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Comic-Besprechung - Decorum

Geschichten:

Decorum

Autor: Jonathan Hickman

Zeichner: Mike Huddleston

Übersetzer: Christian Heiss



Story:

In einer sehr fernen Zukunft kämpfen zwei gegensätzliche religiöse Kräfte um die Macht im Universum, das nach langen Kriegen in insgesamt sieben Machtbereiche geteilt ist: auf der einen Seite eine KI mit der „Kirche der Singularität”, die mit einer Roboterarmee die raumtaugliche Pyramide der heimatlosen „himmlischen Mütter” verfolgt, die die Gegenkraft darstellen. Die dort verbliebenen vier Frauen sind seit 100.000 Jahren auf der Flucht und versuchen, den neuen Messias zu gebären, der die KI stoppen soll. 

Parallel hierzu erleben wir die Abenteuer einer jungen Frau, Neha Nori Sood, die von der „Schwesternschaft der Menschheit” angeworben wird, sich als Auftragskillerin ausbilden zu lassen, und dadurch in diesen intergalaktischen Machtkampf gerät.



Meinung:

Diese Space-Opera hinterlässt doch sehr zwiespältige Gefühle: auf der einen Seite kann und muss man den Ansatz würdigen, dass diese Serie mit einem grafischen Design versehen ist, das durch alle Einzelbände hindurch immer wieder zitiert und verwendet wird. Hierzu zählt zum einen die Erfindung einer eigenen, neuen Schrift, die vor allem in den Erklärungen und Übersichten auftaucht, zum anderen die vielen kreisförmigen Details bei den regelmäßigen Zwischen- und Erklärungsseiten. Das ist auf jeden Fall schick und einheitlich, aber es wird auch allzu großzügig angewendet, sodass man sich wundert, wie schnell man durch das erste Viertel des Buches hindurch liest. Der Grund hierfür ist, das beinahe die Hälfte der Seiten für diese „Füllseiten” verwendet wurden. Das wird im weiteren Verlauf zwar etwas besser, doch insgesamt werden sehr viele Seiten dem Design „geopfert”, wodurch die Geschichte selbst viel kürzer gerät, als man vielleicht gedacht hätte.

Die Zeichnungen selbst sind durchgehend sehr professionell ausgeführt und bezeugen, das Mike Huddleston ein echter Könner seines Fachs ist. Doch die Wandlungen und Stilwechsel sind in einer so großen Zahl vorhanden, das man manchmal den roten Faden vermisst, gerade weil das Gesamtwerk ja den Anspruch erkennen lässt, komplett durch-designt zu sein. Die Vielfalt der Zeichnungen reicht von  einerseits prächtigen Space-Panoramen, die an die Werke des inzwischen verstorbenen Chris Achilleos erinnern, über Bleistift-Zeichnungen in einem beinahe schon franko-belgischen „Antik-Stil”, reinen schwarz-weiss Seiten bis zu teilweise eingefärbten Seiten. Und gerade da findet man so manche Seite, die irgendwie nicht zu Ende bearbeitet wirkt - in einem plötzlichen Stilwechsel werden die letzten Panels oder ganze Seiten nur noch skizziert, was auch nicht immer zur erzählten Story passt. Das ist mehr irritierend als ästhetisch ansprechend, vor allem wenn man weiss, dass Huddleston in einem Interview mit David Harper im August 2020 selbst gesagt hat, dass die vielen Stilwechsel nicht strikt durchgeplant waren und teilweise sogar aus Zeitdruck heraus geschahen (doch darauf wollte er nicht weiter eingehen). Im Großen und Ganzen kann man die einzelnen Stile jedoch meistens bestimmten handelnden Personen, Orten oder Umständen zuordnen, sodass ein zum großen Teil passendes Bild entsteht.

Die Story ist ähnlich simpel wie bei dem oft im Zusammenhang mit Decorum zitierten Star Wars: das unendlich Böse jagt die Guten, die aber nichts Geringeres als einen Messias zu ihrer Errettung benötigen. Und die Tatsache, dass die Bösen in Form einer KI und Maschinenwesen auftreten, bringt doch starke Erinnerungen an die „Matrix” hervor, wenn auch hier in einem galaktischen Maßstab wie bei der ebenfalls so aufgebauten Serie „Kampfstern Galactica”. Und warum gerade die Hauptfigur eine Killerin werden soll, versteht sie selbst nicht, und der Leser auch nicht.

Das funktioniert zwar am Ende schon alles, ist aber auch nicht wirklich neu.



Fazit:

Eine gefällige Geschichte ohne allzu große Überraschungen, die jedoch grandios durch-designt ist, mit tollen Grafiken und Zeichnungen, aber auch mit teils irritierenden Stilwechseln, die dann oft billig wirken. Das Design führt leider auch dazu, das man aufgrund allzu vieler „Füllseiten” nur gut halb soviel Lesevergnügen bekommt, wie man aufgrund des Umfangs dieses Wälzers erwartet hätte. Es lohnt sich, rein zu sehen, ich bin gut unterhalten worden, aber ich hätte mehr erwartet.



Decorum - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Decorum

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 48,00

ISBN 10:
3966585464

ISBN 13:
978-3966585460

408 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Grandioses Design
  • Teils tolle Grafiken
Negativ aufgefallen
  • Teils zu krasse und billig wirkende Stilwechsel in den Zeichnungen.
  • Durchschnittliche Geschichte, in Teilen zu konstruiert.
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
3
(1 Stimme)
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Rezension vom: 29.06.2022
Kategorie: Alben
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