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Comic-Besprechung - Sheridan Manor 1: Das Tor von Gehenna

Geschichten:

Sheridan Manor 1: Das Tor von Gehenna
Autor: Jacques Lamontagne, Zeichner / Colorist: Ma Yi



Story:

Kanada 1922. Ein junger Mann bricht mit seiner Kutsche in Eis ein. Im letzten Augenblick wird er von einem Hünen gerettet und kommt in einem abgelegenen Herrenhaus zu sich. Dort bekommt er das Angebot so lange zu bleiben bis er wieder gesund ist. Als Dank erklärt er sich bereit die katatonische Nichte des Hausherrn zu betreuen. Dabei ahnt er nicht das man schon finstere Pläne für ihn hat und das sich unter dem Haus ein Tor zu einer anderen Welt befindet.



Meinung:

Schon das Cover von Sheridan Manor stimmt einen von der Stimmung her schon sehr gelungen ein. Ein düsteres Haus, eine junge schöne Frau, viele Schatten: alles verweist auf den Gothic Horror.  Und wer sich mal wieder in einen schönen altmodischen Grusel begeben will, greift sofort zu. Und wird wohl enttäuscht sein. 

Der Beginn ist sehr stark. Es überzeugen auf Anhieb die atmosphärischen wunderschönen Zeichnungen wenn ein Mann viel zu schnell mit einem Schlitten im winterlichen Kanada der 1920er unterwegs ist. Das ist dynamisch, atmosphärisch und man versetzt sich sofort hinein. Auch als der Mann verunglückt und in einem abgelegenen Haus gepflegt wird, sind die Zeichnungen hervorragend. Die Stimmung, die Atmosphäre des langsam verfallenden Hauses, alles hat einen Hauch von Edgar Allan Poe. Wenn schon nicht Geister, so erwartet man doch eine komplexe Familiendynamik wie bei dem Haus von Usher. Einzig störend sind die etwas sehr nach Manga aussehenden Gesichter,  vor allem der weiblichen Figur. Das wirkt wie ein Stilbruch. Was man noch angesichts der hohen zeichnerischen Qualität noch hinnehmen könnte, wenn nicht die Rückblenden so ungelenk ausgefallen wären. Die Panelränder sind am Rande ausgefranst wie alte Fotografien und zudem haben sie eine Sepia-Farbe was den Eindruck des Alters noch verstärkt. Das ist okay, um es zu verdeutlichen das es um die Vergangenheit geht. Nur machen sie keinen Sinn.

Diese Rückblenden dienen wohl einzig dazu, den Helden sympathisch werden zu lassen. Aber das gelingt nicht, da es einen immer wieder aus dem Erzählfluss holt und so die Chance vertut den jungen Mann für sich sprechen zu lassen und alles nach und nach zu enthüllen. Generell liegt die Schwäche des Comics vor allem im Skript. Es ist keine Glanzstunde des Autors Jacques Lamontagne der doch schon mehrere sehr gelungene Serien wie Wild West und vor allem Die Druiden geschrieben hatte. Wie lässt sich der große erzählerische Bruch erklären? Man verlässt Edgar Allan Poe und wandert auf den Spuren von H.P. Lovecraft und wer gediegenen psychologischen Horror wollte, wird dann mit Monstern, einem Buch wie dem Necronomicon konfrontiert und Gerenne und Gekämpfe. Das würde noch angehen und ob man enttäuscht ist oder nicht, ist von der Erwartungshaltung abhängig.

Was aber eindeutig die Schwäche des Bandes ist, ist die Tatsache, dass man zu schnell zu viel wollte. All die Zeit die man für den atmosphärischen Spannungsaufbau und für das Setting benutzt hatte, sollte wohl wieder aufgeholt werden. Nur so lässt sich ein langer erzählerischer Monolog erklären der nicht nur überflüssig ist, sondern auch noch geschickter hätte umgesetzt werden können. Auch stellt er sich als falsch heraus, so dass es einige Seiten später noch einmal einen großen Monolog gibt. Das nimmt jedwedes Tempo raus und es erscheint vollkommen unlogisch und unnötig, dass der Schurke sich erklärt. Das macht die Story hanebüchen, arg konstruiert und wirkt in dieser Unbeholfenheit dilettantisch. Das hätte man bei einem solchen Autor nicht erwartet. So stark die erste Hälfte ist, so misslungen ist die zweite. Da können auch die Zeichnungen von Ma Yi nicht mehr wirklich viel retten. Schade.



Fazit:

So stark die erste Hälfte ist, so misslungen ist die zweite in der unnötige Monologe nicht nur sämtliches Tempo herausnehmen, sondern auch unlogisch sind. Die gelungenen Zeichnungen können da auch nicht mehr alles herausholen. Schade, sie hätten ein besseres Skript verdient gehabt.



Sheridan Manor 1: Das Tor von Gehenna - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sheridan Manor 1: Das Tor von Gehenna

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 16,00

ISBN 10:
3967921824

ISBN 13:
‎ 978-3967921823

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Atmosphäre, Setting, Milieu
  • realistisch dynamische Zeichnungen
  • langsamer Spannungsaufbau
Negativ aufgefallen
  • mangaeske Gesichter
  • unnötige und unlogische Monologe
  • Stilbruch mir Löchern in der Logik
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Rezension vom: 05.06.2022
Kategorie: Alben
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