Optionen und weiterführende Links



In der Datenbank befinden sich derzeit 17.681 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Comic-Besprechung - Mercury Heat 1 (Softcover)

Geschichten:

Mercury Heat 1 (Softcover)

Autor: Kieron Gillen

Zeichner: Omar Francia (Kap. 1-3 und Intermezzo) & Nahuel Lopez (Kap. 4-6)

Übersetzer: Jens R. Nielsen



Story:

Die junge Polizistin Luiza Bora wird zum Dienst auf dem Planeten Merkur versetzt, auf dem permanent Arbeiten im Gange sind, um Sonnenkollektoren zu installieren und zu betreiben für den enormen Energiedurst der Erde. Bereits bei ihrem ersten Routinefall beharrt sie darauf, weiter zu ermitteln, und gerät auch prompt unter Beschuss einer unbekannten Partei. Es scheint eine Verschwörung mit unbekanntem Ziel vorzuliegen, und dass ihre Vorgesetzten den Fall so früh zu den Akten legen wollten, macht alles nur noch seltsamer. Doch Luiza hält man so schnell nicht auf…



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Mit seinem Ausgangsplot einer Industrieanlage auf dem Merkur erinnert mich dieser Band sofort an die beiden (inzwischen) Klassiker des Science-Fiction-Films, „Outland” mit Sean Connery als Space-Marshall auf dem Jupitermond Io, und (zumindest die zweite Hälfte von) „Total Recall” mit Arnold Schwarzenegger, als er in der Marskolonie aufräumt. Und auch die hier dargestellten Exoskelette bzw. riesigen Arbeitsroboter, die aus ihrem Inneren von Menschen gesteuert werden, haben bereits ihre Vorlagen (z.B. auch in der französischen Comic-Serie „Travis”). Doch wenn Kieron Gillen in einem Interview im Bonusmaterial sagt, dies sei für ihn erneut ein sehr anstrengendes, weil enorm umfangreiches und arbeitsintensives Projekt gewesen (anders als geplant), wird man dies nur auf den ersten Blick nicht glauben wollen. Bei der Lektüre des Buches wird man dann sehr schnell feststellen, dass hinter der gesamten Geschichte durchaus ein enormer Überbau steckt. Gillen hat sich ein Konzept für die Zukunft der Erde und moderne Technologien überlegt, das so gestrickt ist, dass die Ausgangslage mit einer Energiegewinnung auf dem Merkur überhaupt erst denkbar und damit glaubwürdig wird. Auch die neuen gesellschaftlichen Auswüchse infolge der quasi Herrschaft einer K.I. sind gut durchdacht und führen schon beinahe zwangsläufig zur Charakterisierung der Hauptfigur, ohne die diese Geschichte so nicht funktionieren würde. Da steckt mehr an Abstimmung drin, als man zuerst glauben mag. Und doch schafft Gillen es, uns anfangs direkt ins kalte Wasser zu werfen, nur durch ein kurzes Vorwort auf die Situation vorbereitet, um danach die Geschichte für sich wirken zu lassen und dem Leser die Möglichkeit zu geben, diese neue Welt langsam selbst zu entdecken und nach und nach zu verstehen. Und das gelingt, wobei ich es besonders charmant fand, dass der Autor selbst uns durch seine Figuren am Ende des Bandes auf einige Schwächen im Grundplot hinweist, die dem einen oder anderen aufmerksamen Leser bereits aufgefallen sein werden und ihn vielleicht haben zucken lassen — und sie dann geschickt nutzt, um einen Cliffhanger zu fabrizieren und damit einen Aufhänger für die Fortsetzung zu haben. Genial.

Der Übersetzer Jens R. Nielsen hat sich die Mühe gemacht, am Ende des Buches zwei Seiten mit Anmerkungen einzufügen, um auf zweideutige oder unübersetzbare Stellen im Original hinzuweisen, oder auch auf grafische Anspielungen in den Panels, die vielleicht nicht jeder von alleine verstehen oder finden wird. Diese knapp 20 Hinweise sind sehr informativ und erhellend, und während der Band, wie bei US-Comics üblich, grundsätzlich auf Seitenzahlen verzichtet, wurde bei allen zitierten Seiten dann doch eine Seitenzahl gedruckt, damit man sie auch wiederfinden kann. Das ist hilfreich, doch ein Hinweis am Anfang des Buches über diesen „Service” wäre noch hilfreicher gewesen — so kommt das „volle Verständnis” erst beim zweiten Durchblättern. Doch das tut dem Genuss des Buches trotzdem keinen Abbruch (und nach dieser Rezension weiss man ja Bescheid).

Den Zeichnerwechsel in der Mitte des Bandes merkt man den Zeichnungen nicht an, der Stil ist im Prinzip exakt so, wie es das Titelbild verspricht und wird nahtlos weitergeführt. Und der Plot ja sowieso, wobei ich das Zitat auf dem Buchrücken „Schwarzer Humor und Brutalste Action” eher so umschreiben würde: „Brutalste Action mit einigen coolen Sprüchen gewürzt” — und einer äußerst zynischen Grundhaltung der Hauptfigur. 

Das Buch erscheint als Softcover und eine Vorzugsausgabe auch fest gebunden, mit einem Bonusteil, in dem ein langes, erklärendes Interview des Autors abgedruckt wird, garniert mit zahlreichen Skizzen und Entwürfen zur Story. Dieser erste Sammelband ist in den USA bereits 2016 erschienen, ein zweiter 2017. Man darf gespannt sein, wie es in der Fortsetzung weitergeht.



Fazit:

Eine gelungene aber brutale Space-Opera mit einer sympathischen Heldin und einem spannenden Plot. Durchaus zu empfehlen, aber vielleicht nicht für allzu zarte Gemüter.



Mercury Heat 1 (Softcover) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Mercury Heat 1 (Softcover)

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Dantes Verlag

Preis:
€ 19,00

ISBN 10:
3946952828

ISBN 13:
978-3946952824

160 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Sympathische Heldin.
  • Spannender Plot.
  • Für Sci-Fi-Fans.
  • Mit Bonus-Teil und Anmerkungen.
Negativ aufgefallen
  • Die explizite Brutalität ist nichts für jedermann, wirkt aber nicht zu übertrieben.
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1.67
(3 Stimmen)
Bewertung
Du kannst diesen Comic hier benoten.

Persönlichen Bookmark setzen für diese Seite
Diese Seite als Bookmark bei Blinklist hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei del.icio.us hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Digg hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Fark hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Furl hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Google Bookmarks hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Mister Wong hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei myYahoo hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Netscape hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Newsvine hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Reddit hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei StumbleUpon hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Technorati hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Yigg hinzufügen  
Oder diesen Dienst benutzen: Social Bookmark Button

Rezension vom: 04.01.2023
Kategorie: Alben
«« Die vorhergehende Rezension
Superman ´78
Die nächste Rezension »»
Blade Runner 2029: Erlösung
Leseprobe
Zu diesem Titel liegt derzeit keine Leseprobe vor. Sie sind Mitarbeiter des Verlags und daran interessiert uns für diesen Titel eine Leseprobe zu schicken? Dann klicken Sie hier...
Das sagen unsere Leser
Zu diesem Titel existieren noch keine Rezensionen unserer Leser.


?>