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Comic-Besprechung - Moonshine 3: Rue le Jour

Geschichten:

Moonshine 3: Rue le Jour (Moonshine 13-17)
Autor: Brian Azzarello, Zeichner: Eduardo Risso, Colorist: Eduardo Risso, Cristian Rossi



Story:

Lou Pirlo ist bei seiner Liebhaberin in New Orleans untergetaucht. Er hofft mit Hilfe der Schwestern von Delia seinen Fluch loszuwerden der ihn zu einem Werwolf gemacht hat. Doch ein Voodoo-Priester versucht das hinterzugehen, indem er den Wolf zu seinem Diener machen will. Im Laufe der Geschehnisse geht es bei Lou um viel mehr, schließlich hat er seine Seele verloren.



Meinung:

Ein neuer Band des Dreamteams Brian Azzarello und Eduardo Risso ist immer ein Ereignis. Schon die Bände die sie nicht zusammen gestaltet haben, sind immer lohnenswert, aber zusammen entwickeln die beiden einen Sog dem man sich kaum entziehen kann. Allein schon die Serie 100 Bullets ist ein Meilenstein des Krimis. Azzarello hat ein Faible für Noir Geschichten und damit mit Risso einen kongenialen Partner gefunden. Denn Noir spielt immer im Zwielicht, in einer moralischen Leere und die Protagonisten versuchen aus einer Falle, einem Dilemma zu entkommen und verstricken sich damit immer tiefer da drin. In der filmischen Schwarzen Serie war somit die Schwarz-Weiß-Setzung sehr wichtig und die Schatten waren immer symbolisch. Und Risso ist in der Hinsicht mit seinen Zeichnungen sehr filmisch, da er ähnlich mit den Schatten arbeitet.

Eduardo Rissos Zeichnungen sind schlicht und ergreifend wieder mal fantastisch. Kaum jemand arbeitet so geschickt mit Schwarzflächen, um Akzente zu setzen. So ist manchmal das Gesicht einer der Heldinnen gar nicht zu sehen da es komplett in schwarz gehalten ist. Umso ausdrucksvoller sind dann die Augen die aus der Schwärze hervorstechen. Und geschickterweise erkennt man dennoch den Charakter da die Haare die Fläche einrahmen und somit der monochromen Farbe Kontur verleihen. Zudem gelingen Risso immer wieder kreative Perspektiven welche dann auch öfter überraschen und man muss noch mal hinsehen, um das Bild zu genießen. Leider führt das manchmal zu kleinen Anschlussfehlern. So dreht sich in einem Panel eine Frau zu ihrer Gesprächspartnerin und im nächsten Panel sieht man das diese Perspektive nicht stimmen konnte, da die beiden Frauen anders angeordnet sind. Aber das ist verschmerzbar angesichts der äußerst hohen Qualität der Zeichnungen. Zudem sind die von Risso gezeichneten Frauen immer eine wahre Augenweide ohne darauf angewiesen zu sein diese zu sexualisieren. Zeichnerisch also wieder ein Meisterstück.

Inhaltlich kann der dritte Band von Moonshine da leider nicht ganz mithalten. Was zwei Gründe hat. Erstens kommt man wohl nicht um Klischees herum, wenn man seine Geschichte in New Orleans spielen lässt. Zeitbedingt, man befindet sich in den Zeiten der Prohibition, kommt natürlich viel Jazz vor, aber das ist so sehr mit dem Image der Stadt verwoben wie Voodoo. Was hier irgendwie aus der Thematik der Serie rausfällt. Und das führt zu dem zweiten Grund: eigentlich geht es ja um Gangster in der Prohibitionszeit verbunden mit Werwölfen. Wenn jetzt Voodoo dazu kommt, so wird der eigentliche Handlungsstrang ausgebremst.

Dennoch lohnt sich der Band denn es bleibt einiges angenehm in der Schwebe und schafft so eine permanent bedrohliche Atmosphäre. Ob jetzt der Auftritt von Zombies wirklich nötig gewesen ist, sei mal dahin gestellt. Aber sie sind hier Zombies im ursprünglichen Sinne und nicht von der menschenfressenden Sorte wie sie George A. Romero in die Popkultur eingeführt hatte. Auch ob jetzt ein Antagonist wirklich ein Mensch ist oder ein Loa (ein Geist im Voodoo) ist lange unklar gehalten. Alles scheint sich in einem Zwielicht abzuspielen, was seinen Reiz entwickelt. Auffällig ist auch das hier die Frauen eindeutig die eigentlich starken Charaktere sind und somit das machohafte Getue und die Virilität der männlichen Protagonisten in die Leere laufen lassen. Stark.



Fazit:

Die eigentliche Story wird etwas ausgebremst und es kommen einige Klischees vor, aber dennoch entwickelt die Geschichte einen Sog dem man sich nicht entziehen kann. Zudem sind die Zeichnungen von Risso mal wieder fantastisch.



Moonshine 3: Rue le Jour - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Moonshine 3: Rue le Jour

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 22,00

ISBN 10:
396658106X

ISBN 13:
978-3966581066

144 Seiten

Positiv aufgefallen
  • fantastische Zeichnungen
  • einiges angenehm in der Schwebe
  • Setting und Atmosphäre
Negativ aufgefallen
  • einige Klischees
  • eigentliche Handlung etwas ausgebremst
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Rezension vom: 06.07.2022
Kategorie: Hefte
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