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Comic-Besprechung - Coming of H

Geschichten:

Coming of H

Autor: Hamed Eshrat

Zeichner: Hamed Eshrat

Kolorierung: Claire Paq



Story:

Der inzwischen im deutschen Comic-Geschehen nicht mehr ganz unbekannte Hamed Eshrat erzählt hier in einzelnen Episoden von seiner Jugend im nordrhein-westfälischen Bünde in den 1980er und -90er Jahren, im Grunde bis zu seinem Schulabschluss. Er gibt uns sehr intime Einblicke in sein Familienleben, seine Freundschaften, die ersten Mädchengeschichten und auch seine Erlebnisse mit Drogen. Es geht ums Erwachsen werden allgemein und in seinem Fall, ist aber auch eine Milieustudie der damaligen Zeit — und wer da schon dabei war, wird so Einiges wieder erkennen können.



Meinung:

Der im Iran geborene Hamed Eshrat ist bereits mit sieben Jahren mit seiner Familie nach Deutschland eingereist, und so geht es in diesem Buch auch weniger um Integration (denn integriert ist er während seines Schulabschlusses offensichtlich bereits), sondern um die allgemeinen Probleme eines Heranwachsenden in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts, aber natürlich auch um Konfrontationen mit Neonazis — doch dies sind nur einzelne Episoden, und sie stehen nicht im Mittelpunkt. Hier wird viel mehr über das Alltagsleben eines Schülers berichtet: Skateboard fahren, Musikhören und Mixtapes basteln, Schule, Partys, Drogen und Freundschaften. Aber natürlich auch um die „Besonderheiten” einer iranischen Familie, denn die vorhandenen Kulturunterschiede werden durchaus nicht verschwiegen. Und obwohl die Episoden mit einer gewissen Leichtigkeit erzählt werden und teilweise eine gewisse Distanziertheit spüren lassen — die sicher ganz einfach aus der zeitlichen Distanz des Autors zum Erzählten herrührt — hat man niemals den Eindruck von Oberflächlichkeit, sondern wird beim Lesen stets in die Handlung hineingezogen, kann mitfühlen und eigentlich jeden Schritt nachvollziehen. Das ist große Erzählkunst, die nicht in jedem Autor steckt. 

Nach „Tipping Point” und „Living in a Van”, die bisher nur auf französisch erschienen sind, seinem Deutschlanddebüt „Venus Transit” und dem Band „Nieder mit Hitler” (nach einem Szenario mit Johann Ulrich) ist dies seine fünfte Veröffentlichung im Comic-Bereich, diesmal wieder als Solo-Autor. Sein Zeichenstil orientiert sich mehr an „Venus Transit”, mit etwas eckigeren, verwascheneren Zeichnungen, jetzt aber in Farbe, wie bereits in „Nieder mit Hitler”. Doch diesmal wirken die Farben etwas pastellner, was die Ähnlichkeit mit dem ansonsten ja in schwarz-weiß gezeichneten „Venus Transit” erklärt, und wohl auch daher rührt, dass er diesmal nicht selbst koloriert hat. Doch insgesamt passen die Zeichnungen und die Kolorierung zum Inhalt, und alles zusammen wirkt sehr stimmig. Eine Veröffentlichung, die mir sehr gefallen hat.

Kommt im kleineren „Book”-Format als Softcover und mit Umschlagklappen (und Links zum Mixtape des Buches, die man beim Lesen hören könnte — lustig!)



Fazit:

Eine gelungene Autobiografie, mit einer gewissen Leichtigkeit erzählt, aber doch tiefer gehend — und gleichzeitig ein treffendes Porträt der 90er in Deutschland. Sehr zu empfehlen.



Coming of H - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Coming of H

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Avant Verlag

Preis:
€ 26,00

ISBN 10:
3964450790

ISBN 13:
978-3964450791

176 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Gelungene Autobiografie.
  • Mit Leichtigkeit erzählt, und doch tiefer gehend.
  • Passende Zeichnungen.
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
3
(1 Stimme)
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Rezension vom: 12.11.2022
Kategorie: Alben
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