die Black Hills gelten den Sioux als heiliges Gebiet und durch Verträge mit Washington ist es Weißen verboten in dieses Gebiet zu reisen. Als die US-Armee erfährt das sich in der Gegend illegale Siedler aufhalten sollen, reiten sie heimlich und in Zivil in die Wälder, um die Indianer nicht zu provozieren was einen neuen Krieg auslösen könnte. Doch der Trupp gerät in eine Falle und nur einer der Soldaten überlebt. Dieser wird von einem Häuptling gefunden und langsam raufen sich die beiden zusammen, um den Illegalen gegenüberzutreten. Der Häuptling ist dabei niemand geringeres als der legendäre Sitting Bull.



Meinung:

Angesichts des Titels der Reihe, Western Legenden, geht man  eigentlich davon aus das es sich um Biographien im Comicformat handelt. Da aber jeder Band in sich abgeschlossen ist und jeder  wiederum eine andere Legende behandelt, muss man wohl schon bei der Erwartung Abstriche machen. Denn wie will man abenteuerliche Leben und Geschehnisse, die machen ja schließlich erst einen Mann oder eine Frau zu Legenden, ein ganzes Leben von meist komplexen Charakteren auf 48 oder 54 Seiten, also dem gängigen Albenformat, zusammenfassen? Es wird schwierig in einem begrenzten Seitenformat eine Biographie zu erschaffen. Vor allem wenn man bedenkt das viele Autoren sich auch an vielen Seiten bemühten und dennoch scheiterten. Wer hier also eine umfassende Biographie des legendären Häuptlings Sitting Bull erwartet, wird enttäuscht werden.

Stattdessen gibt es eine Episode aus dem Leben des Sioux die im Grunde nur wenige Tage gedauert hat, welche aber die Autoren nehmen, um einen Blick auf den Charakter und das Wesen des Mannes zu werfen.  Die Taten und Gedanken während des geschilderten Ereignisses sollen dann der Leserschaft den portraitierten charakterlich näher bringen. Was aber äußerst spekulativ ist. Zum einen kann man sich nicht ganz sicher sein, ob sich die geschilderte Episode wirklich zugetragen hat (hier schweigen sich die Autoren aus) und zum anderen gibt es kaum Selbstzeugnisse von Sitting Bull. Es sind Reden überliefert, Sprüche und natürlich sind die meisten Stationen des Lebens bekannt. Aber hier überwiegen auch die Perspektiven der Sieger und weniger der indigenen Bevölkerung. Immerhin ist es recht geschickt gemacht das hier während des Kampfes nicht nur ein innerer Monolog des Titelhelden vorkommt, sondern auch eine äußere Perspektive eines Weißen. Man destilliert also aus unterschiedlichen Quellen den Charakter.

Inhaltlich ist es eine reine Actiongeschichte. Die Black Hills gelten den Indianern als heilig weswegen es Siedlern verboten ist, sich in dem Gebiet aufzuhalten. Als die US-Armee erfährt, dass sich wohl doch eine Gruppe dort aufhält, reiten sie in Zivilkleidung in das Gebiet, um einen drohenden Aufstand zu verhindern. Doch werden die Soldaten in eine Falle gelockt. Der einzige Überlebende wird von Sitting Bull gefunden und gemeinsam kämpfen sie gegen die Illegalen in dem Gebiet. Eifrig bemüht das weder Weiße noch Indianer von der Gruppe erfahren. Sollte das der Fall sein, droht ein neuer Krieg weil die Weißen in der Wahrnehmung der Sioux ein Sakrileg begehen. Das hat aber recht viel von Rambo und einem Buddy-Movie wenn sich zwei völlig konträre Charaktere gegen einen übermächtigen Feind zusammenraufen und in Einzelkämpfermanier inmitten eines tiefen Waldes die Gegner auszuschalten versuchen. Überspitzt wird das noch durch die monströse Erscheinung des Oberschurken was ein völliges Klischee sein kann. Auch hier ist die historische Tatsache fraglich wie eigentlich die ganze Episode. Immerhin bekommt man eine düstere und brutale Actiongeschichte geboten deren Atmosphäre schon fast in Gefilde des Horrors führt.  Was eigentlich auch passend ist, da alle auftretenden Charaktere gebrochene und traumatisierte Männer sind, sowie ein permanenter Kriegszustand in der Luft liegt.

Ob man den Band mag oder nicht hängt von der Erwartung ab. Wer eine historisch korrekte tatsachenbasierte Biographie erwartet, wird enttäuscht und ihn nicht mögen. Wer auch eine solide Actiongeschichte zu schätzen weiß bei der die Charaktere eine wichtige Rolle spielen, wird hier durchaus unterhalten.



Fazit:

Etwas zwiespältig. Eine Biographie liegt hier nicht vor und ob die geschilderte Episode historisch korrekt ist, darüber schweigt man sich aus. Stattdessen wird eine düstere und brutale Actiongeschichte erzählt bei der immerhin die Charakterisierung und die Atmosphäre wichtig sind und faszinieren.



Western Legenden: Sitting Bull - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Western Legenden: Sitting Bull

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 16,00

ISBN 10:
3967920550

ISBN 13:
‎ 978-3967920550

60 Seiten

Positiv aufgefallen
  • düstere Atmosphäre
  • Action und gebrochene Charaktere
  • Setting
Negativ aufgefallen
  • keine Biographie
  • viel spekulativ
  • historische Tatsache nicht eindeutig
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Rezension vom: 02.01.2022
Kategorie: Alben
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